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Tiefkühlkost - Die Hardware

12.07.2002

TK-Geräte zählen im Handel bekanntlich zu den teuersten Einrichtungsgegenständen. Das betrifft nicht nur die Anschaffungs-, sondern vor allem die Betriebskosten.

So wird sich ein acht Meter-TK-Set monatlich mit rund 6000 Schilling bemerkbar machen. Faktum ist: Moderne Geräte sind sparsamer und sprechen den Kunden besser an. Ohne entsprechende Investitionen gerät man leicht ins Hintertreffen.

In den meisten Supermärkten kommen heute TK-Truhen und -Schränke zum Einsatz. TK-Sets nutzen die vorhandene Verkaufsfläche besser aus und entsprechen auch den aktuellen Verbraucherwünschen.
In Truhen erwartet der Käufer eher einfache Waren bzw. rechnet mit Unordnung. Zwar goutiert man die breite Übersicht; aber man muß sich bücken und wühlen, was als lästig, ja manchmal sogar als unkultiviert empfunden wird. Vitrinen enthalten dahingegen besondere Qualitäten.
Sie schützen die Produkte in den Augen der Käufer besonders gut: Hier befindet sich folglich der richtige Platz für hohe Qualitäten und ebensolche Preise.
Für das Laden-Image mitentscheidend ist die Gerätekonfiguration allemal. Vereinfacht gesagt: Je mehr Vitrinen vorhanden sind, desto höher wird der Leistungs- und Qualitätsstandard eingestuft. Moderne Geräte signalisieren den sensiblen Verbrauchern das Gefühl von Sicherheit (Stichwort: Kühlkette und Lebensmittelverderb).

Wenn es um den idealen Platz für die TK-Abteilung innerhalb des Marktes geht, gibt es recht unterschiedliche Positionen, die ihre individuellen Stärken und Schwächen haben. Während manche Händler das TK-Sortiment gerne in der Nähe von Feinkost- und O&G-Abteilung sehen (Argument: Frische), geben die anderen einer Plazierung im Kassengang den Vorzug (Argument: mehr Impulskäufe, kürzere Unterbrechung der Kühlkette). Ganz andere Überlegungen stecken hinter einer „shop in shop“-Lösung: Tiefkühlkost ist hier vollkommen eigenständig und verfügt, professionelle Präsentation vorausgesetzt, über ausreichend Anziehungskraft.
Neben verkaufspsychologischen Überlegungen will auch der Rechenstift bemüht werden: Wie groß ist eine schlagkräftige und rentable TK-Abteilung? Die Antwort hängt von Geschäftsgröße bzw. Geschäftstyp ab. Doch gibt es auch praxisgeprüfte Kennzahlen, die zur Orientierung dienen können.
Lebensmittelgeschäfte mit Verkaufsflächen zwischen 300 und 400 Quadratmeter brauchen zumindest acht Laufmeter, um ein überzeugendes Angebot unterzubringen. In Supermärkten mit 400 bis 600 Quadratmeter sollte zumindest ein zehn Laufmeter TK-Set vorhanden sein. Jenseits der 600er-Grenze sind 15 Laufmeter (und mehr) eine Größenordnung, die Sortimentskompetenz verspricht. Die großen Verbrauchermärkte gehen heute (bei steigender Tendenz) nicht unter 40 bis 50 Laufmeter in den Wettbewerb.

Ausnahmslos alle führenden Lebensmittelkonzerne waren im Jahr 2000 damit beschäftigt, ihre strategisch starke TK-Position wiederherzustellen und/ oder auszubauen. Daher wird großzügig in Know-how investiert. Auch steht man in den Konzernzentralen nicht an, erhebliche Geldmittel locker zu machen. Schließlich ist klar: Die Schlacht wird am POS und nicht am Grünen Tisch geschlagen.

Alle „Hardware“ nutzt aber herzlich wenig, wenn die POS-MitarbeiterInnen nicht entsprechend informiert/motiviert werden können. Branchenprofis drängen darauf, unbedingt einen Spezialisten als TK-Verantwortlichen zu installieren. Und zwar auf Einzelhandelsebene genauso wie im GH-Bereich Einkauf und Marketing.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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