Direkt zum Inhalt

Siegeszug der Eigenmarken in Deutschland hält an

27.02.2018

Das Geschäft mit Handelsmarken brummt. Die deutschen Verbraucher griffen letztes Jahr so oft zu Eigenmarken wie noch nie. Ihr Marktanteil ist im vergangenen Jahr auf 37,4 Prozent gewachsen.

Die deutschen Konsumenten stehen nach wie vor auf „Ja“, „Gut und günstig“, „Rewe beste Wahl“ oder „Edeka Select“. Insgesamt steigerten Edeka, Rewe, Aldi, Lidl und Co. nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) den Marktanteil ihrer Eigenmarken im vergangenen Jahr auf 37,4 Prozent. Das ist laut GfK ein neuer Rekord. Mit fast 50 Prozent liegt der Marktanteil bei Bio-Produkten besonders hoch. Gerade mit diesen Angeboten wollen die Lebensmittelhändler eine besonders attraktive, nämlich kaufkräftige Zielgruppe umwerben. Eigenmarken haben aber nicht nur im Bio-Bereich ein gutes Image. Mehr als 80 Prozent der Verbraucher sehen keine großen Unterschiede mehr zu der Qualität von Markenprodukten und Bescheinigen ein gutes Preis-Leistung-Verhältnis. Von diesem Trend weniger profitieren sogenannte „Mittelmarken“. Während bekannte Marken von Dr. Oetker oder Henkel dort nach wie vor einen unangefochtenen Platz haben, können sich weniger bekannte Hersteller immer schwerer, gegen die Eigenmarken behaupten.

Vom Diskonter abgeschaut

Besonders auffallend: Was früher die Spezialität von Diskontern war, wird immer mehr zur Domäne der großen Superketten. Beispielweise hat Rewe schon längst nicht mehr nur die Billigmarke "Ja" im Programm. Daneben gibt es auch die höher positionierten Eigenmarken "Beste Wahl" und "Feine Welt". Es gibt "Rewe Regional" für Obst und Gemüse, sowie "Rewe Bio". Außerdem hat Rewe die eigene Fleischmarke "Wilhelm Brandenburg", die Tierfuttermarke "Zooroyal" und die Marke "Rewe frei von" für gluten- und laktosefreie Produkte. Derzeit liegt der Eigenmarkenanteil bei Aldi bei mehr als 80, bei Lidl bei über 60 Prozent. Laut GfK-Experten verlieren die Eigenmarken bei Diskontern aber tendenziell an Bedeutung, weil diese immer mehr Markenprodukte in den Regalen haben.

Eigenmarken in Österreich

Das Geschäft mit den Eigenmarken läuft auch hierzulande mehr als gut. Gerade eben gab der Handelskonzern Spar bekannt, dass er mittlerweile über 40 Prozent seines Umsatzes mit Eigenmarken wie "S-Budget", "Premium" oder "Natur pur" macht. 2004 lag der Anteil noch bei 22 Prozent. Die Produkte aus eigener Produktion machen es nicht nur möglich Trends leichter aufzugreifen, vor allem machen sie unabhängiger von der mächtigen Markenartikelindustrie. Spar-Chef Gerhard Drexel will auf dem Erfolg weiter aufbauen, er hält einen Eigenmarken-Anteil von 50 Prozent für gut möglich. „Je reifer der Markt, desto höher der Anteil“, erklärt der Konzernleiter.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Thema
17.10.2018

Die EU plant die Richtlinie über unlautere Handelspraktiken (UTP) auf große agierende FMCG-Konzerne zu erweitern. Diese Änderungsanträge hätten alles andere als positive Folgen für den Handel.

Madlberger
09.10.2018

Weil immer mehr Markenartikel-Multis über die drei deutschsprachigen Länder Deutschland, Österreich und Schweiz eine gemeinsame Marketing- und Verkaufsorganisation stülpen, sehen sich heimische ...

Beim ersten Stakeholder Dialog suchte Lidl Österreich gemeinsam mit den Teilnehmern nach neuen Wegen und Möglichkeiten, ein noch nachhaltigeres Sortiment der Zukunft zu entwickeln.
Handel
08.10.2018

Über 40 Teilnehmer aus verschiedenen Bereichen sind der Einladung zum ersten Stakeholder Dialog von Lidl Österreich am 27. September gefolgt. Themenschwerpunkte waren die Zukunft des Essens und ...

Thema
08.10.2018

Marketagent.com veröffentlichte das große Markenranking „Close To Me“. Eines steht fest der Lebensmittelhandel schwirrt in den Köpfen der Österreicher.

SHOPPING-CENTER LJUBLJANA-ŠIŠKA
Thema
03.10.2018

Der Wettlauf zwischen den Immobilien-Investoren, die Invasion internationaler Fachmarktketten in den kleinen österreichischen Markt und der Verdrängungsfight zwischen  Diskontern und ...

Werbung