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Rewe und BWB: Fronten verhärtet

06.03.2012

Die „nicht zielgerichtete Suche“ der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) behindere den Geschäftsbetrieb. Man hoffe, dass die Hausdurchsuchungen bald abgeschlossen seien und werde „keinerlei weitere Stellungnahmen zum laufenden Verfahren geben“, so Mag. Corinna Tinkler, Sprecherin der Rewe Group.

Kurz vor dem Auslaufen seiner Amtsperiode als Generaldirektor der Bundeswettbewerbsbehörde versucht Dr. Theodor Thanner noch einen großen Fisch zu fangen.

Öl ins Feuer war die Pressekonferenz der BWB am vergangenen Montag. BWB-Chef Dr. Theodor Thanner beklagte die Umstände, auf der die BWB bei ihren aktuellen Durchsuchungen im Rewe-Konzern in Österreich treffe. „Das Verhalten ist sehr aggressiv, von Entgegenkommen gibt es keine Spur“, sagte er. Der Verdacht, dem nachgegangen wird, seien „vertikale und horizontale“ Absprachen zwischen Händlern bzw. verbotene Vereinbarungen zwischen Lieferanten und Händlern.

Details wurden keine genannt. Der Durchsuchungsbefehl beziehe sich auf alle Produktgruppen, sagte der BWB-Chef, der wiederholt auf die sogenannte Kronzeugenregelung hinwies. Dieses sei „ein wichtiges Instrument in einem Kartellverfahren“. Bisher wurde umfangreiches Material sichergestellt. Dieses konnte allerdings nicht von der BWB ausgewertet werden sondern wurde – auf Wunsch der Rewe Group – versiegelt an das Kartellgericht weitergeleitet. Nach Darstellung der Behörde wird der Verdacht gegen Rewe seit Sommer 2011 untersucht, es seien ihr regelmäßig Auskünfte verweigert und die Ermittlungen hintertrieben worden. Rewe sieht sich dagegen als Opfer „medialer Vorverurteilung“ und „Rufschädigung“, wie der Konzern erklärte.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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