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Tiefkühlkost

21.03.2007

Der Boom von Fertiggerichten beschleunigt das Marktwachstum bei tiefgefrorenen Lebensmitteln. Waren im Wert von 324,4 Millionen Euro kommen aus dem Eis.

Mit einem Umsatz von rund 78 Millionen Euro ist tiefgekühltes Gemüse (inkl. Obst) das größte Segment, es stagniert aber auf hohem Niveau (+ 0,6%). Ganz anders die Entwicklung bei Fisch und Meeresfrüchten – dieses Segment konnte im Vorjahr mit einem Wachstum von sechs Prozent auf knapp über 69 Mio. Euro zulegen. Dr. Rainer Hermann, Chef der marktdominierenden Iglo GmbH, sieht den Fisch „als nachhaltigsten Profiteur der BSE-Krise.“

Marktentwicklung
Der Trend zu gesunder Ernährung lässt auch weiteres Marktwachstum erwarten. Das Segment Pizza/Snacks/Baguette, vor Jahren noch Wachstumsmotor des Gesamttiefkühlmarktes, musste 2005 als einziges Teilsegment einen leichten Rückgang (– 0,4%) verdauen, ist mit 62,3 Mio. Euro aber immer noch die drittstärkste Warengruppe. Wie es aussieht, jedoch nicht mehr lange. Denn mit einem satten Plus von 8,6% konnte im Vorjahr die Warengruppe Tiefkühlfertiggerichte und -suppen stark zulegen und hält mittlerweile bei einem Marktvolumen von 60,4 Mio. Euro. Alle genannten Zahlen beziehen sich auf das ACNielsen-Universum. Nicht enthalten sind Diskonter, Tankstellenshops und Direktzusteller wie Eismann und Bofrost.
Perspektiven
Warengruppenspezialistin Mag. Ulrike Pesta, Senior Client Executive bei ACNielsen: „Die Tiefkühl-Warengruppen entwickelten sich 2006 unterschiedlich. Das größte Plus zeigen TK-Fertiggerichte, vor allem Hauptmahlzeiten, die über Innovationen des Marktführers punkten konnten. Auch TK-Fisch erreicht weiterhin ein schönes Umsatzplus, das von Aktionen, aber auch von Neuprodukten herrührt. Weiteres Wachstumssegment waren TK-Torten, wo sich der Trend zu Convenience stark auswirkt und wo Innovationen das Wachstum stimulierten. Stabil waren hingegegen die Umsätze bei TK-Gemüse und bei TK-Pizzen/Snacks/Baguettes – hier scheinen Hofer, Lidl und andere Vertriebskanäle punkten zu können.“
Drei Prozent der Österreicher konsumieren täglich Gerichte zum Mitnehmen oder Tiefkühlkost, berichtet das Institut Markant Market Research. Bei je zehn Prozent steht „schnelles Essen“ einmal pro Woche bzw. einmal im Monat auf dem Speiseplan. Etwa sieben Prozent greifen zwei bis drei Mal pro Woche zu Zeit sparenden Ernährungsformen. Klare Nummer 1 der Fast Food-Anhänger sind fertige warme Speisen. 58 Prozent der Konsumenten bevorzugen dabei Mahlzeiten, die direkt an Ort und Stelle gegessen oder in einer Warmhaltebox mitgenommen werden können. Knapp die Hälfte favorisiert klassische Wurstsemmeln. Bei ebenso vielen erfreuen sich Tiefkühlprodukte großer Beliebtheit. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Mahlzeit liegen bei etwa 4,30 Euro.
Eingekauft wird oft im Supermarkt – etwa ein Viertel der Befragten (1.000 Personen ab 15 Jahren) erwirbt dort Snacks und Fertiggerichte. Hauptargument für den Konsum von Fertiggerichten ist ganz klar die Zeitersparnis. 69 Prozent der Konsumenten greifen aus diesem Grund zu einem raschen Imbiss. Essen auf dem Weg (42 Prozent), Bequemlichkeit (37 Prozent) sowie Gusto und Geschmack (24 Prozent) sind ebenfalls wesentliche Motive.

Anbieter
Die im Vorjahr vom britischen Finanzinvestor Permira von Unilever übernommene Tiefkühlkostsparte Iglo ist in Österreich Marktführer im Tiefkühlkostgeschäft. Iglo ist die Nummer 1 in den Segmenten TK-Fertiggerichte und Suppen, TK-Fisch und Meeresfrüchte, TK-Gemüse (und Obst), TK-Mehlspeisen und TK-Kartoffelprodukte. Aus dem Bereich TK-Pizza/Snacks/Baguette ist Iglo 2005 ausgestiegen. In diesem Segment sind Dr. Oetker und Wagner die führenden Anbieter, bei TK-Torten ist Coppenrath & Wiese die unangefochtene Nummer 1.
Was den share of voice bei den Anbietern betrifft, hat Iglo seit Jahren mit der ebenso beliebten wie erfolgreichen österreichischen Ski-Herren-Nationalmannschaft ein nahezu unschlagbares Aushängeschild und – zumindest in der Zeit von Oktober bis März – garantierte Medienpräsenz.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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