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RollAMA

12.07.2004

Die Agrarmarkt Austria Marketing untersuchte in ihrer jüngsten RollAMA-Marktstudie "Frische nach Regionen" Preisniveau von Frische-Lebensmitteln, Einkaufsfrequenzen, Aktionsanteile nach Bundesländern, Bekanntheit regionaler Marken und verglich die Pro-Kopf-Ausgaben für Lebensmittel mit der Kaufkraft. Der Erhebung zufolge gibt es deutliche Unterschiede zwischen West und Ost, Stadt und Land. Regionalität schafft Mehrwert für Produkte und Marken, so das AMA-Resümee.

West-Ostgefälle im Preisniveau von Frischeprodukten

Gemessen am österreichischen Preisdurchschnitt (=100%) werden Lebensmittel in Vorarlberg mit rund 111% am teuersten eingekauft, gefolgt von Tirol mit 107% und Salzburg mit 103%. Im Preismittelfeld liegen Wien, Niederösterreich, das Burgenland und Oberösterreich. Am unteren Ende mit rund 95,1% der Durchschnittspreise liegen Kärnten und mit 94,9% die Steiermark.

Höchste Kaufkraft ist in Wien, höchster Ausgabenindex in Vorarlberg

Die durchschnittliche Kaufkraft und die Bereitschaft, für Lebensmittel Geld auszugeben, weisen ebenso ein deutliches West-Ostgefälle auf. Die Vorarlberger, die über fast exakt den österreichischen Mittelwert an Kaufkraft (=100%) verfügen, weisen im Ausgabenindex pro Kopf einen Wert von 110% aus. Noch deutlicher ist diese Schere in Tirol. Bei einem Kaufkraftindex von nicht ganz 90%, liegt der Ausgabenindex dort bei nahezu 108%. Die Bereitschaft der Tiroler, für Lebensmittel mehr Geld auszugeben, zeigt sich auch am hohen Marktanteil von M-Preis (26% wertmäßig, mengenmäßig aber nur 22%).

Die Verhältnisse drehen sich in Wien jedoch merklich um. Die Kaufkraft der Bundeshauptstädter liegt bei immerhin 115%. Dem steht ein Ausgabenindex von nicht einmal 106% gegenüber. Kaufkraft und Ausgaben decken sich in Oberösterreich mit jeweils 97% exakt. Ähnlich ist das Verhältnis in der Steiermark, wo beide Werte bei rund 94% liegen. Das Burgenland bildet mit 92% der österreichischen Durchschnittskaufkraft das Schlusslicht und weist auch lediglich einen Ausgabenindex von weniger als 88% auf. Im Bereich Fleisch zeigen sich die Burgenländer aber als die wahren Genießer. Ihr Ausgabenindex in diesem Bereich liegt bei 108%. 63% der Burgenländer besuchen regelmäßig einen Fleischhauer. Der Österreichschnitt liegt hier bei 49%.

Die Steirer kaufen pro Monat durchschnittlich 17,3 Mal frische Lebensmittel ein, knapp gefolgt von den Oberösterreichern mit 17,2 Mal. Im Mittelfeld der Einkaufsfrequenzen liegt Niederösterreich mit 16 Mal und Kärnten mit 15,8 Mal. Die Wiener, die auch über die höchste Kaufkraft verfügen, lassen ihr Geld lieber in Restaurants und Lokalen und bemühen nur 14,7 Mal pro Monat einen Kaufmann.

In einem burgenländischen Haushalt wohnen statistisch gesehen 2,82 Personen, die über ein Einkommen von EUR 2.021,- verfügen. Die zweitgrößten Haushalte gibt es mit 2,54 Personen in Vorarlberg. Diese Haushalte verfügen jedoch lediglich über ein Einkommen von EUR 1.687,- und liegen damit im letzten Drittel auf der Einkommensskala. Die kleinsten Haushalte sind mit 1,92 Personen in der Großstadt Wien zu finden. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen jedoch liegt in Wien mit EUR 1.871,- im mittleren Drittel. Österreichweit gesehen besteht ein Haushalt durchschnittlich aus 2,35 Personen. Wien ist das einzige Bundesland, das unter diesem Durchschnitt liegt. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen liegt in Österreich bei EUR 1.834,-. Die größte Abweichung davon weisen die Salzburger Haushalte mit EUR 1.583,- auf.

Im österreichischen Durchschnitt werden 9,8% der Lebensmittel in Aktionen der Handelsketten gekauft. Die Oberösterreicher sind die preisbewusstesten und kaufen 11,5% in Aktionen, gefolgt von den Burgenländern mit 10,7%. Aktionskäufe spielen die geringste Rolle in Tirol mit 8,4% der Einkäufe, Vorarlberg mit 7,7% beziehungsweise 7,5% in Kärnten. In den westlichen Bundesländern liegt ganz klar Qualität und Regionalität vor dem Preisargument.

Die Daten der RollAMA (rollierende Agrarmarktanalyse der AMA
Marketing) beziehen sich auf Aufzeichnungen der Einkäufe von 1.400
österreichischen Haushalten im Jahr 2003.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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