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Ritter Sport geht mit "Finca EL Cacao" neue Wege

03.04.2018

Mit einer eigenen Kakao-Plantage in Nicaragua geht der deutsche Schokoladenkonzern Ritter Sport eigene Wege auf dem Schoko-Markt. In Sachen Nachhaltigkeit kann kein Konkurrent mit Ritter mithalten. Trotzdem wird durch den anhaltenden Trend zur gesunden Lebensmitteln weniger Schokolade gekauft als in Vergangenheit.

"Besten Kakao kriege ich nur mit gut ausgebildeten Bauern, nicht mit Sklaven", erklärt Alfred Ritter, Chef des Schokoherstellers." Diesem Motto getreu hat Ritter eine eigene Kakao-Plantage gegründet. Rund eine Million Kakao-Bäumchen wachsen auf der unternehmenseigenen Farm "Finca El Cacao", die künftig ein Drittel des Ritter-Bedarfs am wertvollen Rohstoff abdecken sollen. Die 2.500 Hektar große Fläche und damit (nach Unternehmensangaben) größtes zusammenhängendes Kakao-Anbaugebiet der Welt, wird von 350 Menschen bewirtschaftet. Die Mitarbeiter erhalten neben einer Versicherung und einem Mindestlohn über dem nicaraguanischen Standard, ärztliche Versorgung, sowie Weiterbildungen. Um den Arbeitern das Leben zumindest etwas zu erleichtern lies Ritter auch eine eigenen Maschine zum Aufschneiden der Kakao-Früchte entwickeln. Bepflanzt wird die Farm, aus Rücksicht auf das Tierreich und die Biodiversität nur etwa zur Hälfte.

Darüber hinaus bezieht das Unternehmen schon seit vielen Jahren Kakao von mittlerweile rund 20 nicaraguanischen Kooperativen aus rund 3.500 Kakao-Bauern. Auch sie werden fair bezahlt und dabei unterstützt, die schwäbischen Qualitätsanforderungen zu erfüllen. Ähnlich geht das Unternehmen in Westafrika vor.

Differenzierungsmerkmal

Dass Ritter Sport durch diese Nachhaltigkeits-Initiative ganz vorne liegt bestätigt auch Friedel Hütz-Adams vom Bonner Südwind-Institut, das über gerechte Wirtschaftsbeziehungen forscht. Lob gibt es auch vom Zentrum für Nachhaltige Unternehmensführung (ZNU) der Uni Witten/Herdecke. "Das Beeindruckende bei Ritter Sport ist, dass sich die verantwortungsvolle Denke durch das ganze Unternehmen zieht", sagt Zentrums-Leiter Christian Geßner. Dafür hat Ritter Sport, als erster Schokoladenhersteller 2013 das ZNU-Nachhaltigkeitszertifikat erhalten. Marketing-Experte Martin Fassnacht von der Wirtschaftshochschule WHU bestätigt, dass dem Konzern im Bereich Nachhaltigkeit nicht unbedingt Konkurrenz droht, denn für Großunternehmen ist es schwierig, die benötigten Großmengen an Rohstoffen nachhaltigen zu beziehen. Das kann Ritter Sport als Differenzierungsmerkmal nutzen.

Allerdings ganz darauf Ausruhen darf sich der deutsche Schokoladenhersteller nicht. Der Großteil der Konsumenten ist nicht bereit für den gesellschaftlichen Nutzen mehr zu Zahlen. Außerdem macht ist der Schokoladenmarkt in Ländern wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien rückläufig, weil Konsumenten vermehrt auf Ihre Gesundheit achten und daher auf Süßigkeiten verzichten.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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