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Auch im Lebensmitteleinzelhandel sind die Zeiten des starken Flächenwachstums vorbei

Verkaufsflächen im Einzelhandel sinken weiter

02.08.2017

Das vierte Jahr in Folge gehen die Verkaufsflächen im Einzelhandel zurück. Einer der Gründe sind die gestiegenen Kosten. RegioData geht davon aus, dass  bis 2020 der stationäre Handel, gemessen am Höchststand 2013, etwa 8 Prozent an Fläche einbüßen wird.

Über viele Jahre hinweg sind prozentuell mehr neue Verkaufsflächen entstanden, als der Einzelhandelsumsatz gestiegen ist. Die logische Folge waren sinkende Quadratmeterumsätze und ein verstärkter Standortwettbewerb. Die ertragreiche Bewirtschaftung der großen Verkaufsflächen wurde, auch angesichts der steigenden Kosten für Miete, Betriebskosten, Marketing, Personal immer schwieriger. Am deutlichsten waren die Auswirkungen in den letzten Jahren bei jenen Branchen zu beobachten, die von der Abwanderung wesentlicher Umsatzanteile ins Internet betroffen waren, unter anderem der Elektrohandel, Spielwarenhandel und Buchhandel, Elektrohandel.

Noch immer an der Europa-Spitze

Seit dem Höchststand von knapp 1,8 m² pro Einwohner im Jahr 2013 ging die Verkaufsflächendichte in Österreich kontinuierlich zurück. 2015 waren es noch etwa 1,7 m² pro Einwohner und für das Jahr 2020 ist von einem Wert von unter 1,5 m² pro Einwohner auszugehen. Das entspricht einem Minus von ungefähr 1,5 Millionen m² - oder vergleichsweise 210 Fußballfeldern. Trotzdem hat Österreich noch immer einen der höchsten Werte in Europa bei der Verkaufsflächendichte ergab der Vergleich des Standortberaters RegioData. Ähnliche Werte haben nur noch die Schweiz und die Niederlande. Deutschland, Luxemburg und Norwegen folgen (1,5 m² pro Einwohner) mit einigem Abstand.

Lebensmittelhandel ausgeglichen

Viele Jahre waren der Lebensmittelhandel, der Möbelhandel und der Bekleidungshandel die Wachstumstreiber bei den Verkaufsflächen. Doch diese Situation hat sich verändert: Den Neueröffnungen im Lebensmittelhandel stehen etwa gleich viele Schließungen gegenüber und im Möbelhandel scheint sich die Phase der Expansion der Filialisten ebenfalls dem Ende zuzuneigen. Lediglich im Bekleidungshandel steigen die Verkaufsflächen seit Jahren, obwohl der Gesamtumsatz des stationären Bekleidungshandels in Österreich sogar leicht sinkt. Deutliche Flächenzuwächse erzielt, nach dem Schlecker/dayli-Schock, nun auch wieder der Drogerie- und Parfümeriehandel, wobei sich aktuell Müller Drogerie am expansivsten zeigt.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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