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Sektsteuer ist ab 1. April Geschichte

23.03.2005

Absatzplus von 15 - 20 Prozent für heimische Schaumweine erwartet.

Auch wenn es wie ein Aprilscherz klingt: Ab 1. April fällt tatsächlich die Schaumweinsteuer auf alle Schaumweine mit einem Überdruck von mehr als drei bar ersatzlos. „Jetzt herrscht erstmals eine Gleichstellung für heimische Sektproduzenten gegenüber internationalen Anbietern“, freut sich die Österreichische Weinmarketing, die damit hofft, dem Frizzante-Boom der vergangenen Jahre Einhalt gebieten zu können.

Der Gesamtkonsum an Schaumwein (Sekt und Spumante) betrug im Jahr 2003 knapp 13 Mio. Liter, ein Rückgang von mehr als 21% seit 1997. Die Differenz zwischen heimischen Sekten und importierter Ware stieg in den vergangenen Jahren zu Gunsten der Importe stark an. Zusätzlich erhöhte sich im selben Zeitraum der Import von Frizzante-Produkten um mehr als 100%. Einer der Gründe dafür war sicherlich der Kostennachteil durch die Sektsteuer (Euro 1,3/Flasche, inkl. Mwst.), der die italienischen Frizzantes aufgrund des geringeren Innendrucks nicht unterlegen waren. „Wir sind aber keine Träumer. Das italienische Lebensgefühl, das Frizzante & Co durch geschicktes Marketing rüberbringen, muss man anerkennen. Und auch bei den extrem niedrigen Preisen mancher Produkte werden wir nicht mithalten können. Revolution erwarten wir uns also keine. Sehr wohl aber eine Trendumkehr und noch heuer ein Plus von 15 bis 20 Prozent für heimische Sekte“, so Rudolf Kobatsch vom Fachverband der Sektindustrie.
„Die heimischen Sekthersteller verwenden fast ausschließlich Sektgrundweine aus Österreich. Durch die Steuerbelastung wurde aber der Druck von billigen, sektsteuerfreien Frizzante-Produkten aus dem Ausland immer größer“, erklärt Josef Pleil, Präsident des österreichischen Weinbauverbandes, die zunehmende Problematik.

Rudolf Kobatsch erwartet jetzt vor allem im Lebensmittelhandel eine deutliche Reduktion der Sektpreise. In der Gastronomie sei es laut Kobatsch wohl betriebsabhängig, ob und wieweit der Preisvorteil an den Kunden weitergegeben werde. Der Preis sei hier auch nicht so sehr verkaufsfördernd. Diese Rechnung aufzustellen sei das Recht jedes Unternehmers.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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