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Soja aus Österreich: Nachfrage bringt neue Wertschöpfung

28.07.2010

Der Verein Soja aus Österreich – ein Zusammenschluss von Soja-Bauern, Verarbeitern sowie Lebensmittelproduzenten aus Österreich – präsentiert die Erfolgsgeschichte Soja. „Soja ist sozusagen ein Superstar aus Österreich”, erörtert Matthias Krön, Obmann des Vereins Soja aus Österreich, die spannende Geschichte dieser Kulturpflanze. Entdeckt bei der Weltausstellung 1873 in Wien, führte Prof. Dr. Friedrich Haberlandt von der Hochschule für Bodenkultur bereits zwischen 1875 und 1877 die ersten Anbauversuche mit Soja in der westlichen Welt durch. 

„Soja hat zwischenzeitig von Österreich aus die Welt erobert“, so Krön weiter „und gewinnt in Österreich – nicht zuletzt durch unsere Aktivitäten – seit rund zehn Jahren wieder stark an Bedeutung. Soja ist eine in Österreich heimische Kulturpflanze mit langer Tradition, die eine Zeitlang in Vergessenheit geraten war“. Der Wunsch nach gentechnikfreiem Soja, dessen gesamte Wertschöpfung in Österreich liegt, führte dazu, dass Soja nunmehr wieder in Oberösterreich, Niederösterreich und dem Burgenland  in relevanten Mengen angebaut wird.

 

In der EU wurden im vergangenen Jahr bereits 890.000 Tonnen Soja produziert – Tendenz stark steigend. Addiert man zu den EU-27 noch den Balkan,  so werden auf einer Fläche von 500.000 Hektar 1,25 Millionen Tonnen Sojabohnen in Europa geerntet. Österreich belegt innerhalb der EU als Soja-Anbauregion – nach Italien und Frankreich – den stolzen dritten Platz nach Erntemengen und gehört damit zu einem sehr relevanten Anbaugebiet. „Hier ergeben sich tolle Chancen für die heimischen Landwirte“, erklärt Krön. Ein klarer Vorteil in Österreich: Durch die Zusammenarbeit in der ganzen Verarbeitungskette vom Landwirt bis hin zum fertigen Produkt wird die Nachverfolgbarkeit der Rohstoffe möglich. Ein Argument, das ganz klar für Sojaprodukte aus Österreich spricht.

 

Auf Österreichs Feldern werden heuer auf 34.000 Hektar Sojabohnen angebaut, das stellt ein Wachstum von fast 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar. Alleine in Oberösterreich werden auf 13.000 Hektar Sojabohnen kultiviert.  Die heimischen Soja-Ernteerträge lagen 2009 bei 74.000 Tonnen, davon stammt nahezu die Hälfte (32.000 Tonnen) aus Oberösterreich. Die Sojabohnen werden zum überwiegenden Teil in der Lebensmittelwirtschaft verarbeitet, ein Teil wird als Futtermittel verwertet.

 

„Unser klares Ziel im Verein Soja aus Österreich lautet, der Bevölkerung alternative, gesunde und ökologische Eiweißquellen aufzuzeigen und sie von der Kraft der Sojabohne im Rahmen der Ernährung zu überzeugen“, erklärt Krön. Die Produktvielfalt der 22 Vereinsmitglieder reicht vom Soja-Drink über den Fleischersatz Tofu bis hin zu salzigen und süßen Knabberereien aus der gesunden Sojabohne. In Summe werden 140 Produkte aus heimischem Soja erzeugt – die Produkte aus Österreich werden neben dem heimischen Lebensmittelhandel auch in über 30 Länder der Welt exportiert. „Soja ist ein Exportschlager. Die Strategie, entlang der gesamten Wertschöpfungs- und Produktskette auf Gentechnik zu verzichten, nachhaltig und wertorientiert zu produzieren, schätzen die Konsumenten im In- wie im Ausland“, freut sich Krön.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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