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Westen isst anders als der Osten

17.03.2004

RollAMA. Deutliches West-Ostgefälle zeigt sich bei den Essgewohnheiten der Österreicher. Im Westen dominiert Frische im Osten Convenience.

Die Haushaltsausgaben der Vorarlberger für Frischeprodukte (exklusive Brot) beliefen sich 2003 pro Kopf auf 652 Euro, knapp gefolgt von Tirol mit 642 Euro. Vorarlberg ist auch Sieger im Käsekonsum und bei Wurst und Schinken. Die Burgenländer wiederum sind die größten Fleischkonsumenten, Salzburg ist Bio-Vorreiter Nummer 1, und die Wiener erwiesen sich als die größten Anhänger von Fertiggerichten.

West-Ostgefälle bei Käse, Wurst & Schinken
Die Vorarlberger geben jährlich 87,9 Euro für Käse aus. 148 Euro werden im Ländl für Wurst & Schinken ausgeben, gefolgt von Oberösterreich mit 140,3 Euro. Am anderen Ende dieser Statistik liegt in beiden Bereichen das Burgenland. Erklärbar ist dieses West-Ostgefälle etwa mit den regionalen Produktionsschwerpunkten und der unterschiedlichen Kaufkraft. Die Burgenländer erweisen sich dafür ex aequo mit den Niederösterreichern als die absoluten „Fleischtiger“. In beiden Bundesländern wurden im Jahr 2003 99,6 Euro für Fleisch ausgegeben.

Salzburger stehen auf Bio
Immerhin 32,2 Euro gibt ein Salzburger im statistischen Jahresmittel für Bioprodukte aus, gefolgt von Kärnten mit 30,5 Euro. In beiden Bundesländern sind vorzugsweise im Milchbereich starke und große Bio-Anbieter anzutreffen. Die Kleinstrukturiertheit der landwirtschaftlichen Betriebe in den westlichen Bundesländern ist zudem auch eine günstige Ausgangsbasis für den Einstieg in die Bioproduktion.
Weiße und Bunte Palette
Die Weiße Palette (Milch, Naturjoghurt, Saure Milch, Obers, Topfen) ist vorzugsweise in Kärnten ein Renner. Dort wurden pro Kopf 73,8 Euro dafür ausgegeben, gefolgt von den Steirern mit 65,4 Euro. Unsere südlichen Bundesländer zeigen damit eher einen konservativen Zugang zu den Milchprodukten. Die Bunte Palette (Fruchtjoghurt, Frischedesserts, Milchmixgetränke, Sauermilch mit Frucht) ist hingegen eher in Wien und mit rund 35 Euro nahezu ex aequo auch in Tirol und Vorarlberg zuhause.

Fertiggerichte sind die Domäne der Wiener
Mit 44,6 Euro Jahresausgaben pro Kopf haben die Wiener sich deutlich vor allen anderen Bundesländern als Anhänger der Fertiggerichte deklariert. Schlusslicht in diesem Segment ist das Burgenland mit 27,8 Euro pro Kopf. Der überproportionale Anteil an Singlehaushalten in einer Großstadt wie Wien kann als Erklärung dafür gelten. Die Burgenländer hingegen erweisen sich wie fast in allen anderen Bereichen auch als die stärksten Traditionalisten in ihrem Einkaufsverhalten und der Zubereitung ihrer Nahrungsmittel.
„Dort, wo die Produkte erzeugt werden, dort werden sie auch am liebsten gegessen. Das stärkt nicht nur die Wirtschaft, sondern ist wegen der kurzen Transportwege auch das Beste für die Umwelt. Bewusste Konsumenten wissen eben den Heimvorteil zu schätzen“, freut sich Dr. Stephan Mikinovic, Geschäftsführer der AMA Marketing GesmbH.

Die Rollierende Agrarmarktanalyse (RollAMA) der AMA Marketing untersucht drei Mal jährlich die Haushaltsausgaben der Österreicher im Frischwarenbereich. Die erfassten Lebensmittel sind Milch und Milchprodukte. Fleisch und Fleischwaren, Frisch-, Tiefkühl-, Sterilobst -, und gemüse, Kartoffeln, Eier, diverse Fertiggerichte. 1.400 repräsentativ ausgewählte Familien führen dazu ein Jahr lang ein Haushaltsbuch mit genauen Aufzeichnzungen ihrer Einkäufe im Lebensmittelhandel und anderen Einkaufsquellen. Nicht berücksichtigt ist in der Analyse der Außer-Haus-Verkauf. Die oben angeführten Informationen beziehen sich auf das gesamte Jahr 2003.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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