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Die WHO fordert von der Politik ausreichende Systeme und Infrastrukturen für Lebensmittelsicherheit aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

WHO: Forderung nach mehr Lebensmittelsicherheit

31.03.2015

Anlässlich des WHO-Gesundheitstags am 7. April 2015 appelliert die Uno-Organisation an Politik und Wirtschaft, die Lebensmittelketten stärker zu sichern.

Unsere Lebensmittelkette ist heute länger und komplexer als je zuvor, und demografische, kulturelle, ökonomische und umweltrelevante Entwicklungen – wie die Globalisierung von Handel, Reiseverkehr und Migrationsströmen, die Bevölkerungsalterung, sich verändernde Konsummuster und -gewohnheiten, neue Technologien, Notlagen, der Klimawandel und extreme Wetterereignisse – haben eine Erhöhung der lebensmittelbedingten Gesundheitsrisiken zur Folge.

Alarmglocken sollten läuten
„Die Tatsache, dass wir es erheblich unterschätzen, wie viele Menschen aufgrund von Chemikalien in der Lebensmittelkette sowie weit verbreiteten Mikroorganismen wie Salmonella und Campylobacter erkranken, sollte in der Vielzahl von Bereichen, die an unserer Lebensmittelkette in irgendeiner Weise beteiligt sind, Alarmglocken läuten. Ein Fehler in der Lebensmittelsicherheit in auch nur einem Glied dieser Kette – von der Umwelt über Primärproduktion, Verarbeitung, Transport, Handel und Gastronomie bis zum Konsum zuhause – kann erhebliche gesundheitliche und ökonomische Auswirkungen haben,“ erklärt Zsuzsanna Jakab, WHO-Regionaldirektorin für Europa.

Überwachung notwendig
Gegenwärtig sind die Surveillance- und Meldesysteme in der Europäischen Region der WHO begrenzt und können nur einen Bruchteil der Fälle aufdecken. In Ländern mit weniger fortgeschrittenen Laborkapazitäten und weniger entwickelten Surveillance-Systemen ist die Dunkelziffer besonders hoch. Für eine wirksame Antwort auf solche Gefahren sind bessere Daten erforderlich. „In Gesundheit 2020, dem Rahmenkonzept der Europäischen Region für Gesundheit und Wohlbefinden, wird zu einer wirksamen Kommunikation und zu Informationsaustausch und gemeinsamem Handeln zwischen den Bereichen Bevölkerungsgesundheit, Tiergesundheit und Landwirtschaft sowohl innerstaatlich als auch grenzüberschreitend aufgerufen. Dies wird maßgeblich dazu beitragen, unsere Nahrung sicherer zu machen“, fügt Jakab hinzu.

Mehrere Problembereiche
Um nur eines der Probleme zu nennen: Aufgrund der Nachfrage der Verbraucher haben wir heute einen verbesserten Zugang zu einem breiteren Angebot an Lebensmitteln, die außerhalb der normalen Saison produziert, über Kontinente hinweg transportiert, für unseren Komfort verarbeitet und zunehmend außerhalb des Hauses verzehrt werden. Nach Zahlen aus dem Welthandelsbericht 2014 betrug die durchschnittliche jährliche Zuwachsrate im Agrarhandel zwischen 1950 und 2010 etwa 4% und lag damit über der jährlichen Zuwachsrate in der weltweiten Landwirtschaftsproduktion, die 2% betrug.

Appell an die Politik
Folgende Forderungen hat die WHO an die Politik: ausreichende Systeme und Infrastrukturen für Lebensmittelsicherheit aufzubauen und aufrechtzuerhalten, einschließlich der erforderlichen Laborkapazitäten, Surveillance- und Meldesysteme; Risiken für die Lebensmittelsicherheit entlang der gesamten Lebensmittelversorgungskette zu beherrschen und auf sie zu reagieren, auch während Notlagen; eine übergreifende Zusammenarbeit zwischen den Bereichen Bevölkerungsgesundheit, Tiergesundheit und Landwirtschaft zu fördern, um eine wirksamere Kommunikation, einen besseren Informationsaustausch und gemeinsame Maßnahmen zu erreichen; die Lebensmittelsicherheit in übergeordnete Konzepte und Programme im Bereich Ernährung (z. B. Ernährungssicherheit) einzubinden; global zu denken und lokal zu handeln, damit die im Inland erzeugten Lebensmittel auch im Ausland so sicher wie möglich sind.

Mehr unter www.who.int

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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