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Tiefkühlkost - Superverkäufer am POS

05.09.2002

Handelsunternehmen tendieren verstärkt dazu, Premium- und Handelsmarken aus dem üblichen Verkaufsmöbel heraus zu nehmen und in eigenen Warenträgern zu präsentieren, um durch diese Sonderplatzierung einen Mehrumsatz am Point of Sale (POS) wie Kassenzone oder Impulspunkt zu erzielen. Dies gilt vor allem für gekühlte Produkte.

Handelsunternehmen tendieren verstärkt dazu, Premiummarken aus dem üblichen Verkaufsmöbel heraus zu nehmen und in eigenen Warenträgern zu präsentieren.

Wegen der Vielfalt im Lebensmittelhandel gibt es bei Kühlgeräten und –systemen keine „Normmöbel“. Jeder Betrieb hat seine eigenen Vorstellungen über die Präsentation der Waren. Notwendig ist es jedenfalls, das reichhaltige Warensortiment bestens für den Kunden auszustellen. Dabei sollte unter anderem auch auf die richtige Höhe, Lichtverhältnisse, Erreichbarkeit, usw. geachtet werden. Der Durchschnitt der österreichischen Geschäfte ist gut mit Kühlgeräten ausgestattet. Es sind jedoch laufend Erneuerungen notwendig, bedingt durch den anhaltenden Trend zur Tiefkühlkost, frischeres Obst und Gemüse, bessere Einhaltung der Temperaturen, Wärmerückgewinnung, Glastürschränke an Stelle von offenen Regalen sowie einem noch höheren Hygienestandard. Eine andere Meinung besagt, die Ausstattung des österreichischen Lebensmittelhandels sei im Ganzen gesehen gut. Es liege aber in einzelnen Bereichen wie z.B. Convenience oder Feinkostpräsentation noch ein Riesenpotenzial brach, welches durch entsprechendes Merchandising und Präsentation ausgeschöpft werden könne.
Ein klassisches, aber stets aktuelles Thema der diesjährigen EuroShop waren Kühlmöbel für den Handel. Das EHI-EuroHandelsinstitut, Köln, prognostizierte im Rahmen seiner Studie „Kühlung im Handel 2001“ leicht verbesserte Aussichten für die Branche. Den Aussagen des Handels nach zu urteilen, können die Hersteller von Kühlmöbeln mit gedämpften Optimismus in die Zukunft blicken. Denn über 70 Prozent der deutschen Handelsunternehmen, die sich an einer im Vorfeld der EuroShop 2002 vom EHI durchgeführten Befragung zu „Trends bei Kühlmöbeln im Handel“ beteiligten, gehen davon aus, dass die innerhalb der nächsten zwei Jahre geplanten Ersatzbeschaffungen im Vergleich zum vorausgegangenen Zweijahreszeitraum höher ausfallen werden. Mit Abstrichen sind die deutschen Ergebnisse auch auf österreichische Verhältnisse anwendbar, sind aber in jedem Fall ein Trendbarometer für den Handel und die Hersteller.

An der Studie beteiligten sich in erster Linie Filialisten und Einkaufsgesellschaften. Eine zurückhaltende Beteiligung war dagegen bei den reinen Discountunternehmen zu verzeichnen. Aussagen und Ergebnisse speziell für Discountmärkte können daher in dieser Auswertung nur in sehr beschränktem Maße getroffen bzw. veröffentlicht werden.
Zunächst ging es in der Untersuchung um die in den gängigen Vertriebslinien vorhandenen Kühlmöbeltypen und ihren Platzbedarf. Dabei werden in Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern im Durchschnitt knapp 19 m Länge für Bedienungstheken veranschlagt, in Supermärkten mit 12,5 m etwa ein Drittel weniger. Im wesentlichen betrifft dies die Sortimentskategorien Fleisch & Wurst, Käse und Feinkost. Bei Kühlregalen für Selbstbedienungsware lauten die entsprechenden Resultate 30,1 bzw. 17,7 m.
Für Discountmärkte können vergleichbare Werte für diese Vertriebslinie nur geschätzt werden. Wenn man die durchschnittlichen Verkaufsflächen von Discountgeschäften denen von Supermärkten beispielsweise anhand der EHI -Betriebsvergleiche gegenüberstellt, kann von etwa 13 bis 15 m ausgegangen werden. Bedienungstheken werden üblicherweise im Discountbereich nicht angetroffen.

Kühltruhen für den Plus-Kühlungsbereich werden – die Discounter wiederum außen vor gelassen – nur in jedem dritten Geschäft eingesetzt, vor allem in den größeren Verbrauchermärkten und SB-Warenhäusern und in Ergänzung zu den Wandregalen, niemals jedoch diese ersetzend. Für Tiefkühlgeräte sind in den großen Betriebsformen mit mehr als 1.500 m2 Verkaufsfläche ca. 48 m anzusetzen, mehr als doppelt soviel wie in den Supermärkten mit 23,1 m, wobei hierzu anzumerken ist, dass in der Auswertung Schränke, Truhen und Sets zusammengefasst wurden. Impulseistruhen, werden in der nachfolgenden Tabelle gesondert ausgewiesen. Steckerfertige Geräte haben sich inzwischen im Lebensmitteleinzelhandel etabliert und erreichen Anteile zwischen knapp 9 % in den Supermärkten und mehr als 15 % in den großen Betriebsformen, auch in den Discountern kommen sie immerhin auf 10 %. Die „klassischen“ Verbundanlagen werden vermutlich aber auch weiterhin klar dominieren.
Die Bereitschaft zu Ersatzinvestitionen ist da, so lauten zumindest die Statements aus den verschiedenen Häusern. Etwa drei Viertel der befragten Unternehmen gehen von einer Erhöhung der Ersatzinvestitionen in den kommenden zwei Jahren aus, der Rest hält zumindest ein konstantes Niveau für realistisch. Überraschender Weise ist die Verbesserung der Warenpräsentation wichtigstes Kriterium für einen Geräteaustausch. Fast 90 % der an der Erhebung beteiligten Unternehmen nannten diesen Grund. Erst an 2. Stelle, gemeinsam mit der Verbesserung des gesamten Laden-Outfits von etwa zwei Drittel der Unternehmen angeführt, folgt die Reduzierung des Energieverbrauchs. Eine höhere Wartungsfreundlichkeit wurde nur von einem Drittel der Unternehmen ins Feld geführt und spielt somit eher eine untergeordnete Rolle.

Die weitere Reduzierung des Energieverbrauchs wird dennoch am häufigsten als Forderung gegenüber den Herstellern für künftige Verbesserungen genannt, weitere Potenziale werden auch in einer wirkungsvolleren Beleuchtung gesehen. Die zunehmende Internationalisierung des Handels, die sich z.B. in einer länderübergreifenden Ausrichtung einzelner Vertriebslinien ausdrückt, ist immerhin für knapp 56 % der befragten Handelsunternehmen ein Thema. Einheitlich die Aussage, das Ländergrenzen kein Anlass für eine Präferenz unterschiedlicher Hersteller oder Geräte geben, d. h., auch bei länderübergreifenden Vertriebslinien werden die gleichen Möbel verwendet.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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