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Tiefkühlkost wird 75 Jahre alt

02.06.2005

Das Zeitalter von Spinat und Fisch in Würfelform begann vor 75 Jahren. Für den Durchbruch der modernen Gefriertechnik sorgte der Amerikaner Clarence Birdseye, ein Mann mit Kombinationsgabe und Weitblick. Bei einer Grönland-Reise sah er, wie Eskimos ihren Fang einfach zur Seite warfen und der eisige Wind das Fleisch in nur wenigen Minuten gefror. Der Fischvorrat hielt den ganzen Winter und – das war das Entscheidende – schmeckte auch nach dem Auftauen noch unverändert frisch.
1876 hatte der Deutsche Carl von Linde eine Kältemaschine mit Ammoniak-Verflüssigung entwickelt. Industriell wurde die Technik dann erstmals mit Tiefkühlverfahren des Dänen A.J.A. Ottesen im Jahr 1911 angewandt. Bis in die zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts fand man aber keine Lösung, die Qualitätsverluste bei gefrorenen Nahrungsmitteln zu vermeiden.
Den Aha-Effekt erlebte dann Birdseye bei den Eskimos: Gefrieren in der Natur bei Temperaturen um minus 40 Grad ging offenbar viel schneller als maschinell. Von dieser Erkenntnis angetrieben, reiste Birdseye zurück in die Vereinigten Staaten und stützte sich auf die bisherigen Erkenntnisse der Tiefkühlforschung. 1924 hatte er es geschafft: Die erste Schockgefrieranlage funktionierte. Damit konnte man Fisch, Fleisch, Gemüse und Obst endlich zufrieden stellend konservieren. Birdseye produzierte die ersten Haushaltspackungen mit tiefgefrorenem Gemüse und lieferte direkt an Kunden.
Der Durchbruch in der industriellen Tiefkühlung gelang jedoch erst einige Jahre später mit der Erfindung des Plattenfrosters, einem Schrank mit gekühlten Platten, und der Schaffung der Tiefkühlkette von der Fabrik bis zu den Gefriergeräten in den Geschäften.
Die ersten industriell verarbeiteten und schockgefrorenen Lebensmittel brachte der Erfinder am 6. Juni 1930 in den USA unter seinem Namen „Birds Eye“ auf den Markt. 1938 eröffnete er eine Niederlassung in Großbritannien und verkaufte im Jahr darauf die Europa-Lizenz für die von ihm erfundenen Plattenfroster an die deutsche Firma Solo Feinfrost GmbH. Diese nahm unter dem neuen Namen Unilever schon bald die Serienproduktion von Tiefkühltruhen auf.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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