Direkt zum Inhalt

Studie

05.11.2004

Das Wifo beschreibt eine Wettbewerbspolitik, in der kleine Volkswirtschaften den Wettbewerb optimal einsetzen können.

Die Erfahrungen mit der Liberalisierung von Netzwerkbranchen sind uneinheitlich: Während der Wettbewerb auf den Telekommunikationsmärkten durch die Implementierung eines Regulierungsregimes, das den Dienstleistungswettbewerb forciert, eine deutliche Verbilligung für die Konsumenten brachte, blieb die "Liberalisierungsdividende" auf den Energiemärkten aufgrund der Erhöhung von Steuern und Abgaben sowie wegen hoher Netzgebühren deutlich unter den ökonomischen Möglichkeiten und unter den von der Politik geweckten Erwartungen. Darüber hinaus wirkten Konzentrationsprozesse in Form von Fusionen der Entwicklung eines funktionierenden Wettbewerbs auf den österreichischen Energiemärkten entgegen.

Wettbewerb schafft Oligopole
Eine wachstumsorientierte Wettbewerbspolitik hat in Österreich aufgrund hochkonzentrierter Marktstrukturen vergleichsweise großen Spielraum:

· Wettbewerbspolitik sollte nicht am Ziel perfekten Wettbewerbs per se ausgerichtet sein, sondern vielmehr an funktionierendem Wettbewerb. In Abhängigkeit von den Marktbedingungen können deshalb auch oligopolistische Marktstrukturen gerechtfertigt sein, wenn die Stückkosten mit steigender Produktion sinken oder eine größere Zahl von Teilnehmern Systemvorteile bringt (Netzwerkeffekte). Sie bedürfen allerdings einer entsprechenden Regulierung und einer effektiven Missbrauchsaufsicht.

· Da eine Intensivierung des Wettbewerbs eine Zunahme der Marktkonzentration (und damit eine Verringerung des Wettbewerbs) zur Folge hat, steht die Wettbewerbspolitik in diesem Zusammenhang vor einer besonderen Herausforderung.

· Jene Märkte, auf denen Unternehmen durch wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen eine marktbeherrschende Stellung erworben haben oder aufrecht erhalten, sollten von der Wettbewerbspolitik besonders interessiert beobachtet werden. Marktmacht, die ausschließlich das Ergebnis von unternehmerischen Innovationsaktivitäten ist, erfordert hingegen keine Intervention der Wettbewerbspolitik.

· Die Wettbewerbspolitik soll sich zudem besonders auf hochkonzentrierte Märkte konzentrieren. Auf Märkten mit weniger als fünf starken unabhängigen Konkurrenten sind wettbewerbsbeschränkende Verhaltensweisen deutlich wahrscheinlicher sind als auf Märkten mit vielen Mitbewerbern.

· Eine innovations- und wachstumsorientierte Wettbewerbspolitik hat vergleichsweise großen Spielraum. Dass eine Intensivierung des Wettbewerb der Volkswirtschaft schadet, ist dagegen für die meisten Märkte sehr unwahrscheinlich. Das gilt insbesondere für kleine offene Volkswirtschaften wie Österreich mit teils hochkonzentrierten Märkten. In vielen Fällen ist diese Konzentration weniger das ökonomisch gerechtfertigte Resultat herausragender unternehmerischer Innovationsleistungen als vielmehr das Ergebnis einer Industrie- und Wettbewerbspolitik, die im Bestreben "nationale Champions" zu schaffen, Arbeitsplätze zu sichern usw. die Fusionskontrolle nur unzureichend wahrgenommen hat.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Industrie
28.09.2020

Nach fast 20 Jahren wurde das schon etwas in die Jahre gekommene Design zeitgemäß überarbeitet und präsentiert sich mit klar strukturiertem Logo.

Markenartikel
28.09.2020

Ganz im Einklang mit der Nachhaltigkeitsstrategie von Nutricia Milupa wird ab Oktober ein Teil des Aptamil Portfolios in Bio-Qualität angeboten. Damit geht Nutricia Milupa auf den Wunsch ...

Die Wiener Tafel, mit 21 Jahren die älteste heimische Tafelorganisation, fungiert als Schnittstelle zwischen Lebensmittelspenden und bedürftigen Menschen. Darüber hinaus will man die unnötige Entsorgung genießbarer Lebensmittel in Privathaushalten durch Informationen und mehr Vertrauen in die eigenen Sinne bekämpfen.
Thema
28.09.2020

Am 29. September ist der 1. International Day of Awareness of Food Loss and Waste, den die UN ins Leben gerufen hat. Damit macht die UN verstärkt auf das Problem der Lebensmittelverschwendung ...

Das Land Oberösterreich und Spar setzen ein starkes Zeichen für ein „GewaltFREIES Leben“: Jakob Leitner, Geschäftsführer der Spar-Zentrale Marchtrenk, Sozial-Landesrätin Birgit Gerstorfer (Mitte), sowie Natascha Wimberger (l.), Marktleitung im Eurospar Passage City Center, und ihre Stellvertretung Rebecca Reischl (r.).
Thema
28.09.2020

„GewaltFREIES Leben – auch für Sie!“. So heißt die neue Informationskampagne des Landes Oberösterreich gemeinsam mit der Spar-Zentrale Marchtrenk. In über 250 Spar- und Eurospar-Märkten werden ...

Hofer-CEO Horst Leitner und Ventocom-Geschäftsführer Michael Krammer dürfen sich über die erste Million Kunden für ihre Marke HoT freuen.
Handel
25.09.2020

Seit mehr als fünf Jahren begeistert die Hofer Mobilfunk-Exklusivmarke HoT mit maßgeschneiderten Angeboten sowie dem Versprechen, niemals teurer, sondern nur günstiger oder besser zu werden und ...

Werbung