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Verpackungsreduktion dank innovativer Lasertechnologie

07.06.2019

Hofer setzt auf innovative Strategien zur Vermeidung von Verpackungsmüll: Im Burgenland wurde die erste Natural Branding-Anlage Österreichs in Betrieb genommen.

In den Hofer-Filialen tragen Bio-Kiwis, Bio-Granatäpfel, Bio-Ingwer, Bio-Avocados und Bio-Mangos seit einigen Monaten ein spezielles Tattoo: Bereits seit August 2018 testet der Lebensmittelhändler Natural Branding, also ein oberflächliches Branding an der Schale von Obst- und Gemüseprodukten. Durch die natürliche Beschriftung kann auf die notwendige Deklaration mittels Verpackungsfolie oder Sticker verzichtet werden. Die Früchte kommen somit komplett ohne Verpackung aus, trotzdem ist die Unterscheidung zwischen konventionellen und Bio-Produkten möglich. Nun wurden die Weichen gestellt, um den Einsatz dieser umweltfreundlichen Kennzeichnung weiter auszubauen: In enger Zusammenarbeit mit seinem Lieferanten Vio Organic hat Hofer die erste Natural Branding-Anlage Österreichs im burgenländischen St. Andrä am Zicksee in Betrieb genommen. Im Rahmen der „Hofer Verpackungsmission: Vermeiden. Wiederverwenden. Recyceln.“ wurde das Ziel verabschiedet, die Auswahl an unverpacktem Obst und Gemüse in den nächsten Jahren stetig auszuweiten, was durch die Inbetriebnahme der innovativen Anlage nun weiter vorangetrieben wird.

Rund 3.000 bis 3.500 Früchte durchlaufen die Natural Branding-Anlage pro Stunde. Auf einem Zuführband werden Avocados, Mangos und Co. entweder einzeln oder in Kisten in das Innere der Maschine transportiert, wo sie mit einer 3D-Kamera vermessen werden. Der tatsächliche Branding-Prozess dauert nicht länger als ein Wimpernschlag: Innerhalb von 0,5 Sekunden bringt der Laser das Logo auf der Schale an. Nachdem die Früchte die Maschine auf einem Abführband verlassen haben, sind sie für den weiteren Transport in die Hofer-Filialen bereit. Natürlich ist die gebrandete Stelle lebensmitteltechnisch absolut unbedenklich, jede Frucht kann wie gewohnt gegessen werden.

Großes Potenzial bei Bio-Salatgurken: 62 Tonnen weniger Kunststoff jährlich

Die ersten Produkte in den Hofer-Filialen mit Natural Branding waren Granatäpfel und Kiwis, derzeit hat der Diskonter gebrandete Avocados und Mangos im Sortiment. Geplant ist ein umfassender Ausbau des Angebots, denn für die innovative Beschriftung sind z.B. auch Kohlrabi, Zucchini, Kürbis und Süßkartoffel geeignet. Darüber hinaus wird das Branding auf Paprika, Melanzani, Tomaten, Karfiol, Brokkoli und Knoblauch getestet. Nach einem erfolgreichen ersten Testlauf werden österreichische Bio-Salatgurken mit Branding und somit ohne Sticker erhältlich sein. Sollte die natürliche Beschriftung auch bei Bio-Gurken aus dem europäischen Ausland funktionieren, hat Hofer das klare Ziel, durch das Branding die Verpackungsfolie und somit jährlich rund 62 Tonnen Kunststoff einzusparen.  

Mit Natural Branding Verpackungsmüll vermeiden

Natural Branding ist eine der vielen Maßnahmen, die Hofer bereits umgesetzt hat, um den Verpackungsmüll einzudämmen. Der Lebensmittelhändler arbeitet im Rahmen der Nachhaltigkeitsinitiative „Projekt 2020“ bereits seit mehreren Jahren daran, Verpackungsmaterial zu vermeiden, zu reduzieren oder durch nachhaltigere und recyclingfähigere Alternativen zu ersetzen. Mit dem im September 2018 gestarteten Projekt „Die Hofer Verpackungsmission: Vermeiden. Wiederverwenden. Recyceln.“ hat sich Hofer  ambitionierte Ziele gesetzt und geht das Thema Verpackungen auf den ersten drei Ebenen der Abfallhierarchie ganzheitlich an: Im Rahmen von Reuse-Projekten wird auf wiederverwendbare Verpackungslösungen gesetzt, damit Abfälle gar nicht erst entstehen. So ist z. B. die Kunststoff-Einwegtragetasche bereits seit 2017 bei Hofer Geschichte. Als Alternative gibt es ein breites Angebot an umweltfreundlichen Mehrwegtragetaschen. Allein durch diese Maßnahme können jährlich mehrere Tonnen Plastik eingespart werden. Insgesamt soll bis Ende 2025 die Verpackungsmenge der Eigenmarken, unter Berücksichtigung der Produktqualität und der Lebensmittelverluste, um 30 Prozent reduziert werden. Dort wo Verpackungen nicht vermieden werden können, sollen bis Ende 2022 zudem 100 Prozent der Eigenmarken-Verpackungen recyclingfähig sein.

Der Diskonter plant die Verpackungsmenge mit besonderem Fokus auf Obst und Gemüse größtmöglich zu vermeiden und zu reduzieren. Daher wird das Angebot an unverpacktem Obst und Gemüse stetig erweitert. Wenn Verpackungen nicht gänzlich vermieden werden können, kommen bei Hofer alternative Materialien zum Einsatz, z. B. biogene Netze bei einigen Bio-Produkten wie Kartoffeln oder Zwiebeln. Zusätzlich wird Obst und Gemüse der Bio-Marken „Zurück zum Ursprung“ und „Natur aktiv“, wo immer möglich, in kompostierbarer Folie abgepackt. Durch Natural Branding, die Verwendung von Mehrwegkisten und die Umstellung auf alternative Verpackungen statt konventionellem Plastik werden pro Jahr über 100 Tonnen konventioneller Kunststoff und knapp 4.800 Tonnen Karton eingespart.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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