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Bereichsvorstand REWE International AG Christoph Matschke mit Lehrlingen beim Seminar „Getting to Yes“

Rewe Skills Factory: Marken werden von Menschen gemacht

30.07.2018

Rewe, Österreichs größter Handelskonzern, setzt auf seine Human Resources. Wie hoch der Stellenwert ist, zeigte sich Mitte Juli in Saalfelden (Salzburg), wo die 10. Rewe Skills Factory mit 350 Lehrlingen stattfand. Wir waren für Sie zwei Tage vor Ort.

Dass ein Unternehmen seinen Lehrlingen zusätzliche Ausbildungen ermöglicht, gehört immer öfter zu den „must haves“. Insbesondere in Branchen, die sich aufgrund ihres Images und Bedarfs doppelt anstrengen müssen. Wenn die Rewe International AG das mit allen Lehrlingen aus ganz Österreich macht, dann ist dabei einiges los.

Wer Mitte Juli rund um das Congress Zentrum Saalfelden unterwegs war, könnte glauben, dass es sich dabei um Österreichs Handelszentrum handelt. Neben den vielen jungen Teilnehmern in T-Shirts der Rewe Group Skills Factory samt dem Logo ihrer jeweiligen Handelsfirma gab es viele Pfeile auf den Straßen rundum. Die wiesen die Richtungen zu einer Vielzahl an Außenstationen, vom Kletterpark über den Graffiti Workshop bis hin zum gemeinsam mit der Initiative „Blühendes Österreich“ realisierten Birds Hotel. Das liegt übrigens gleich neben dem, im letzten Jahr auch von den Rewe Group Lehrlingen errichteten, Insektenhotel an den Ufern des malerischen Ritzensees. Nachhaltigkeit wirkt eben nur, wenn hinter den Schlagworten auch konkrete Taten stehen.

Führungskräfte aktiv mit dabei

Dieses Motto könnte übrigens generell über der gesamten Lehrlingsausbildung aller Handelsfirmen der Rewe Group stehen. Wer sich mit den rund 30 anwesenden Managern unterhält dem wird rasch klar, dass hier vieles nicht nur gesprochen, sondern auch gelebt wird. Die Manager sind jedoch gar nicht so leicht zu erkennen, denn auch die Vorstände der Rewe International AG, allen voran Christoph Matschke und Michael Jäger, sind so wie alle anderen mit Skills Factory T-Shirts und Jeans unterwegs. Auch das Senioritätsprinzip ist als Erkennungsmerkmal nicht immer geeignet, eröffnet der Handel doch rasche Aufstiegschancen. Gut, ein T-Shirt anzuziehen wäre jetzt noch nicht revolutionär, aber in vielen Unternehmen kommen die Vorstände eher nur zur obligatorischen Ansprache. Anders hier in Saalfelden, denn jede der zahlreich anwesenden Führungskräfte nimmt aktiv an Workshops ihrer Wahl teil. Wie Christoph Matschke im Gespräch erzählt, erfährt man dabei durchaus spannende neue Sichtweisen: „Für mich war überraschend, dass unsere jungen Mitarbeiter durchaus ähnliche Fragen beschäftigen, wie uns Arrivierte. Zwar mit einer anderen Sichtweise, aber im Wesentlichen geht es auch heute noch um die Fragen: wo gehöre ich hin, was kann ich gut und wie kann ich mich entwickeln? Es geht bei der Interaktion in den Workshops immer ums Zuhören, Geduld haben und dem Anderen Zeit zu geben, wirklich zu verstehen was man meint.“ Warum die Rewe Group nun bereits seit zehn Jahren diesen großen Aufwand für das erste Lehrjahr betreibt? „Die Seminare und Workshops sind ein wichtiger Baustein für unsere neuen Lehrlinge um im Unternehmen richtig anzukommen. Deshalb ist es auch ganz bewusst mit allen Handelsfirmen zusammen organisiert worden, denn die Rewe International AG eröffnet eben viele Möglichkeiten. Natürlich ist die Veranstaltung auch ein wichtiger Beitrag zum Employer Branding, denn die positive Mundpropaganda der Jugendlichen selbst in ihren Peergroups ist immer noch die beste Werbung für uns als Arbeitgeber“, verrät Matschke.

Im Handel ist alles möglich

In eine ähnliche Richtung gehen die Aussagen von Michael Jäger beim Abschlussevent im großen Saal des Congresszentrums: „Mir ist hier wieder bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass wir handelsfirmenübergreifend agieren - nicht nur bei den Lehrlingen. Es ist für mich faszinierend die Kreativität unserer jungen Mitarbeiter direkt zu erleben. Wenn wir diese Kreativität stärker nutzen, dann haben wir eine gute Basis für ein gesundes Umsatzwachstum.“ Übrigens ist er selbst eines von vielen Beispielen für die Möglichkeiten im Handel nach einer Lehre. Hat Jäger doch selbst vor 30 Jahren mit einer solchen seine Karriere bei der Rewe Group gestartet. Ob solche Karrieren heute noch möglich sind und was es dazu braucht, wollen die beiden Moderatorinnen des Abschlussevents, natürlich Lehrlinge, wissen. Johannes Zimmerl, Direktor Konzern-Personalwesen, gibt die Antwort: „Absolut ja, mit Einsatz, Fleiß und Ausdauer ist im Handel alles möglich.“ Genau dieses „alles ist möglich“ ist ein weiteres Motto der Skills Factory. Denn neben dem Outfit ist hier alles auf die Teilnehmer ausgerichtet.

