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Unternehmensinsolvenzen: Ruhe vor dem Sturm?

29.06.2011

Die eröffneten Insolvenzverfahren im ersten Halbjahr 2011 (Hochrechnung) stagnieren auf hohem Niveau. Nicht eröffnete Verfahren liegen deutlich unter dem Vorjahreswert, meldet der Kreditschutzverband KSV1870 in der gestrigen Pressekonferenz.

Das Insolvenzgeschehen in Österreich scheint Atem zu holen und im Zuge einer sich laufend verbessernden Konjunktur und Prognose die Insolvenzwelle des Jahres 2009 hinter sich zu lassen. Mit 1672 eröffneten Verfahren waren es um 52 Unternehmen (oder 3 %) weniger, über die im ersten Halbjahr 2011 ein Insolvenzverfahren eröffnet wurde, als im Vergleichszeitraum 2010. Die davon betroffenen ca. 10.300 Dienstnehmer liegen ca. 5, 5 % unter dem Vorjahr und die Verbindlichkeiten von 1,1 Mrd. € mit mehr als 30 % deutlich unter dem Vorjahr. Anhand des Langfristtrends  kann gesagt werden, dass das Schlimmste vorerst einmal vorbei ist. Hans-Georg Kantner, Insolvenzexperte des KSV1870: „Die Prognose für das Jahr 2011 (Anmerkung: plus 3 bis 5 % an Insolvenzen) kann aus heutiger Sicht revidiert werden. Das Jahr 2011 wird – bei allen derzeit noch bestehenden Ungewissheiten tendenziell eher unter 2010 liegen als darüber. Das ist eine gute Nachricht!“

Die Vorschau auf das gesamte Jahr 2011 sei insofern zu revidieren, als nicht damit zu rechnen sei, dass die Insolvenzfälle gegenüber den Werten des Jahres 2010 noch stiegen werden. Sobald jedoch die Zinsen steigen, und das werden sie möglicherweise bereits im laufenden Jahr, wird sich der derzeit eher ruhig anmutende Insolvenzverlauf wieder etwas verschärfen. In den letzten 2,5 Jahren haben sich die österreichischen Geschäftsbanken massiv antizyklisch verhalten: Sie haben, wo es irgendwie argumentiert werden konnte, ihren Kunden liquiditätsmäßig unter die Arme gegriffen. Erfahrungsgemäß beenden die Banken im Angesicht des Aufschwunges dieses antizyklische Verhalten, sodass der KSV1870 nicht damit rechnet, dass die Insolvenzzahlen bald deutlich sinken werden; es ist vielmehr mit einem Stagnieren auf hohem Niveau zu rechnen. Die Passiva allerdings werden voraussichtlich deutlich unter dem Gesamtjahr 2010 bleiben, das durch die Insolvenz der A-TEC Gruppe mit insgesamt ca. 1,3 Mrd. € Verbindlichkeiten geprägt war.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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