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Spar: Wir sind über den Branchenschnitt gewachsen

21.03.2005

Im Rennen um die Führung im Lebensmitteleinzelhandel in Österreich macht die Spar dem Mitbewerb Druck aus der zweiten Position.

Aufgrund der Veröffentlichung der jährlichen Unternehmenszahlen der Spar Österreichische Warenhandels-AG stand Dr. Gerhard Drexel LK-Handelszeitung in einem Gespräch für Fragen und Antworten zur Verfügung.
LK-Handelszeitung: Die gesamte Branche erlitt 2004 einen Rückgang von 0,6%. Sie hatten ein Plus von 2,5% zu verzeichnen. Woher stammt diese positive Entwicklung?
Mit unserem Inlandswachstum von plus 2,5% liegen wir exakt 3,1 Prozentpunkte über der Branchenentwicklung. Darüber freuen wir uns. Im Ausland konnten wir unsere Umsätze um plus 12,4% steigern. Das höchste Wachstum erzielten wir in den neuen EU-Beitrittsländern Slowenien, Ungarn und Tschechien mit insgesamt plus 24%.
Wurde das Inlandswachstum durch teure Expansion erkauft?
Das Inlandswachstum von plus 2,5% holten wir primär durch Mehr-Umsätze auf der bestehenden, unveränderten Fläche: Hierauf entfielen plus 1,5%. Die Expansion mit
neuen Standorten trug plus
1,0% zu unserem Inlandswachstum bei.
Welche Vertriebsschienen und Regionen waren besonders vom Wachstum verwöhnt?
Stark gewachsen sind wir vor allem in Vorarlberg. Obwohl die Firma Sutterlüty im November 2003 zu Rewe wechselte – Sutterlüty setzte im Jahr rund 75 Millionen Euro um –, konnten wir diesen Abgang gut verkraften. Die Konsumenten sind den Spar-Eigenmarken treu geblieben und gehen aus diesem Grund nun noch häufiger in unsere Spar-Märkte einkaufen. In Vorarlberg hatten wir in 2004 auf unveränderter Fläche die beste Umsatzentwicklung.
Deutlich über der Branchenentwicklung konnten unsere selbstständigen Spar-Kaufleute wachsen. Sie sind das Rückgrat der Spar und einer unserer größten Wettbewerbsvorteile im Vergleich zu den filialisierten Mitbewerbern.
Die Spar-Organisation erreichte 2004 in Österreich einen Umsatz von 4,39 Mrd. Euro. Insgesamt haben wir mit der Spar Österreich-Gruppe im In- und Ausland erstmals die Schallmauer von 7 Mrd. Euro durchstoßen.
Wie sieht die Erfolgsstrategie aus?
Unser Erfolg beruht auf einer Doppelstrategie. Auf der einen Seite kommt das dynamische Wachstum, wie bereits erwähnt, von unseren ca. 740 innovativen Einzelhandels-Kaufleuten. Hier sind wir die besten in der Branche, nicht zuletzt aufgrund der laufenden Modernisierungsoffensive.
Auf der anderen Seite bauen wir auf die starken Eigenbetriebe: Spar-Gourmet, Spar-Supermärkte, Eurospar, Interspar, Maximarkt. Hier entwickeln
wir uns sehr dynamisch: Wo immer es noch gute Standortmöglichkeiten gibt, möchten
wir sie nutzen und tun dies auch – zusätzlich zu unserem Ziel, auf bestehender Fläche noch mehr Umsatz zu generieren. Im laufenden Jahr wollen wir 25 neue Märkte in Österreich eröffnen.
Können Sie einige Beispiele nennen?
Beispielsweise wollen wir einige Interspar-Märkte zu überregionalen Einkaufszentren ausbauen. In Bau befinden sich derzeit die Projekte Erweiterung des Shopping-Centers Europark Salzburg, Q19 – ein innerstädtisches Einkaufszentrum im 19. Wiener Gemeindebezirk mit Interspar –, das Atrio Shopping-Center in Villach und der Murpark in Graz.
Die Diskussionen um Preisschlacht und Diskonter reißen nicht ab. Was haben Sie vor, um Ihre Konsumenten zu binden?
Seit vielen Jahren setzen wir neben dem Preis auch alle weiteren Instrumente im Rahmen des Marketing-Mix ein: top-moderne Modellmärkte in allen Größenordnungen vom Nahversorger bis zum Hypermarkt, innovative Ladenatmosphäre, Sortiments- und Markenvielfalt, regionale Vielfalt, Frische, Service, Freundlichkeit und Kundenorientierung. Wir fördern freundliche und kompetente Mitarbeiter und lassen uns von Diskontern nicht beirren. Natürlich ist ein scharf und knapp kalkuliertes Sortiment Voraussetzung.
Die jüngste ACNielsen Shopper Trend Studie besagt, dass der Konsument einen niedrigen Preis schon als selbstverständlich ansieht. Wichtig ist ihm, die Produkte rasch und einfach zu finden. Kommen Sie dem entgegen?
Selbstverständlich, wir haben präzise Regalbelegpläne, abgestuft auf die Größe der
Märkte und die Region. Wir leiten unsere Kunden nach bestimmten Prinzipien durch den Markt.
Ihr Mitbewerber plant in Deutschland eigene Bio-Märkte. Ist das für Sie ein Thema für die Zukunft?
Nein, ich finde, Bio-Produkte darf man nicht ghettoisieren, sondern man muss sie integrieren: dorthin, wo der Konsument am liebsten einkaufen geht. Ich würde es als Fehler ansehen, eine eigene Kette mit Bio-Produkten aufzuziehen.
Vielen Dank für das ausführliche Gespräch.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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