Nah an der Lebenswelt der Jugendlichen

Das Essen wird nach deren Vorlieben gewählt, die Disco am Abend spielt laute Rhythmen. Auch die Inhalte der insgesamt 22 zur Auswahl stehenden Workshops orientieren sich an der Lebenswelt von Jugendlichen. Das scheint sich bis zur Sprache der Führungskräfte durchzusetzen, denn „Konzernsprech“ hört man auch im Interview mit Christoph Matschke nicht. Anstatt über Kennzahlen und mit üblichen Floskeln über den Arbeitsmarkt zu reden betont er lieber, dass im Handel das Geschäft von und für Menschen gemacht wird. Daher überrascht es kaum noch, dass auch Billa-Betriebsratsvorsitzender Werner Hackl im Gespräch diese Aspekte betont. Auch er ist ein ehemaliger Lehrling des Unternehmens und hat deshalb eine sehr positive Einstellung zur Ausbildung. „Eine solide Lehrlingsausbildung ist ein wichtiges Fundament, nicht nur für unser Unternehmen, sondern auch für die Persönlichkeit der jungen Menschen“, ist er überzeugt. „In einem Konzern wie der Rewe International AG sind die Grenzen fließend und man hat wirklich alle Möglichkeiten, wenn man bereit ist Leistung zu bringen“, konstatiert er breite Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen. Wobei Matschke im Gespräch auch betont: „Es geht darum Möglichkeiten anzubieten, die zum jeweiligen Lebensentwurf passen. Wenn jemand Karriere machen will, kann er das tun. Und wenn jemand einfach seinen aktuellen Job gut macht, weil er auch andere Interessen hat, ist mir das genauso recht. Wir brauchen beides im Unternehmen.“

Gut gerüstet für die Zukunft

Als Höhepunkt der Veranstaltung, wenn man von so einem überhaupt gesondert sprechen möchte, präsentieren viele der Workshops das, was sie in acht Stunden konzentrierter Arbeit miteinander geschaffen haben. Neben rappenden Lehrlingen und rappenden Ausbildern gab es übrigens am Abend davor beeindruckende Kochkünste vom Grill, die Präsentation der Erkenntnisse von rasenden Reportern oder die Kampfkünste der Teilnehmer aus dem Workshop „Kämpfe für deinen Erfolg“. In allen 22 Workshops waren Lehrlinge der einzelnen Handelsfirmen Billa, Merkur, Penny, Bipa, Adeg, AGM, Sutterlüty und Rewe Austria Touristik bunt gemischt, um das Miteinander und die Vielfalt der Möglichkeiten zwei Tage erlebbar zu machen. Das ist dem Team rund um Lehrlingsbeauftragte Doris Rannegger mehr als gelungen, weshalb auch Christoph Matschke dem Team Rosen streut: „Was mir und uns allen in Erinnerung bleiben wird, sind die gute Stimmung, die Motivation und die Inspiration dieser beiden Tage. Unser tolles Team in der Lehrlingsausbildung macht das Jahr für Jahr möglich, daher freuen wir uns schon auf das nächste Jahr.“

Wer erkannt hat, dass im Handel die Menschen den Unterschied ausmachen und das auch so lebt - wie es die Rewe Group im Rahmen der Skills Factory im Speziellen und in der Lehrlingsausbildung im Allgemeinen tut - der kann die Herausforderungen der Zukunft sicher meistern. Und der eine oder andere  Lehrling, der dabei war, wird wohl in späteren Jahren selbst zu den teilnehmenden Führungskräften bei der Rewe Skills Factory gehören.

 

Autor/in:
Robert Frasch

Robert Frasch betreibt seit 2012 www.lehrlingspower.at, Österreichs einziges unabhängiges Netzwerk für Lehrlingsausbilder. Er vernetzt Ausbildungsbetriebe, bereitet Fachwissen für Ausbilder auf und initiiert konkrete Initiativen rund um die duale Berufsausbildung. Seit 2014 ist er auch Chefredakteur des Fachportals www.ausbilden.co.at und seit 2018 Herausgeber von „Lehrlingsausbildung in der Praxis“. Als Botschafter der Mittelstands-Allianz des SENAT der Wirtschaft, der SCHOOLGAMES und Partner im Eucen Projekt ApprEnt trägt er zur Positionierung der Lehre bei. Er erreicht über seine Medien Hunderte Ausbilder in Österreich und Deutschland und macht als Key Note Speaker und Autor Lust auf Ausbildung.

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