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Unilever trennt sich von Tiefkühlkost

09.02.2006

Was sich schon 2005 angekündigt hat, ist nun offiziell - Iglo-Produktion in Österreich und 3500 Mitarbeiter in ganz Europa sind betroffen

Der Konsumgüterkonzern Unilever will sich von seinen Tiefkühlkost-Marken trennen. Das kündigte das niederländisch-britische Unternehmen am Donnerstag an. In Europa ist vor allem die Marke Iglo bekannt. Nach einem Gewinneinbruch 2004 konnte Unilever im vergangenen Jahr den Überschuss wieder steigern. Der Konzern weist für 2005 einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro aus nach 2,9 Milliarden Euro im Jahr zuvor.

Von einem Verkauf der Tiefkühlsparte wäre auch Österreich betroffen. Hier zu Lande werden seit mehr als 35 Jahren in Groß-Enzersdorf im Marchfeld Iglo Tiefkühlprodukte verarbeitet.


Kaum Wachstumsmöglichkeiten

Es gebe kaum noch Wachstumsmöglichkeiten für die vor allem unter der Marke Iglo bekannten Tiefkühlkost-Produkte, teilte der Unilever mit. Die Entscheidung war erwartet worden.

Italien-Geschäft bleibt erhalten

Betroffen vom geplanten Verkauf sind etwa 3.500 Beschäftigte in Europa. Nur in Italien behält Unilever den Tiefkühlbereich. Auch das Speiseeis ("Ola") ist nicht von dem Verkauf betroffen.

Nach dem Gewinneinbruch von 2004 konnte Unilever seinen Überschuss im vergangenen Jahr wieder deutlich um 21 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro steigern. Der Umsatz stieg weltweit um drei Prozent auf 39,7 Milliarden Euro. Hier half wieder ein gutes Geschäft in neuen Märkten, während die Entwicklung in Europa schwierig blieb. In Deutschland und Frankreich setzte Unilever zwei Prozent weniger mit Lebensmitteln um als 2004, in Russland dagegen gab es eine Steigerung um 20 Prozent. Die Marktanteile seien insgesamt stabil geblieben, berichtete Konzernchef Patrick Cescau.

Striktes Sparprogramm

Für das laufende Jahr zeigte er sich zuversichtlich. Bei dem Sparprogramm "One Unilever" sei das Unternehmen im Plan, bis Ende 2006 Einsparungen von 700 Millionen Euro zu erreichen. Bis Ende 2007 sollen sich die Einsparungen auf eine Milliarde Euro summieren. Die operative Marge will Unilever von 13,4 Prozent im vergangenen Jahr weiter verbessern. Die Umstrukturierungen dürften 2006 allerdings Kosten in Höhe eines Prozent des Umsatzes in Anspruch nehmen. Vor knapp einem Jahr hatte Unilever auf die bis dahin traditionelle britisch-niederländische Doppelspitze verzichtet und Cescau die alleinige Verantwortung übertragen.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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