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Studie Tiefkühlkost

12.07.2002

Hier eine Kurzzusammenfassung der Eskimo-Iglo-Studienergebnisse, die dem Handel potentielle Umsatzpotentiale aufzeigen und gleichzeitig schmerzliche Schwachstellen bloßlegen:

• Im Schnitt sind etwas mehr als die Hälfte aller TKK-Käufe geplant. Die Wahl der Einkaufsstätte orientiert sich folglich auch an TKK: Märkte mit einem umfangreichen Angebot sowie einer perfekten Warenpräsentation haben bei den Österreichern immer die Nase vorn.

• Weil weniger als die Hälfte aller TK-Konsumenten auf Vorrat kauft, wirkt sich das Sortiment jeweils positiv oder negativ auf Kundenfrequenz aus.

• Ein heißes, weil heikles Thema: die Ausverkauftraten. Warum? Weil sie voll auf das Konto der POS-Mannschaften gehen. Wer nicht ausreichend Ware in der TK-Abteilung lagernd hat bzw. nicht rechtzeitig nachbestellt, raubt sich selbst wertvolle Umsätze. Ein Drittel der Konsumenten kauft bei Out of Stock nämlich kein Ersatzprodukt! Zudem besteht die reale Gefahr, daß der enttäuschte Kunde zum Mitbewerber wechselt.

Nimmt man die einzelnen TK-Produktgruppen genauer unter die Lupe, so zeigt sich, daß der Verkaufspreis eine gerne überschätzte Einflußgröße darstellt. Eine für den Handel erfreuliche Tatsache, die anhand von vier konkreten Beispielen zu belegen ist:

• Gemüsekäufer sind typische Markenkäufer. In Zahlen: Weniger als ein Viertel der Gemüsekonsumenten kauft nach dem Preis.

• Für Fischkonsumenten ist der Geschmack oberstes Entscheidungskriterium. Erst danach wählt er zu 38 Prozent nach Preis und Marke. Weitere 26 Prozent achten daneben auf die Verpackungsgröße.

•l Nur jeder Fünfte entscheidet bei Fertiggerichten nach dem Preis. Wirklich wichtig sind der gute Geschmack des Produktes sowie die große Auswahl.

• Pizzakäufer sind nicht preissensitiv. Das heißt: Für mehr als 50 Prozent sind primär Geschmack und Sortenvielfalt ausschlaggebend; der Faktor Preis tritt klar in den Hintergrund.

Mit Blickrichtung Diskonter muß es dem klassischen Handel daran gelegen sein, eigene Stärken weiter auszubauen und die Konsumentenbindung zu erhöhen. Um das Kind beim Namen zu nennen: Es ist so wenig ratsam wie erfolgversprechend, Hofer mit seinen eigenen Waffen schlagen zu wollen.
Tiefkühlkost ist in den vergangenen Jahren immer mehr zu einem echten Schlüsselsortiment geworden. Leistungsfähigkeit und Modernität eines Ladens werden von den VerbraucherInnen nicht zuletzt am Tiefkühlangebot gemessen. Trotz aller Unterschiede drängt sich ein Vergleich mit den Feinkost- und Fleischabteilungen auf. Und tatsächlich: Den TK-Waren attestieren die Käufer ausgeprägten „Frische-Charakter“ bei gleichzeitig hohen Qualitätserwartungen. Wie aber verhält sich der Verbraucher am POS, wie sind seine Kaufentscheidungen motiviert?

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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