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Wechsel an der Spitze von Dr. Oetker

14.12.2016

Erstmals wird das Bielefelder Familienunternehmen Dr. Oetker nicht von einem Familienmitglied geführt: Der derzeitige Finanzchef Albert Christmann (53) soll Richard Oetker in der Gruppenleitung des Oetker-Konzerns ablösen.

Der designierte Konzernchef von Dr. Oetker heißt Albert Christmann

Einen genauen Zeitpunkt für diese Übergabe im kommenden Jahr nannte der Konzern in einer Pressemitteilung nicht.Albert Christmann soll Richard Oetker auch in der Geschäftsführung der Stammsparte Nahrungsmittel ablösen. Spekulationen, dass Christmann als familienfremder Manager für Richard Oetker an die Spitze rückt, hat es schon seit Jahren gegeben. Christmann ist seit 1991 bei Oetker tätig und seit 2009 persönlich haftender Gesellschafter. Die Position als Finanzchef hat Christmann seit 2014 inne.

Als schwere Bürde für Christmann gilt eine Millionen-Kartellstrafe aus seiner Zeit bei der Radeberger-Gruppe. Der Manager soll an Preisabsprachen auf dem deutschen Biermarkt beteiligt gewesen sein. Er bestreitet ein Mitwissen. Am Oberlandesgericht Düsseldorf ist eine Klage gegen die Strafe anhängig.

Seit Jahren gibt es bei Oetker im Gesellschafterkreis Streit um die Nachfolge-Frage. Rudolf-August Oetker, der Enkel des Firmengründers, hinterließ bei seinem Tod 2007 acht Erben aus drei Ehen. Zwischen den Halbgeschwistern gab es in den vergangenen Jahren immer wieder unterschiedliche Ansichten, wie der Konzern geführt werden soll.

Ende 2016 muss Richard Oetker die Konzernleitung laut Statut mit 65 Jahren aufgeben, auch wenn es genau genommen diesen Posten offiziell nicht gibt. Wann genau Christmann von Richard Oetker die Stammsparte Lebensmittel übernimmt, sei dagegen noch offen.

Die Oetker-Gruppe, zu der Lebensmittel, Bier, Sekt, Hotels und eine Chemie-Tochter zählen, steigerte ihren Umsatz im vergangenen Jahr um fast 12 Prozent auf 12,2 Mrd. Euro. Zuletzt hatte das Unternehmen angekündigt, seine Reederei-Sparte Hamburg Süd 2017 an das dänische Unternehmen Moeller-Maersk zu verkaufen. Mit diesem Schritt bricht rund die Hälfte des Konzern-Umsatzes weg.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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