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Wird der Apfel zum Symbol für politisch motivierte Handelshemmnisse?

Sanktionen: Rupprechter ruft zum Verzehr österreichischer Äpfel auf

19.08.2014

Der Landwirtschaftsminister sieht darin eine wirksame Strategie gegen das russische Importverbot. Die Konsumenten sollen heimischen Produkten den Vorzug gegenüber Importware geben.

Landwirtschaftsminister Andrä Rupprechter hat nach dem russischen Importverbot für europäische Lebensmittel nun eine Gegenstrategie parat: „Wenn jeder einen Apfel pro Woche mehr isst, dann können wir diesen Marktausfall im Obst- und Gemüsebereich schließen“, appellierte der Minister kürzlich im Ö1-„Morgenjournal“ an die Österreicher, zu mehr heimischen Produkten zu greifen.

Auch Krankenhäuser, die Gastronomie und Großküchen sollten regionalen Lebensmitteln den Vorzug geben, rief Rupprechter zu einem „nationalen Schulterschluss“ auf. Minister anderer Länder preschten zuletzt mit ähnlichen Appellen vor. Unter dem Twitter-Slogan „iss Äpfel gegen Putin!“ wurde etwa in Polen dazu aufgerufen, sich dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu widersetzen und die heimischen Landwirte zu unterstützen.

Die EU hat für die Bauern der Europäischen Union eine Hilfe von 125 Mio. Euro beschlossen. Laut Rupprechter befinden sich 400 Mio. Euro in „Krisenreserve“, die man seiner Meinung nach voll ausschöpfen muss. Auch das heimische Ministerium will Geld in die Hand nehmen und eine Infokampagne starten. Eine geplante Exportoffensive soll sich auf den Nahen Osten, Nordafrika und Asien konzentrieren.

Die Einbußen für die gesamte österreichische Agrar- und Lebensmittelbranche bezifferte der Landwirtschaftsminister in der Vorwoche mit 4,5 Mio. Euro. Die Preise für Äpfel sind bereits gefallen, dabei steht die Haupternte erst bevor.

Gute Apfelernte erwartet
Heuer wird eine österreichweite Apfelernte in der Größenordnung von 217.000 Tonnen prognostiziert, wie es auf Anfrage von der Landwirtschaftskammer Österreich hieß. Das Obst ist derzeit im Wortsinn wegen der Russland-Sanktionen in aller Munde. Rund 500 Tonnen heimischer Qualitätsäpfel habe Russland schon zurückgeschickt oder abbestellt, so der steirische LK-Präsident Franz Titschenbacher in einer Aussendung.
Die gesamte Apfel-Erntemenge in der EU – also in allen 28 Mitgliedsstaaten – dürfte 12 Millionen Tonnen erreichen. Das wäre eine Vollernte, hieß es indes vom Verband der Südtiroler Obstgenossenschaften (VOG) in einer Mitteilung gegenüber der APA. In Südtirol alleine wird eine Ernte von knapp 1,2 Millionen Tonnen heuer erwartet - „ein Spitzenergebnis“.
Den aktuell größten „Unsicherheitsfaktor in der Herbstvermarktung“ bietet laut VOG die zu erwartende Rekordernte von 3,5 Millionen Tonnen Äpfeln in Polen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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