Direkt zum Inhalt
vlnr: Dr. Wolfgang Schwald (Geschäftsführer Rauch Fruchtsäfte), Prim. Univ.-Prof. Dir. Dr. Friedrich Hoppichler (Vorstand des vorsorgemedizinischen Insituts Sipcan und Präsident der Österreichischen Adipositasgesellschaft), Prof. Dr. med. Markus Metka (Präsident der Österreichischen Anti-Aging-Gesellschaft), Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Datz (Beirat für Ernährung der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie), a.o. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres, PhD (Präsident der

Spar, Ärzte und Lebensmittelproduzenten gründen Allianz gegen zu viel Zucker

03.04.2019

In den Räumlichkeiten der Österreichischen Ärztekammer wurde am 2. April 2019 auf Initiative von SPAR die zucker-raus-initiative, die Allianz gegen zu viel Zucker, vorgestellt.

Zweck der Initiative ist es, auf den erhöhten Zuckerkonsum der Österreicherinnen und Österreicher aufmerksam zu machen, aus Produkten Zucker zu entfernen und damit den Körper an weniger Süße zu gewöhnen. Diese Ziele sollen mittels eines Aktionsplans verwirklicht werden, der alle Bereiche der Gesellschaft zum Handeln auffordert. Die Allianzpartner sind: Spar, die Österreichische Ärztekammer, die Österreichische Adipositasgesellschaft, das vorsorgemedizinische Institut Sipcan, die Österreichische Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie, die Österreichische Anti-Aging-Gesellschaft sowie Rauch Fruchtsäfte und Berglandmilch.

Jetzt handeln!

„Zuckerreduktion passiert nicht von selbst“, resümierte Spar-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel. „Wir brauchen dringend effiziente Maßnahmen. Es muss gehandelt werden, um die Überzuckerung unserer Gesellschaft einzudämmen. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit Ärzten, aber auch Lebensmittelherstellern die zucker-raus-initiative, die Allianz gegen zu viel Zucker, gegründet. Uns Initiatoren geht es darum, aufzuzeigen, dass eine Wende beim Zuckerkonsum möglich ist“, stellt der Spar-Vorstandsvorsitzende die Allianz gegen zu viel Zucker im Rahmen der Pressekonferenz vor. „Als Vertreter der Ärzteschaft bin ich über jede Initiative glücklich, die Menschen dazu bewegt, sich gesünder und ausgewogener zu ernähren und die somit auch eine wichtige Rolle bei der Prävention von vermeidbaren Krankheiten einnimmt“, so der Präsident der Österreichischen Ärztekammer ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres. Die Allianzpartner sprachen zudem eine Einladung an Handel und Industrie aus, sich diesem Thema verantwortungsvoll zu widmen und sich an der Initiative zu beteiligen.

Schwerwiegende Folgen für die Gesundheit

Prof. Dr. med. Markus Metka, Gynäkologe und Präsident der österreichischen Anti-Aging-Gesellschaft, mahnte: „In den letzten fünf Minuten der Menschheitsgeschichte haben wir verlernt, uns bewusst, gesund und richtig zu ernähren“. 33,4 Kilogramm Zucker in Rohform, in verarbeiteten Lebensmitteln oder Getränken nehmen Herr und Frau Österreicher jährlich zu sich[1]. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt weniger als zehn Prozent der täglichen Kalorien als Zucker aufzunehmen, noch besser wären nur fünf Prozent. Das sind 18,3 Kilogramm oder 9,1 Kilogramm Zucker pro Person pro Jahr. Pro Tag und Kopf bedeutet dies statt heute 92 Gramm eine empfohlene Zuckermenge von 50 beziehungsweise idealerweise 25 Gramm Zucker, sechs Teelöffel oder sechs Zuckerwürfel, die in Speisen oder Getränken enthalten sein sollten[2]. Viele Lebensmittel enthalten ein Vielfaches dieser empfohlenen Tagesmenge an Zucker. „Dies kann beispielsweise die nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) hervorrufen. Hierbei handelt es sich um die weltweit häufigste Lebererkrankung, die zur Leberzirrhose und zum Leberkrebs führen kann. Übermäßiger Zuckerkonsum stellt für die Entstehung sowie auch für das Fortschreiten dieser Erkrankung einen wesentlichen Faktor dar. Eine Zuckerreduktion um lediglich 20 Prozent könnte eine Vielzahl dieser Erkrankungen verhindern“, erklärte Prim. Univ.-Prof. Dr. Christian Datz, Beirat für Ernährung der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie, potentielle Auswirkungen des übermäßigen Zuckerkonsums.

Weniger Süße als Chance

„In Österreich nehmen derzeit acht von zehn Personen mehr Zucker zu sich als von der WHO vorgegeben[3]. Ein Grund hierfür ist, dass sich viele Konsumenten nicht bewusst sind, in welchen Produkten sich Zucker versteckt. Hier sind sowohl Aufklärung als auch konkrete Maßnahmen der Industrie beziehungsweise des Handels gefragt. Setzen wir heute keine Akzente, droht für viele Menschen eine Zukunft mit z.B. Übergewicht, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, erklärte Prim. Univ.-Prof. Dir. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand des vorsorgemedizinsichen Instituts Sipcan, die Gefahren des versteckten Zuckers. „Egal ob jung oder alt, jeder Mensch soll eine ehrliche Chance haben, sich an weniger Süße gewöhnen zu können. Im Speziellen aber unsere Kinder, denn gerade im Kindesalter manifestieren sich Ernährungsmuster“, ergänzte der Experte.

