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Trendstudie RegioPlan

18.01.2005

Trend 1: Flächenexpansion trotz stagnierender Märkte!
Trend 2: Wettbewerb der Handelszonen verzeiht kaum Schwächen!

- "Traditionelle" Innenstädte gegen "künstliche" Einkaufszonen
Meist haben neue, "künstlich" geschaffene Standorte wie Fachmarktzentren und Shopping Zentren gegenüber traditionellen Einkaufsstraßen bei Schlüsselkriterien wie Parkplätze, Auswahl, Öffnungszeiten, etc. große Vorteile. Durch gute Planung können Einkaufszonen von Grund auf optimiert werden, so daß sie im laufenden Betrieb meist nur wenige Schwächen aufweisen.
Innenstädte hingegen leiden vor allem unter den vielen unterschiedlichen Interessen: Kaufleute, Immobilienbesitzer, Anrainer, Mieter, Politiker, Konsumenten, regionale Handelsverbände usw. versuchen, Einfluß auf die innerstädtische Einkaufszone zu nehmen. Die Folge sind langwierige Arbeitskreise, Abstimmungen und Kompromisse auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Dieser Nenner ist aber oft zu klein, um die Schwächen der Innenstädte nachhaltig auszumerzen.

- Standortwünsche des Einzelhandels: "Innenstadt? Ja, gerne!"
RegioPlan erhebt jährlich die Expansionsbestrebungen und die Standortwünsche der in Österreich vertretenen Einzelhändler. Das Ergebnis ist brisant: Ein Drittel der 400 befragten Filialisten würden neue Outlets am liebsten in innerstädtischer Lage eröffnen!

Quelle: RegioPlan Consulting, Studie: "Wer expandiert in Österreich, 2004"

Klar erkennbar ist, daß der fast 2/3 der österreichischen Einzelhandelsketten Standorte in innerstädtischer Lage und in (unter anderem auch in bester Innenstadtlage befindlichen) Einkaufszentren bevorzugt. Den eindeutigen Wunsch nach stand-alone Standorten oder nach Standorten am Stadtrand hat nur jedes fünfte Unternehmen!

Der Handelszonen "auf der grünen Wiese" sind also kein Wunschdenken der Händler, sondern viel mehr ein Ergebnis der oft sehr ungünstigen Rahmenbedingungen in den Innenstädten, die dem Einzelhandel nicht förderlich sind!

- Innenstädte: Anleitung zur wirtschaftlichen Unzufriedenheit:
Viele Einkaufsorte haben den Handlungsbedarf erkannt und suchen nach Maßnahmen, um den Einzelhandel im Ort zu behalten bzw. ihn wieder zurück zu lotsen. Oft werden teure externe Berater engagiert, die operativ nicht durchführbare Empfehlungen und Studien produzieren. Schade um Zeit und Geld, denn die Praxis zeigt klar:
- Bisherige Ortsmarketing-Konzepte "von der Stange",
- Kundenbefragungen ohne direkten, daraus resultierenden Maßnahmen, sowie das
- reine Durchführen von Veranstaltungen in der Innenstadt (wie etwa Weihnachts- und Ostermärkte) ohne strukturelle Veränderungen
... greifen zu kurz und lösen die grundsätzlichen Probleme nicht!

- Innenstädte: Nicht zum zuschauen verurteilt!
Die wichtigsten Aktionsfelder, in welchen Innenstädte tätig werden sollten sind:
- Verkehrsorganisation (ruhender Verkehr und fließender Verkehr), die
- Auswahl für den Konsumenten (Branchenmix und Unternehmensmix) sowie
- einheitliche Öffnungszeiten.
Nur wenn vorhandene Nachteile gegenüber "künstlichen" Einkaufsagglomerationen reduziert werden, können Einkaufsorte die eine Handels-Renaissance einleiten. Vorhandene Stärken wie etwa Einkaufsatmosphäre, Ambiente und Architektur kommen erst dann zur Geltung, wenn klare und offensichtliche Einkaufshürden wie mangelnde oder zu teure Parkplätze beseitigt sind.

DI Wolfgang Richter, Geschäftsführer von RegioPlan Consulting, im Blitz-Interview:

Welches Design muss ein Innenstadt-Konzept aufweisen, um erfolgreich zu sein?
DI Richter: "Die Strategien müssen vor allem auch Bereiche mit einbeziehen, die die Kaufmannschaft alleine nicht bewältigen kann. Das Schaffen von Parkplätzen, die Verkehrsführung, die Möblierung der Einkaufszone, das Schaffen von Ambiente etc. erfordert einen gemeinschaftlichen, gut koordinierten Kraftakt. Die Stadtväter dürfen in den Sonntagsreden nicht nur über den Niedergang jammern. Neue Konzepte müssen auf eine breite Basis gestellt werden, denn von der positiven Entwicklung des Einzelhandels in den Städten profitiert ja nicht nur der Einzelhandel selbst, sondern auch viele andere!"

Sehen Sie als Handelsexperte erfolgversprechende Modelle?
DI Richter: "In Österreich als auch auf internationaler Ebene gibt es leider nur sehr wenige Beispiele einer erfolgreichen Innenstadt Revitalisierung. Das liegt vor allem daran, daß den vielschichtigen Interessenslagen in Einkaufsorten bisher nie wirklich koordiniert wurden.
Ein recht neuer, aus heutiger Sicht sehr erfolgversprechender Ansatz ist der sogenannte CITYCHECK, der Stadtentwicklungsconsulter Draxler&Partner, welcher bereits in einigen Städten Niederösterreichs durchgeführt wurde. Dieser integrierte Ansatz berücksichtigt die genannten Problembereiche und begegnet ihnen optimal. Dabei geht es primär um Interessensausgleich, Koordination und Mediation, danach folgt die Umsetzung. Keinesfalls werden dicke Studien für die Schublade produziert."

RegioPlan Consulting GmbH, A-1060 Wien, Theobaldgasse 8, Tel: +43/1/5860453, Fax: ++43/1/5860453-20, E-Mail: n.wimmer@regioplan.at Internet: www.regioplan.at

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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