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Statistik Austria: Lebensmittelpreise seit 1994 unterdurchschnittlich gestiegen

09.08.2007

Zu den teilweise sehr emotional geführten Diskussionen über Preiserhöhungen im Lebensmittelhandel (in den Medien war von "Preisschock" und "Preisexplosionen" die Rede) hat die Statistik Austria heute umfangreiches Zahlenmaterial veröffentlicht, das die Situation in einem anderen Licht zeigt:

Betrachtet man beispielsweise die Entwicklung vom EU-Beitritt bis zum ersten
Halbjahr 2007, so ist das allgemeine Preisniveau um durchschnittlich 24,8% gestiegen, jenes für die Ausgabengruppe "Ernährung und alkoholfreie Getränke" aber nur um 18,4%, also um ein Viertel weniger als die durchschnittliche Inflation.

In der Periode vor der Euro-Einführung (1994 bis 2001) stieg laut Statistik Austria das allgemeine Preisniveau um 12,5%, die Preise für "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" jedoch nur um 5,9%. Somit war die Inflation in dieser Periode doppelt so hoch wie die durchschnittlichen Preissteigerungen bei Lebensmitteln.

Bei "Milch, Käse und Eiern" gab es in dieser Periode sogar Preisrückgänge um durchschnittlich 2,8%. Obwohl sich die Preise für "Brot und Getreideprodukte" um 4,3% steigerten, wiesen die Erlöse für Weizenmehl ein durchschnittliches Minus von 22,3% aus. Die größten Preisrückgänge waren im Jahr des EU-Beitritts (1995) zu beobachten: Vollmilch wurde um 10%, Weizenmehl um 29%, Mischbrot um 3,8% und Eier um 1,2% billiger. Derart ausgeprägte Verbilligungen bei Lebensmitteln waren seither nicht mehr zu beobachten.

Im Gegensatz dazu zeigt sich seit der Euro-Einführung ein etwas anderes Bild. Die Inflation von 2001 bis zum ersten Halbjahr 2007 beträgt 10,9%, die Preise für "Ernährung und alkoholfreie Getränke" sind durchschnittlich um 11,7% gestiegen, also etwas mehr als der durchschnittliche Anstieg aller Produkte und Dienstleistungen im Warenkorb. Den größten prozentuellen Anstieg findet man bei "Brot und Getreideprodukten", seit der Euro-Einführung sind die Preise in dieser Ausgabengruppe um 14,9% angestiegen. Weizenmehl, das in der Periode vor der Euro-Einführung starke Preisrückgänge aufwies (-22%) entwickelte sich seit der Euro-Einführung mit 12% nur leicht über dem Durchschnitt.

Bei der Kategorie "Milch, Käse und Eier" zogen die Preise mit 11,9% um einen Prozentpunkt mehr an als die Inflation (10,9%) in dieser Periode. Bei "Fleisch und Fleischwaren" war die Preisentwicklung mit 9,8% leicht unterdurchschnittlich, wobei Rindfleisch deutlich höhere Anstiege verzeichnete als Schweinefleisch.

Vergleicht man die Preise von Juni 2007 mit dem Vorjahreszeitraum, so hat innerhalb der Ausgabengruppe "Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke" mit rund einem Viertel die Kategorie "Fleisch und Fleischwaren" (+3,7%) den größten Anteil an den durchschnittlichen Preissteigerungen im Jahresabstand. Hier haben vor allem die Preise für Rindfleisch deutlich angezogen (während die Erzeugerpreise unter dem Vorjahresniveau lagen).

Für ein weiteres Fünftel der Preissteigerungen bei Nahrungsmitteln zeichnen mit einem Plus von 4,6% die Ausgaben für "Milch, Käse und Eier" verantwortlich. Vollmilch, die den größten Ausgabenanteil innerhalb dieser Warengruppe ausmacht, stieg seit Juni 2006 um durchschnittlich 4,7%. Brot und Getreideprodukte haben im Jahresabstand um 3,7% angezogen und sind für ein weiteres Fünftel verantwortlich. Neben Weizenmehl (+6%) wurden Gebäck und Semmeln um jeweils 5% teurer, Spezialbrot zog um 4% und Weißbrot um 6% an.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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