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Wer gewinnt, wer verliert

15.10.2013

RegioData Research hat analysiert, inwiefern die globale Wirtschaftskrise seit 2008 auch zu einem realen Kaufkraftverlust in Europa geführt hat. 

Nur in den Ländern, die am stärksten von der Krise getroffen wurden, haben die Konsumenten im Zeitraum 2008 bis 2012 auch einen starken realen Kaufkraftverlust erlitten. Zuwächse gab es hingegen in 22 Ländern. Zuerst die gute Nachricht: Selbst im Krisenzeitraum 2008-2012 konnte die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft (gemessen in €) in 22 europäischen Ländern auch real betrachtet steigen. Am stärksten waren die Zuwächse in der Schweiz mit 45% (hauptsächlich bedingt durch den veränderten Wechselkurs zum Schweizer Franken), am schwächsten in Belgien (1,1%). Reale Zuwächse im unterschiedlichen Ausmaß konnten auch die Konsumenten in den osteuropäischen Ländern Polen, Russland, Ukraine, Tschechien oder der Slowakei, in Deutschland (2,3%) und in Österreich (2,0%) oder in den großen westeuropäischen Ländern Frankreich und Großbritannien registrieren.

Starke Rückgänge in den „Krisenländern“

Es sind gerade jene Länder, die von der Wirtschaftskrise am stärksten erfasst wurden, in denen auch das durchschnittliche Kaufkraftniveau der Menschen zurückging. So fiel dieses Niveau insbesondere in Island, Serbien, Griechenland und Ungarn um je mehr als -16% real zurück. Weniger dramatisch waren die Rückgänge in den südeuropäischen Ländern Spanien, Portugal, Zypern und Italien, in Irland sowie in Kroatien, Rumänien und in den Baltischen Staaten. Leicht zurückgegangen ist aber auch die Kaufkraft in den westeuropäischen Ländern Luxemburg, Dänemark und Niederlande.

Europa ein geteilter Kontinent

Die „reichsten“ Europäer leben in Luxemburg. Hier verfügten die Menschen im Schnitt über eine jährliche Kaufkraft von 31.100 Euro für 2012. Die „ärmsten“ Europäer hingegen leben in der Republik Moldau, wo die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft im Jahr 2012 nur 1.020 Euro betrug. Das sind in etwa 85 Euro im Monat. Aber nicht nur das West-Ost-Gefälle, sondern auch die Unterschiede zwischen dem Norden und dem Süden Europas sind noch beträchtlich und haben sich während der Krise verschärft.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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