Handel und Hersteller gemeinsam gegen zu viel Zucker

Anfang 2017 hat Spar intensiv begonnen, Zucker Gramm für Gramm aus den Produkten der Spar-Eigenmarken zu entfernen. „Wir setzen bewusst darauf, weniger Zucker in unseren Eigenmarken zu verarbeiten, um unseren Kundinnen und Kunden gesündere Lebensmittel bieten zu können. Wichtig ist uns, dass die Zuckerwahrnehmung der Konsumenten geschärft wird. Das heißt, wir reduzieren Zucker, anstatt ihn gegen Zuckerersatzstoffe auszutauschen. Dadurch soll der Kunde auch wieder an den Geschmack von weniger Süßem gewöhnt werden. Wir setzen hier ganz bewusst auf die Evolution des Geschmacksempfindens“, so Spar-Vorstandsvorsitzender Dr. Gerhard Drexel. Das Ziel ist es, 1.000 Tonnen Zucker bis Ende 2020 aus den Spar-Eigenmarken zu entfernen.

Keine künstlichen Süßstoffe

Nicht nur Spar, auch die Lebensmittelhersteller Berglandmilch und Rauch Fruchtsäfte haben sich der Reduktion von Zucker verschrieben und lehnen den generellen Austausch von Zucker gegen künstliche Süßstoffe klar ab. „Laufend werden unsere Rezepturen hinsichtlich der eingesetzten Zuckermenge überprüft und unter Einhaltung der hohen Rauch-Qualitätsansprüche an ein niedrigeres Niveau angepasst. Aktuelles Beispiel sind unsere neuen Rauch Juice Bar Tees, die ganz ohne Zuckerzusatz auskommen“, so Dr. Wolfgang Schwald, Geschäftsführer von Rauch. „Milch ist ein gesundes Lebensmittel. Wir bei Berglandmilch sehen es deshalb als unsere Verpflichtung, beim Thema Zuckerreduktion bei Milchprodukten Vorreiter zu sein. Ohne den Geschmack zu beeinträchtigen oder Süßstoffe und Aromen zuzusetzen, konnten wir den Gehalt von zugesetztem Zucker bei unseren Produkten bereits signifikant reduzieren“, zieht DI Josef Braunshofer, Generaldirektor von Berglandmilch, eine erste erfreuliche Bilanz.

zucker-raus-initiative stellt Aktionsplan vor

Nur das Angebot zu verändern, wäre im Sinne eines Paradigmenwechsels in der Ernährung zu wenig. So hat die zucker-raus-initiative einen Aktionsplan zu den Themenbereichen Zuckerreduktion, Prävention und Gesundheitsförderung sowie Information und Bildung ausformuliert und konkrete Schritte vorgeschlagen. Darunter fallen neben Zuckerreduktionszielen auch Maßnahmen wie der Ausbau von Bildungsangeboten an Schulen, die Weiterentwicklung der Qualitätskriterien von Schulbuffets und fundierte sowie verstärkte Berichterstattung und Information.

Der Aktionsplan ist unter www.zucker-raus-initiative.at abrufbar.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Der langjährige Leiter der Tann, Hubert Stritzinger, erhielt für seine besonderen Verdienste um die Fleischerbranche den goldenen „Lukullus“.
Handel
26.11.2019

Gleich fünf Mal erhielt Spar in diesem Jahr den „Lukullus“. Der „Lukullus“ ist die höchste Auszeichnung der Fleischbranche und wird von der AMA Marketing GmbH alle zwei Jahre vergeben.

Über 120 Absolventinnen und Absolventen freuten sich über ihren erfolgreichen Abschluss bei Spar.
Handel
22.11.2019

Spar ist im Handel mit 2.300 beschäftigten Lehrlingen Österreichs größter privater Lehrlingsausbildner. Am 21. November fand traditionsgemäß die Abschlussfeier OÖ im Kulturraum Trenk.S in ...

Betriebsratsvorsitzender Günter Zeiner, Familienbeauftragte Kerstin Putzenlechner, Spar-Geschäftsführer Mag. Alois Huber und Filialmitarbeiterin Dominka Zaric freuen sich über die erneute Auszeichnung des Unternehmens als „Familienfreundlicher Arbeitgeber“.
Handel
21.11.2019

Seit der ersten Zertifizierung im Jahr 2016 hat sich vieles getan: Flexible Arbeitszeitmodelle, aktives Karenzmanagement und Mobile Working für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Büro sind ...

Sindy Bauregger hat es geschafft: Sie startete als Feinkost-Mitarbeiterin, bereits ein Jahr später wurde sie Feinkost-Abteilungsleiterin. Nach internen Aus- und Weiterbildungen ist sie nun Feinkost-Gebietsleiterin bei Spar.
Karriere
11.11.2019

Spar sucht aufgrund stetiger Expansion in Wien und Niederösterreich 200 neue, top motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Job in einem Spar-, Eurospar- oder Spar-Gourmet-Markt bietet ...

v.l.n.r.: Mag. Martin Wäg (Vorstand Kastner & Öhler), Mag. Herbert Beiglböck (Caritasdirektor), DI Eva Hödl (Leiterin Caritas Lerncafés), Katharina Fink (Regionalkoordinatorin youngCaritas) und Mag. Christoph Holzer (Spar Steiermark Geschäftsführer) bei der Spendenübergabe.
Handel
11.11.2019

Die erste „Coffee to help“-Initiative von Spar in der Steiermark ging in Graz gemeinsam mit Kastner & Öhler und der youngCaritas über die Bühne. An zwei Ständen schenkten Mitarbeiterinnen und ...

Werbung