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Rewe Stakeholder Forum 2018: Nachhaltiger Lebenstil 4.0

08.10.2018

Wie kann man Konsumenten eine bewusste Ernährung, die körperliches Wohlbefinden mit Genuss verbindet, näherbringen? Das war die zentrale Frage des Rewe Stakeholder Forums 2018. Vorschläge zu dem Thema lieferten die zwei Hauptredner Verhaltensökonom Gerhard Fehr und Ernährungswissenschafter Uwe Knop. Auch bei der anschließenden Podiumsdiskussion und mehreren Workshops wurde diskutiert was der Handel dazu beitragen kann.

Bereits zum achten Mal veranstalte die Rewe International AG mit ihre Handelsfirmen Billa, Merkur, Penny, Bipa und Adeg das Stakeholder Forum, um das Thema Nachhaltigkeit konstant im Bewusstsein der Öffentlichkeit, aber auch der rund 43.000 Mitarbeiter, zu verankern. Dieses Jahr sorgten der Schweizer Verhaltensökonom Gerhard Fehr, sowie Diplom-Ernährungswissenschaftler und Medizin-PR-Experte Uwe Knop für interessante Denkanstöße, um Kunden ein gesundes und nachhaltiges Einkaufen schmackhaft zu machen.

Kein Moralapostel

Das Rewe kein Moralapostel sein will, sondern lediglich eine Plattform für Entscheidung bieten möchte, machte Marcel Haraszti, Vorstand REWE International AG, bereits am Anfang der Veranstaltung klar. In seiner Ansicht unterstützt wird er von Ökonom Fehr, seine Lösung für den Zwiespalt zwischen nützlicher Information und nervender Überfütterung an Information ist Nudging, kleine Stupser, die Menschen helfen bessere Entscheidungen zu treffen.  „Erfolgreiche Nudges sind unter anderen inspirierend und stärken die Identität. Nachhaltigkeit stärkt langfristig die Beziehung zu Ihren Kunden und ist damit ein positives Investment in die Zukunft, “ so Fehr. Die Identität eines Unternehmens gilt im Allgemeinen als wichtigster Treiber um eine gute Beziehung zu Kunden aufzubauen. Wie Rewe dieses Konzept umsetzten kann um Kunden zu einer bewussteren Wahl zu verhelfen? Die Handelskette muss die richtigen Attraktorenprodukte anbieten anstatt auf einen Erfolg durch ein möglichst großes Bio-Sortiment zu setzen. Zusätzlich sollte seiner Meinung nach auch an dem digitale Auftritt weiter ausgebaut werden. Außerdem geht es darum Kunden für eine richtige Kaufentscheidung zu Belohnen. Auch hierfür lieferte der Ökonom eine Idee. Retailer könnten Kunden nämlich über die Kundenkarte anspornen, etwa weniger CO2-lastige Produkte zu kaufen und damit Bonus-Punkte zu sammeln. In Sachen Identitäts-Bildung gibt es im LEH eine große Konkurrenz für Rewe, nämlich die Aldi-Tochter Hofer.

Gegen „gesundheitsfördernden Unsinn“

„Gesunde Ernährung und nachhaltiger produzierte Lebensmittel hängen aus Sicht von WWF zusammen“, vertritt Hanna Simmons, stellvertretende Geschäftsführerin des WWF Österreich, ihren Standpunkt. Das es aber gar nicht so einfach ist, zu erklären, was eine gesunde Ernährung eigentlich bedeutet, macht Spezialist Knop deutlich. Seiner Meinung nach gelangen durch die tägliche mediale Veröffentlichung von zu viel „gesundheitsförderndem Unsinn“ zu viele Meinungen insbesondere zu einer vermeintlich gesunderen Lebens- und Ernährungsweise in die Köpfe der Menschen. Er steht dafür ein, dass Menschen ‚Kulinarischen Körperintelligenz‘ vertrauen, also das essen auf was sie Lust haben, und nur so viel davon bis sie Satt sind. Deswegen sollte sich auch Rewe als „Supermarkt für alle die gerne genussvoll essen“ positionieren und nicht jedes weniger Vitaminreiche Lebensmittel aus den Regalen verbannen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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