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Und jetzt erst recht

01.04.2010

Stagnierender Bierkonsum und schrumpfende Marktanteile sind für den Marktführer Brau Union Österreich Ansporn, nicht Gram. „Mehr Bierkultur“ heißt die Devise.

DI Dr. Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union Österreich (li.) und sein Geschäftsführer für Absatz und Marketing, Dr. Alexander Gerschbacher.

So manch heimischer Bierbrauer könnte schon eine Verschwörungstheorie haben: Einführung der 0,5-Promilligrenze im Straßenverkehr, Propaganda für sogenannte Wellnessgetränke, extrem hohe Biersteuer, Verteuerung von Rohstoff- und Energiepreisen, demografische Entwicklung (ältere Menschen trinken weniger Alkoholhaltiges), Kaufzurückhaltung durch die Krise, das bevorstehende Rauchverbot in Bierbeisln. In Österreich ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Bier in den vergangenen 20 Jahren um etwa 17 auf rund 107 Liter gesunken - das ist einerseits ein gewaltiger Rückgang, andererseits immer noch ein gewaltiger Konsum, der zweithöchste europaweit.

 

Herausforderung annehmen

Für DI Dr. Markus Liebl, Generaldirektor der Brau Union Österreich (BUÖ), ist das die Challenge: „Herausfordernde Zeiten verlangen von den Leitunternehmen der heimischen Wirtschaft, mit gutem Beispiel, mit Mut, Zuversicht und mit neuen Ideen voranzugehen."

Im Vorjahr ist der Umsatz der Brau Union trotz geringerer Bierverkäufe unter anderem nach Preiserhöhungen um 0,7 % auf 509 Mio. Euro leicht gestiegen - Biersteuer herausgerechnet. Beim Bierabsatz hat das Unternehmen mit einem Rückgang um rund 6 % noch stärker verloren als der österreichische Markt. Die Gruppe begründet das mit dem Rückzug aus preisaggressiven Segmenten. Der Marktanteil im Lebensmittelhandel ist deshalb um zwei auf 48 % gesunken.

„Wir wollen heuer wieder Marktanteile aufholen", betonte Liebl bei der Jahrespressekonferenz. Zumindest 100.000 Hektoliter will die BUÖ heuer wieder mehr verkaufen, rund 4,7 Mio. hl Ausstoß sind geplant. In den ersten drei Monaten habe es positiv ausgesehen, sagte Liebl, obwohl der Winter lang und kalt war.

 

Strategische Maßnahmen

„2010 ist ein Jahr, das für uns ganz klar im Zeichen der Investitionen in unsere Marken steht", betonte Dr. Alexander Gerschbacher, BUÖ-Geschäftsführer Absatz und Marketing. Vier der fünf stärksten Biermarken im Lebensmittelhandel kommen von der BUÖ: Puntigamer, Gösser, Zipfer und Kaiser, dazwischen liegt nur Stiegl.

2009 wurden etwa 418.000 hl alkoholärmere Biere konsumiert, sodass deren Marktanteil von 5,6 auf 6,2 % gesteigert werden konnte. „Wir sind mit den geringer alkoholischen Bieren Gösser Naturradler, Zipfer Medium und dem alkoholfreien Schlossgold jeweils klarer Marktführer", stellte Gerschbacher fest.

Biobier sei derzeit noch kein großes Thema für die BUÖ, mit dem zum Konzern gehörenden „Schladminger" finde man vorerst das Auslangen.

Das im Lebensmittelhandel zusammen mit Spar initiierte Konzept der „Bierwelt" (siehe dazu CC Bierspecial auf www.handelszeitung.at) macht Gerschbacher viel Freude: „Alle Erfahrungen zeigen, dass das Biergeschäft damit nachhaltig belebt und die Bierkultur gehoben wird". Ein großflächiges Roll-out hänge aber von der Finanzierungsbereitschaft des Handels ab.

Verantwortungsbewußt unterstützt die BUÖ übrigens Kampagnen gegen Alkoholmissbrauch. Siehe dazu die Websites enjoyheinekenresponsibly.com, knowthesigns.com, zipfer.at/verantwortungsvollgeniessen und GoesserVernuenftigGeniessen.at. 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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