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Umweltschützer protestieren gegen Gen-Futter

02.03.2011

Umweltschützer haben rund eine Tonne Futtermittel vor der Zentrale der Agrarmarkt Austria (AMA) in Wien abgeladen. Das für die Fleischerzeugung vorgesehene Futter mit AMA-Gütesiegel enthalte Gentechnik-Pflanzen, kritisierten die Aktivisten von Global 2000.

Garantierte Gentechnikfreiheit würde eine Verteuerung bedeuten, argumentierte die AMA. Futtermittel, die in Österreich angebaut werden, seien zu 100 Prozent gentechnikfrei, so AMA-Sprecherin Hermine Hackl. „Bei Eiweißquellen, vor allem Soja, sind die Bauern aber von Importen abhängig.“ In Österreich gebe es nicht genug Anbauflächen. Zehn bis 20 Prozent der Soja-Futtermittel werden daher aus dem Ausland zugekauft. Unklar sei, wie hoch der Anteil gentechnisch veränderter Pflanzen ist.

Die AMA Marketing fahre mit dem Slogan „streng geprüftes Futter“ gerade eine große Kampagne, dabei lande trotz Gütesiegel „durch die Hintertür“ Gentechnik auf den Tellern, sagte Global 2000-Sprecher Jens Karg. „Ein großer Teil“ des importierten Gentechnik-Soja werde „im Rahmen des AMA-Gütesiegelprogramms verfüttert“, insgesamt erhielten in Österreich Masttiere jährlich rund 600.000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja. Die Risiken seien ungeklärt, zudem komme es in den Anbauländern zu massiven Umweltproblemen. „Es ist höchste Zeit, dass das staatliche Gütesiegel der AMA ein Verbot von Gentechnik-Tierfutter als Qualitätskriterium einführt“, forderte Karg. „Es gibt im Gütesiegelprogramm Bereiche, die bereits gentechnikfrei sind“, betont Hackl. „Die Gentechnikfreiheit der Produkte und Lebensmittel ist festgeschrieben.“ In Sachen Futter haben die österreichischen Milch- und Eierproduzenten auf „gentechnikfrei“ umgestellt.

„Der Fleischbereich ist noch nicht so weit. Das heißt aber nicht, dass das nicht ein heißes Thema ist. Es wird schon lange diskutiert“, so Hackl. Gescheitert sei man bisher an der Kostenfrage. „Gentechnikfreie Fütterung bedeutet auch mehr Kosten.“ Konsumenten, die für Fleisch ohne Gentechnik-Fütterung tiefer in die Tasche greifen möchten, könnten sich am AMA-Bio-Gütesiegel orientieren. „Dort ist Gentechnikfreiheit garantiert“, betont Hermine Hackl. Aber auch beim AMA-Gütesiegel für Nahrungsmittel aus konventioneller Produktion lägen die Anforderungen „über den gesetzlichen Standards“.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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