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Wachstum im FMCG-Markt durch Nachhaltigkeit & Convenience

11.12.2019

Obwohl Nachhaltigkeit und globale Erwärmung seit einigen Jahren in den Medien und in den Köpfen der Menschen verankert sind, wird erst jetzt so langsam richtig spürbar, wie diese Themen die Art und Weise verändern, wie Verbraucher alltägliche Entscheidungen treffen. Im Lebensmittel- und Konsumgütermarkt gehört es inzwischen auf Kuden- , Industrie- und Handelsseite dazu, sich über Abfall, Nachhaltigkeit und ökologische Markenreputation Gedanken zu machen.

In einer aktuellen Nielsen-Studie hielten es beispielsweise 81% der Befragten weltweit für “extrem” oder “sehr” wichtig, dass Unternehmen Nachhaltigkeitsprogramme umsetzen. Und während Millennials die Liste der Generationen anführt, die am stärksten ökologische Verantwortung seitens der Unternehmen einfordert (85%), liegen auch die übrigen Generationen nicht weit zurück. 80% der Generation  Z (15 – 20 Jahre) und 79% der Generation X halten es für “extrem” oder “sehr” wichtig, dass Unternehmen Programme zur Verbesserung der Umwelt umsetzen.

Anreize, um Neues auszuprobieren

In Österreich gaben 38% der befragten Konsumenten an, dass sie bereit wären, ein neues Produkt auszuprobieren oder von ihrer Lieblingsmarke zu einer anderen zu wechseln, wenn das neue Produkt von einer sozial verantwortlichen Marke stammt. Und 43% würden ein neues Produkt ausprobieren, sofern es lokal produziert wurde.

Nachhaltig, aber bitte auch bequem

Während das Bedürfnis für nachhaltige, lokale und natürliche Produkte steigt, steigt auch die Nachfrage nach Produkten, die das Leben erleichtern. Da Konsumenten mehr denn je Stress und zeitlichem Druck ausgesetzt sind, ist der Ruf nach Händlern und Herstellern groß, die ihnen helfen, in einer hektischen Welt Zeit zu sparen. So sind in Österreich 16% der Befragten auf der Suche nach Produkten, die komfortabel und einfach zu bedienen sind.

Diese komplexe Nachfrage nach Produkten, die convenient und umweltverträglich sind, bietet enorme Wachstumschancen für Händler und Hersteller, die verstehen, wie dieses Kundenbedürfnis unter dem Aspekt der Wirtschaftlichkeit befriedigt werden kann. Für innovative Produkte, die sowohl nachhaltig als auch aus Kundensicht einen Convenience-Vorteil bieten, sind Verbraucher noch eher bereit, einen höheren Preis zu zahlen.

Scheinbare Widersprüche

In einigen Fällen gehen Komfort und Nachhaltigkeit jedoch nicht selbstverständlich Hand in Hand. Gerade Convenience-Produkte wie Salate und Snacks in Kunststoffverpackungen, die kurze Lebensdauer von ultra-frischen Produkten (Gefahr von Lebensmittelabfällen) und erhöhte Transportwege für die taggleiche Lieferung widersprechen sich oft – aber so muss es nicht sein.

Viele führende Unternehmen ebnen hier bereits den Weg, Kunststoffverpackungen durch Recyclingpapier zu ersetzen, mit Elektrofahrzeugen zu liefern oder Lebensmittelabfälle zu reduzieren, und werden durch Kunden- und Branchenzuspruch belohnt. Produkte oder Einzelhandelsformate, die den Verbrauchern helfen, ohne schlechtes Gewissen Einkäufe zu tätigen, stehen vor einem enormen Wachstumspotenzial.

Wie kann man als Hersteller oder Händler ökologisch verantwortungsvoll agieren und gleichzeitig dem wachsenden Bedürfnis der Verbraucher nach Komfort gerecht werden?

Hier sind einige einfache Schritte, die Sie beachten sollten:

  1. Stellen Sie den Komfort-Gedanken in den Mittelpunkt Ihres Handels und achten Sie zugleich auf Umweltauswirkungen. Verstehen Sie die Schmerzpunkte Ihrer Kunden und ermöglichen Sie ein gutes Gefühl, mit der sich Käufer bei Ihrer Kaufentscheidung wohl fühlen – von Benutzerfreundlichkeit bis zum gewissen Umgang mit Ressourcen.
  2. Reduzieren und/oder ersetzen Sie Verpackungen und Inhaltsstoffe durch solche, die sowohl wirtschaftlich rentabel als auch umweltverträglich sind. Es lohnt sich, neue Wege bei der Beseitigung nicht benötigter Verpackungen und der Vermeidung von Abfällen zu gehen.
  3. Überdenken Sie Ihre Lieferkette und/oder die Zusammenarbeit mit bestehenden Lieferanten. Finden Sie Partner, die vertrauenswürdig und respektiert sind. Reputation und Tatkräftigkeit sind wichtig.
  4. Hinterfragen Sie bestehende Geschäftsmodelle, inwiefern sie mit Verbrauchernachfrage und der zukünftigen Marktentwicklung in Einklang zu bringen sind.
  5. Machen Sie Nachhaltigkeit sichtbar in Kunden-Touchpoints und Marketing. Zeigen Sie, dass Ihnen dieselben Fragen am Herzen liegen wie Ihren Kunden.

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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