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Martina Hörmer, Geschäftsführerin der Rewe-Eigenmarken und Franz Pazek, Eier-Bauer und Tonis-Lieferant der ersten Stunde, informieren über den Relaunch der Marke.

Tonis Freilandeier nehmen neuen Anlauf

21.03.2019

Nach schwierigen Zeiten und der Übernahme der Marke durch Rewe geht die Premium-Eiermarke neu aufgestellt an den Start.

Tonis Freilandeier war 1988 von einem Idealisten gegründet worden und hatte hohe Ansprüche: Die Lebensbedingungen der Hühner sollten durchwegs weit über den gesetzlichen Vorgaben für die Freilandhaltung liegen. So haben Tonis Hühner mehr Auslauf und Platz für den Nestbau mit natürlichem Einstreu. Jeder Bauer musste für das Federvieh auch einen Wintergarten bauen. Dafür waren die Premium-Eier auch für den Bauern besser bezahlt und für den Konsumenten teurer. Billa war der erste Handelspartner von Tonis Freilandeier und verbannte als erstes Handelsunternehmen auch Käfigeier aus dem Sortiment, lange bevor die Käfighaltung 2010 gesetzlich verboten wurde.

Steirische Erfolgsgeschichte

In der Spitzenzeit der Marke lieferten bis zu 250 Eier-Bauern für Tonis, dazu konstituierte sich ein Bauernverband, der Erfahrungen austauschte und neue Mitglieder nicht nur anwarb, sondern auch beriet. Einer der "alten Hasen" ist Franz Pazek, der den elterlichen Hof 1988 übernahm und einer der ersten Freiland-Bauern war. Er kommentiert die Sorgen, welche die Firmenpleite von Tonis Freilandeiern bei ihm und seinen Kollegen auslöste: "Wir waren natürlich alle von großen Sorgen um die Zukunft unserer Betriebe und Familien geplagt. Dementsprechend erleichtert haben wir die Nachricht aufgenommen, als die Rewe Group hier die Nachfolge angetreten hat. So ein starker Partner gibt uns das nötige Vertrauen und die Sicherheit, um in Zukunft verstärkt in diese tierfreundliche Eierproduktion zu investieren. Mit diesem Vertrauen können wir wieder wachsen und Bauern für unseren Verein und die Marke gewinnen, die seit jeher garantiert, dass Eier-Betriebe für bessere Qualität einen angemessenen Preis erhalten. Das ist uns besonders wichtig weil wir immer darauf geachtet haben, dass die Lieferbetriebe klein strukturiert sind - damit die Eier ein zweites Standbein für eine Familie sind und nicht aus Großbetrieben kommen." Von den ursprünglich mehr als 200 Betrieben liefern heute noch 60 Bauernhöfe mit 150.000 Hühnern an Tonis Freilandeier.

Ein Neuanfang

2018 kaufte die Rewe Group die Eier-Marke nach deren Konkurs. "Mit dieser langen Historie des Engagements für Tierwohl und Freilandhaltung in der konventionellen Landwirtschaft war es für die Rewe Group in Österreich naheliegend, die bekannteste Eier-Marke nach der Imagekrise und dem Konkurs von Tonis Freilandeier 2018 zu erwerben. Wir sind angetreten, um in enger Partnerschaft mit der Verpackungsfirma Amering und den bäuerlichen Betrieben, die an Tonis liefern, das Vertrauen der Kundinnen und Kunden möglichst rasch zurück zu gewinnen,“ fasst Martina Hörmer, Geschäftsführerin Eigenmarken der Rewe International AG, die Geschehnisse zusammen.

Das soll mit Aktivitäten an mehreren Fronten gelingen: Einerseits wurden das Logo und die 6er- bzw. 10er-Verpackungen behutsam erneuert. Zudem wird nun neben steirischen auch mit einer wachsenden Zahl oberösterreichischer Eier-Bauern kooperiert - der neue Verpacker Amering sitzt ebenfalls in Oberösterreich. Diese wieder breiter werdende Produktionsbasis, spezielle Editionen zu den Eier-Schwerpunktzeiten Ostern und Weihnachten sowie Radiowerbung und Plakate sollen helfen, mit einem um 50 Prozent wachsenden Umsatz wieder an die Glanzzeiten von Tonis Freilandeier anzuschließen. Die Voraussetzungen auf Kundenseite sind gut: Die (gestützte) Markenbekanntheit liegt bei 80 Prozent.

Bei den Eiermarken von Rewe Österreich liegt Tonis Freilandeier derzeit auf Platz 3, hinter "Da komm ich her" und den Bio-Eiern von Ja! Natürlich, aber noch vor Clever.

Autor/in:
Matthias Hauptmann
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