Direkt zum Inhalt

Streit um MHD geht in die nächste Runde

30.08.2017

Auf Grund einer Greenpeace-Umfrage unter den größten österreichischen Molkereien kritisiert die NGO scheinbar willkürliche Festlegungen des MHD bei Milchprodukten. Im Visier steht auch Lebensmittelhändler Spar. 

Bei industriell hergestellter Butter unterscheidet sich das Mindesthaltbarkeitsdatum bis zu 45 Tage. Das ist nur eines der Ergebnisse der neuen Umfrage von Greenpeace in heimischen Molkereien. Aber nicht nur das verärgert die Umweltschutzorganisation. Denn Milchprodukte die vor den Feiertagen abgefüllt werden scheinen in der Regel ein längeres Mindesthaltbarkeitsdatum zu haben, als jene die zu feiertagsfreien Phasen produziert wurden.

Nach Konsumentensprecherin Nunu Kaller lieferte die Studie allerdings den Beweis, dass der Handel bestimmte Produkte mit einem unnötig kurzen MHD versehen lässt. Denn einige Hersteller gaben zu, dass das Datum auf Wunsch des Handels gekürzt wird. Deswegen und vor allem , weil Butter und co. hierzulande immer unter denselben Hygiene-Standards hergestellt werden, verlangt Greenpeace erneut eine branchenübergreifende und vereinheitlichte Messung von Mindesthaltbarkeitsdaten. 

Spar weist Vorwürfe zurück

Um auf die starken und scheinbar unbegründeten Differenzen zwischen den unterschiedlichen MHDs bei denselben Lebensmitteln aufmerksam zu machen, nannte Greenpeace die Spar Bio-Butter als Beispiel: Die 250-g-Packung soll mindestens 55 Tage genießbar sein, die 125g Butter allerdings ganze 60.

Der Lebensmittelhändler beruft sich darauf, dass die Butter von unterschiedlichen Herstellern (Berglandmilch und Kärntner Milch) kommt und es sich daher nicht um idente Produkte handelt. Spar bestreitet außerdem jegliche Beeinflussung der Erzeuger und bezeichnet die Umfrage in einer Aussendung sogar als populistische Kampagne. Das stieß Alexander Egit, dem Geschäftsführer von Greenpeace Österreich natürlich sauer auf: "Ich verlange von Spar eine Entschuldigung. Es ist inakzeptabel, einer wissenschaftsbasierten Organisation Populismus vorzuwerfen“.

 

Werbung

Weiterführende Themen

Thema
27.06.2018

Hornbach Österreich hat einen wichtigen Schritt für den Handel hat gemacht: Die Einführung der sechsten Urlaubswoche. Die Lebensmittelbranche wird diesem Beispiel nicht folgen, zumindest ...

Thema
05.06.2018

Greenpeace hat die Brühwurst, von der jährlich über 8.600 Tonnen im Lebensmittelhandel verkauft werden, zum Thema eines neuen Reports gemacht.

Thema
28.05.2018

Die aktuelle Studie der Diabetes Gesellschaft (ÖDG) zeigt: Zwei Drittel der Milchprodukte im LEH sind zu süß. Auch der Trend zum Zusatz von Süßstoffen nimmt in einem besorgniserregenden Maß zu. ...

Thema
22.05.2018

Die Wirtschaft in Österreich floriert, allerdings profitieren nicht alle Branchen davon. Gerade im Einzelhandel, kann sich nur die Lebensmittelbranche oben halten. Besser läuft es im Kfz- und ...

Bei der Präsentation der Studie (v. l.): Frank Hensel, Rainer Will und Andreas Kreutzer
Handel
17.05.2018

Der Handelsverband und Branchenradar haben die  gemeinsame Studie „Handel in Zahlen. Neu gedacht" veröffentlicht. Sie gibt einen Einblick in Österreichs Handelslandschaft und Konsumentenausgaben. ...

Werbung