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Trotz Umsatzrekord mit 18,69 Milliarden Euro gab es für den Lebensmittelhandel trotzdem kein reales Wachstum.

Umsatzrekord für den heimischen Lebensmitteleinzelhandel

01.07.2014

Laut Nielsen steigerte der österreichische Lebensmitteleinzelhandel 2013 seinen Umsatz um 3,1 Prozent auf 18,69 Milliarden Euro und erzielte damit einen Umsatzrekord. Aufgrund der hohen Inflationsrate von 3,4 Prozent war es aber für die Händler zum vierten Mal in Folge kein reales Wachstum.

Weniger Filialen, aber mehr Umsatz: Das ist das Fazit für den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) im vergangenen Jahr 2013. Während die Anzahl der Geschäfte minimal zurückging, stieg der Gesamtumsatz des LEH um 3,1 Prozent auf insgesamt 18,69 Milliarden Euro. Allerdings: Aufgrund der Inflationsrate von 3,4 Prozent bei Lebensmitteln und Getränken konnten die Händler 2013 im vierten Jahr in Folge kein reales Wachstum verbuchen. Zu diesen Ergebnissen kommen die Erhebungen von Nielsen, einem führender Anbieter von Informationen zum Medien- und Konsumverhalten von Verbrauchern.

Vor allem die Supermärkte legten zu
Die Wachstumstreiber waren insbesondere die Supermärkte (Verkaufsfläche 400 bis 999 Quadratmeter), die mit einem Umsatzplus von 3,5 Prozent rund 43,5 Prozent des LEH-Gesamtumsatzes generierten und damit das wichtigste Shop-Format für die Österreicher bleiben. Daneben legten auch die Verbrauchermärkte (Verkaufsfläche ab 1000 Quadratmeter) mit 3,3 Prozent überproportional zu. Diese beiden Vertriebsschienen zeigten auch die größte Expansionsbereitschaft: Die Supermärkte eröffneten im letzten Jahr 44 und die Verbrauchermärkte zwölf neue Geschäfte. Zuzüglich der sechs neuen Standorte, die sich die Harddiskonter im Jahr 2013 zulegten, wuchs die Gesamtverkaufsfläche im Lebensmitteleinzelhandel leicht um 1,2 Prozent auf insgesamt 3,2 Millionen Quadratmeter. Dennoch: Unterm Strich entwickelte sich die Anzahl der Geschäfte im LEH auch 2013 leicht rückläufig. Im Vergleich mit anderen ausgewählten Ländern Europas steht Österreich allerdings mit 451 Märkten pro eine Million Einwohner bei der Geschäftsdichte an zweiter Stelle hinter Norwegen.

Im Drogeriefachhandel zeigte sich ein etwas anderes Bild: Unter dem Einfluss der dayli-Insolvenz waren die Umsätze wie bereits im vergangenen Jahr rückläufig (minus 3,3 Prozent), da sie sich in andere Kanäle verlagerten. Durch die Schließungen der dayli-Fillialen halbierte sich zudem die Anzahl der Drogeriemärkte auf nun 992 Standorte.

Eigenmarken werden bei Kunden immer beliebter
In den von Nielsen regelmäßig erhobenen Warengruppen wuchs der Lebensmittelbereich auch im Jahr 2013 weiter (plus 1,9 Prozent). Dabei erfreuten sich vor allem die Eigenmarken der Händler zunehmender Beliebtheit: Ihr Anteil wurde um 0,9 Prozentpunkte auf 18,4 Prozent (ohne Hofer/Lidl) ausgebaut. Umsatzstärkster Sortimentsbereich bei den Lebensmitteln waren 2013 die Molkereiprodukte mit knapp 2 Milliarden Euro. Zum allgemeinen Wachstum trugen insbesondere Reformprodukte und Gesundheitsmittel mit plus 8 Prozent und Babynahrung mit plus 7,6 Prozent bei.

Im Gegensatz dazu stagnierte der Drogeriewaren-Bereich: Das Umsatzplus bei Heimtierprodukten, Mundpflege und Gesundheit konnte die Verluste bei Körperpflege- und Hygienepapierprodukten kaum ausgleichen. Letztere bleiben trotz des Minus die umsatzstärksten Sortimentsgruppen. Alles in allem waren die Österreicher 2013 guter Stimmung: Das Verbrauchervertrauen bewegte sich auf einem hohen Niveau und hielt sich stabil über dem EU-Durchschnitt. Mehr als die Hälfte der befragten Österreicher schätzte ihre persönliche finanzielle Lage als gut oder ausgezeichnet ein, mehr als ein Drittel zeigte sich zudem auch bezüglich der Jobaussichten optimistisch. Trotz optimistischer Einstellung gab aber auch knapp die Hälfte der befragten Österreicher an, bei den Haushaltsausgaben im Vergleich zum Vorjahr gespart zu haben. Die beliebtesten Sparmaßnahmen waren der Wechsel zu günstigeren Eigenmarken und der Verzicht auf Take-away-Mahlzeiten und Restaurantbesuche.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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