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Wie viele Sklaven halten Sie?

04.04.2016

Über Globalisierung und Moral

Unsere Wirtschaft macht uns zu Sklavenhaltern, sagt Wirtschaftsprofessorin Evi Hartmann. Mit diesem Buch hält sie uns den Spiegel vor. Aber wie ist Fairplay in der Globalisierung möglich?

Wenn ein T-Shirt drei Euro kostet, können die Produktionsbedingungen nicht fair sein, soviel ist klar. Wer als Manager dieses T-Shirt im fernen Osten beschafft oder als Käufer im Westen überstreift, blendet die hohen Kosten des günstigen Preises auf Seiten der Produzenten aus. Wir haben das große Ganze aus den Augen verloren und damit auch unsere Moral, sagt Evi Hartmann. Und: Wir zahlen alle drauf! Die da unten und wir hier oben. Sie bezahlen mit ihrer körperlichen und wir mit unserer moralischen Gesundheit. Produktion kann ausgelagert werden, Moral nicht. Die Expertin für Supply-Chain-Management will die Globalisierung weder verteufeln noch abschaffen, denn nicht sie ist das Problem, sondern wir – als Wirtschaftstreibende und als Konsumenten – sind es. Viel zu selten fragen wir uns, ob als Unternehmer, Manager oder Verbraucher, wie wir damit umgehen wollen, was die Globalisierung an menschlichem Elend, brennenden sozialen Konflikten und Umweltzerstörung zu Tage fördert. Wo bleibt das Korrektiv, fragt die Autorin, und zeigt: Wir können eine Menge tun, um Sklaverei und Ausbeutung ein Ende zu bereiten, global wie lokal. Manchmal ist ein Anstupser durch ein Vorbild oder einen Konkurrenten nötig, um moralisch in die Gänge zu kommen. Wie haben die Wahl, ob wir Teil der Lösung oder Teil des Problems sein wollen.

 

Wie viele Sklaven halten Sie?

Autor: Evi Hartmann

Verlag: Campus Verlag

ISBN: 978-3-593-50543-5

Seiten: 224 Seiten

Preis:  17,95

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