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Auch wenn die Chinesen aufgrund ihres Neujahrs heuer nicht so zahlreich erschienen, war die ISM 2017 in Köln doch recht gut besucht.

Süßer Catwalk

ISM
13.03.2017

Die ISM in Köln hat es der Welt wieder einmal gezeigt. Dass sie nämlich in Bezug auf Süßwaren sehr wohl ein Treffpunkt für Trendscouts ist.

Wenn man nun die Neuheiten erwartet, die die gesamte Welt revolutionieren, dann wird man enttäuscht sein. Die Hersteller leisten seriöse Arbeit und setzen ihre Linie konsequent fort: Innovationen werden regelmäßig gelauncht, um den Konsumenten Anreize zu schaffen, und die Produktqualität erlebt neue Höhen. Ein Thema war auf der ISM jedoch so spürbar, wie nie zuvor: Nachhaltigkeit. Wer meint, das Thema sei schon längst gegessen, der irrt gewaltig. Die Gründe dafür sind offensichtlich: wenn man mit Kakaoanbau in den Ursprungsländern weiter so rücksichtslos verfährt, dann wird der Rohstoff deutlich dezimiert und damit unbezahlbar werden. Manche Hersteller sichern sich ihre Versorgung durch eigene Plantagen ab, andere setzen auf das Cacao-Programm von Fairtrade, das in den Anbauländern ganze Arbeit leistet und nicht nur sozial fortbildet, sondern auch wirtschaftlich. Der Anbau neuer Pflanzen ist nämlich das Um und Auf für die Zukunft. Der nächste Schlag, der die Branche strapazieren wird, ist die Diskussion um Zucker und Palmöl.  Der Gesamtmarkt Süßwaren in Österreich 2016 ist 900,9 Mio. Euro schwer, den größten Anteil haben Kekse/Waffeln/Schnitten (18,8%) und Schokolade Total (18,3%). (Nielsen MAT 2016).

GfK-Süßwarentrends 2016

Süßwaren sind sehr beliebt bei den österreichischen Haushalten: Nahezu jeder hat zumindest einmal im Jahr 2016 ein Süßwarenprodukt erstanden. 95% aller Haushalte haben zumindest einmal zu einem Produkt aus der Kategorie „Kekse/Waffeln/Schnitten/Biskotten“ gegriffen. Neun von zehn Haushalten kaufen Tafelschokolade.

In den letzten Jahren ist die generelle Kauffrequenz der Österreicher im LEH+DFH stetig gesunken. Als Impuls­kategorie stehen Süßwaren kaum auf dem Einkaufzettel und sind vom Trend seltener einzukaufen betroffen, da Kontaktchancen reduziert werden. Wurden Süßwaren im Jahr 2013 noch 62 x pro Jahr gekauft, so lag die Einkaufsfrequenz im Jahr 2016 nur noch bei 59 x. Die Kategorie hat für den Handel eine extrem große Umsatzbedeutung und belegt im FMCG-Warenkorb-Ranking Platz 3. Diskonter haben bei Süßwaren eine überdurchschnittlich starke Bedeutung: Der Umsatzanteil liegt im Totalmarkt (inkl. Harddiskont, Fachgeschäfte etc.) bei fast 32%, und absatzmäßig haben die Diskonter sogar einen Marktanteil von knapp über 40%.

Trotzdem haben Eigenmarken bei Süßwaren nur einen unterdurchschnittlichen Umsatzanteil. Während bei FMCG der Private Label Share bei circa 33% liegt, sind es bei Sweets nur 20%. Bei drei Kategorien gibt es deutlich höhere Pri­vate Label-Anteile: bei den Keksen/Waffeln/Schnitten/Biskotten, Müsliriegeln und bei Lebkuchen, Spekulatius, Baumkuchen, Dominosteine, Zimtsterne. 

Im Vergleich zum Vorjahr ist der Umsatzanteil von Private Labels bei Sweets gestiegen, dies liegt jedoch nicht an den Diskontern, sondern an den Verbraucher- und Supermärkten. Diese haben 2016 verstärkt auf Eigenmarkenprodukte gesetzt. Im Diskont ist hingegen in den letzten Jahren durch verstärkte Markenlistungen der Eigenmarkenanteil gesunken.

Süßwaren werden gern in Aktion (subjektive Wahrnehmung des Haushalts) gekauft – etwa 29% des Umsatzes entfallen auf Aktionsware, was leicht unter dem Durchschnitt von FMCG (exkl. Frische Produkte) liegt. Rekordhalter bei Promotions ist Tafelschokolade mit einem Promotion­share von 48%.

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