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Auch wenn 2017 ein herausforderndes Jahr war, ist LGV-Vorstand Floran Bell mit der vergangenen Saison zufrieden

Stabiles Ergebnis für LGV-Frischgemüse

09.11.2017

LGV-Frischgemüse ist mit der vergangenen Saison zufrieden:  In einem herausfordernden Marktumfeld  erwirtschaftete die Gärtnergenossenschaft stabile Absatz- und Umsatzergebnisse und legte den Grundstein für eine innovative Wachstumsstrategie.

Auch wenn die endgültigen Zahlen noch nicht vorliegen, es wird ja auch noch im Winter Gemüse verkauft, hat LGV-Frischgemüse das klassische Gemüsejahr für heuer abgeschlossen. Alles in allem ist die Genossenschaft mit 107 Gemüsebauern mit dem diesjährigen Ergebnis zufrieden. 2017 war aber kein leichtes Jahr. Nach einem relativ kalten Winter lagen auch in den Monaten April bis Mai sowohl die Temperaturen als auch die Lichtverhältnisse unter dem langjährigen Durchschnitt, was zu einer geringeren Ernte führte. Während der restlichen Saison war der Absatz stabil, konnte aber nicht übermäßig gesteigert werden. „Wir hatten zwar einen sehr warmen Sommer, aber in der Früh war es Großteils eher trüb, das hemmt das Wachstum der Pflanzen, auch wenn es warm ist“, erklärt LGV-Vorstand Florian Bell. Bis Ende Oktober ernteten die LGV-Gärtner rund 34.500 Tonnen Gemüse und damit um 4,6 Prozent weniger als im vergangenen Jahr. Der diesjährige Umsatz beträgt etwas mehr als 60 Millionen Euro. Auch hier gab es einen Rückgang gegenüber 2016, wo der Umsatz bei fast 65 Millionen Euro lag. Schuld daran war aber nicht nur die geringere Ernte, sondern auch das niedrige Preisniveau in ganz Europa.

Neue strategische Ausrichtung

Nichtsdestotrotz zieht Bell ein positives Resümee über die vergangene Saison. „2017 war ein Transformationsjahr für die LGV. Es hat sich viel in der strategischen Ausrichtung und der Führung des Unternehmens getan.“ Unter dem Blickwinkel des großen Positionierungsprojekts „LGV 2016-2020“, das Mitte letzten Jahres ins Leben gerufen wurde, lag der Fokus laut Bell klar auf der Stärkung der Marke und der direkten Kommunikation zu den Endkonsumenten: „Einen ersten großen Schritt haben wir erfolgreich im Juni 2017 gesetzt, als wir das erste LGV-Gärtnergschäftl in Wien eröffnet haben.“ Das Geschäft in der Kettenbrückengasse im 4. Bezirk ist zu einem Ort der Begegnung und eine Innovationsschmiede geworden. Durch den persönlichen Kontakt zu den Kunden kann der größte heimische Gemüseerzeuger besser auf die Kundenbedürfnisse eingehen und bekommt wichtige Informationen für die Entwicklung neuer Produkte, die dann auch für den Lebensmitteleinzelhandel interessant sind.

Weiterentwicklung des Kundengeschäfts

Auch im kommenden Jahr soll das direkte Kundengeschäft weiter entwickelt werden: Im Frühjahr wird das Gärtnergschäftl mit dem LGV-Gärtnerkistl, das bereits vor einigen Jahren eingeführt wurde, operativ zusammengelegt. Kundinnen und Kunden können weiterhin wie gewohnt frisches Gemüse online bestellen und erhalten die Lieferung österreichweit am nächsten Tag. Die Abwicklung der Bestellungen läuft über das Gärtnergschäftl. Das Sortiment wird um die Produkte des täglichen Bedarfs wie Nudeln, Marmelade, Säfte oder Müsli sowie Frischeprodukte wie Käse oder Joghurt ergänzt.

Verpackungs-Relaunch geplant

Auch sonst stehen in der nächsten Saison die Zeichen auf Wachstum: „Wir wollen noch attraktiver für unsere Handelspartner und am PoS werden“, so Bell. Verantwortlich dafür zeichnet unter anderem der neue Vertriebsleiter Thomas Hudribusch, der von Alleinvorstand Bell ins Boot geholt wurde. Gemeinsam möchte man auch neue Mitgliederbetriebe ansprechen, „mit einer starken Marke und einem attraktiven Gesamtangebot“. An Maßnahmen ist unter anderem ein Verpackungs-Relaunch geplant, wobei für die Konsumenten die Kernkompetenzen der LGV-Frischgemüse stärker herausgearbeitet werden sollen, nämlich die Regionalität der Produkte sowie die einzelnen Gärtnerinnen und Gärtner, die hinter den Produkten stehen. Im Fokus bleiben heimische Produkte und die Entwicklung von Spezialitäten. Auch Bio ist ein Thema für die Gärtnergenossenschaft. „Da und dort, wo es Sinn ergibt, wird umgestellt“, erklärt Bell.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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