Direkt zum Inhalt

Supermärkte im Netz

07.07.2005

In der Theorie sprechen viele Argumente für Online-Supermärkte, wie beispielsweise keine Warteschlangen an den Kassen, die bequeme Lieferung nach Hause und die Unabhängigkeit von Öffnungszeiten.

Tatsächlich erledigen aber lediglich 7,3 Prozent der web-aktiven Bevölkerung "regelmäßig" ihren Lebensmittel-Einkauf übers Web. 19,6 Prozent tun es gelegentlich, 18,5 Prozent eher selten, 40,9 Prozent haben es noch nicht getan, können es sich aber grundsätzlich vorstellen und 13,7 Prozent werden ihren täglichen Einkauf auch in Zukunft nicht über das Internet erledigen. Das ergibt eine aktuelle Studie des Online-Marktforschungsinstituts Marketagent.com, die mehr als 22.000 Interviews aus Österreich, Deutschland und der Schweiz umfasst.

Mehr als die Hälfte der Befragten (53,9 Prozent) kauft lieber im Geschäft ein, weil sie die Waren auch anschauen und angreifen möchte und für fast ebenso viele (45,4 Prozent) ist Einkaufen ein Erlebnis, bei dem gerne neue Produkte und Innovationen angesehen werden. Der soziale Kontakt zu anderen Menschen beim Einkaufen im Supermarkt ist noch für 20,4 Prozent ausschlaggebend. Hingegen empfinden 19,0 Prozent das Einkaufen im Supermarkt als lästig, lieber würden sie die dafür aufgewendete Zeit anders nützen. 18,4 Prozent geben an, es wäre ihnen am liebsten, wenn sie alle Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs übers Internet kaufen könnten und ins Haus geliefert bekämen und 6,8 Prozent wären auch bereit, für die Lieferung der Lebensmittel etwas mehr zu bezahlen.

"Bei den meisten dieser Aussagen stimmen Frauen und Männer nahezu überein: Während bei den Frauen (49,6 Prozent) das Einkaufserlebnis etwas mehr zählt als bei den Männern (41,2 Prozent), sind es wiederum mehr Männer, die das Einkaufen im Supermarkt als lästig empfinden und ihre Zeit lieber anders nützen würden (Männer: 21,5 Prozent, Frauen: 16,5 Prozent). Lieber als die Frauen würden sie übers Internet kaufen und sich beliefern lassen (Männer 20,2 Prozent, Frauen: 16,5 Prozent), wofür sie auch bereit wären, etwas mehr zu zahlen (Männer: 8,3 Prozent, Frauen: 5,3 Prozent).", so resümiert Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent.com, die Ergebnisse im Detail.

Für etwa zwei Drittel ist die Haptik beim Einkaufen entscheidend: So bemängeln 63,3 Prozent, dass man im Online-Supermarkt nur eine Abbildung der Waren sieht. Fast ebenso störend finden 62,6 Prozent die Verrechnung von Zustellkosten. Als weitere Argumente gegen das Shoppen im Online-Supermarkt wird von den mehr als 22.000 Befragten noch Folgendes genannt: Der Verlust des Einkaufsflairs (36,8 Prozent) und des persönlichen Kontakts (34,5 Prozent), Sicherheitsbedenken bei der Bezahlung (33,8 Prozent), überteuerte Waren (32,5 Prozent), ein eingeschränktes Sortiment (26,5 Prozent), die geringere Auswahl (23,9 Prozent) und die Unübersichtlichkeit (16,9 Prozent).

Hingegen gibt es auch eine Reihe von Vorteilen, die mit dem Einkauf im Online-Supermarkt verbunden werden: Der Wegfall von Warteschlangen an den Kassen (81,3 Prozent), die bequeme Lieferung nach Hause (77,7 Prozent), die Unabhängigkeit von den Geschäftszeiten (75,9 Prozent), die Bestellmöglichkeit von zu Hause/vom Büro (67,7 Prozent). Weiters werden noch folgende Argumente als positiv gewertet: Die Zeitersparnis (30,4 Prozent), die bargeldlose Bezahlung (29,7 Prozent), die geringere Verleitung zu Impulskäufen (27,9 Prozent) und die Einfachheit der Bestellung (23,3 Prozent). Ein kleiner Wermutstropfen: Lediglich 7,6 Prozent bewerten Online-Shops übersichtlicher als konventionelle Lebensmittelhändler.

Trotz alledem sind etwa 8 von 10 (82,7 Prozent) der Befragten der Meinung, dass Online-Supermärkte konventionelle Geschäfte "eher nicht" bzw. "auf keinen Fall" verdrängen werden. Nur eine Minderheit von 2,8 Prozent ist davon überzeugt, dass virtuelle Supermärkte die Zukunft sind, 14,5 Prozent sehen dies als "zumindest wahrscheinlich" an.

Studien-Steckbrief:
- Methode: Computer Assisted Web Interviews (CAWI), Online-Befragung
- Drei-Länder-Studie: Österreich, Deutschland und die Schweiz
- Panel-Size: > 75.000 Mitglieder (plus 50 pro Tag)
- Sample-Größe: n = 22.760 Netto-Interviews
- Feld: Frühjahr/Sommer 2005
- Grundgesamtheit: web-aktive Personen zwischen 14 und 69 Jahren
- Studienleitung: Mag. Thomas Schwabl, Marketagent.com

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

Zufrieden mit dem Ergebnis: Die beiden dm-Geschäftsführer Petra Gruber und Harald Bauer
Handel
22.10.2018

Die Drogeriekette dm hat im Geschäftsjahr 2017/2018 den Umsatz im Teilkonzern Österreich/CEE um acht Prozent gesteigert, in Österreich liegt das Umsatzplus bei gut zwei Prozent. Das Besondere ...

Karriere
22.10.2018

Im niederösterreichischen Traditionsbetrieb Farm Gold steht seit März Karin Reindl an der Spitze. Bisher wurde das Unternehmen als Familienbetrieb geführt und stand wegen mangelnder ...

Thema
22.10.2018

Wo kauft der Kunde der Zukunft seine Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs ein? Die aktuelle Studie der der globalen Strategie- und Marketingberatung Simon-Kucher & Partners versucht ...

Thema
22.10.2018

Die neue Kampagne der WKO-Sparte Handel soll die Vielfalt an Ausbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten im Handel zeigen. Die Zielgruppen der Initiative sind Jugendliche, Eltern und Entscheider ...

International
22.10.2018

Vom 19. bis 21. Februar 2019 findet die Handels-Fachmesse EuroCIS in Düsseldorf statt. Gezeigt werden die aktuellsten Trends sowie Konzepte für den Handel von morgen.

Werbung