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Supermarktangestellte fälschten Gutscheine - geschnappt!

15.01.2020

Zwei leitende Wiener Supermarktangestellte haben eine Sicherheitslücke in ihrem Unternehmen ausgenützt. Sie fälschten Gutscheine in Millionenhöhe und lösten sie ein. Am Mittwoch wurde das Duo zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt.

Zwei Cousins prellten ihren Arbeitgeber um einen sechsstellingen Betrag - dann klickten für beide die Handschellen.

Die Cousins arbeiteten seit Jahren bei der Supermarktkette. Einer als Regional-, der andere als Filialleiter. Bei einer Schulung hatte der 28-Jährige Regionalleiter erfahren, dass auf der Übungskassa für Lehrlinge Gutscheine ausgedruckt werden können. Diese werden im Zentralsystem nicht registriert, sind aber dennoch gültig. Der 28-Jährige holte seinen Cousin ins Boot: Während der eine Schmiere stand, produzierte der andere Gutscheinkarten mit einem Gesamtwert von 316.000 Euro.

Supermarktkette merkt Unregelmäßigkeiten

Dann wartete das Duo drei Monate und löste die Coupons vorsichtig in einer Filiale ein – das klappte ohne Probleme. Somit wurden in einem zweiten Angriff weitere Gutscheine hergestellt, insgesamt verfügten die Männer über Wertkarten in Höhe von einer Million Euro. Damit deckten sie sich nicht nur mit Produkten aus dem Supermarkt ein. Die beiden kauften auch die im Kassabereich erhältlichen Wertkarten etwa vom Internet-Händler Amazon. Sie bestellten Laptops, Uhren, Handy, oder auch Goldmünzen und -barren.

Im September 2019 war Schluss. Der Supermarktkette waren Unregelmäßigkeiten beim Einlösen der Gutscheine aufgefallen. Das Duo wurde festgenommen. „Es war meine Idee“, sagte der 28-Jährige am Mittwoch dem Schöffengericht. „Es war eine Grenze bei mir erreicht.“ Der Regionalleiter hatte bereits 70.000 Euro Schulden durch seine Spielsucht angehäuft. Daher die Idee mit dem Gutscheinbetrug.

„Dann ist die Gier dazu gekommen.“

Auf die Frage des Richters, warum sie mit den Gutscheinen nicht einfach ihre Schulden beglichen und es damit gut sein ließen, meinte der Erstangeklagte: „Dann ist die Gier dazu gekommen.“ Der hohe Schaden und die hohe kriminelle Energie ist den Männern vor Gericht erschwerend angelastet worden. Die beiden zeigten sich jedoch geständig, sind bisher unbescholten und haben den Schaden teilweise schon gutgemacht. Daher fiel das rechtskräftige Urteil mit drei Jahren Haft – ein Jahr davon unbedingt – im unteren möglichen Bereich aus.

 

Quelle: ORF.at

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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