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Wir Österreicher „ticken“ anders

07.05.2007

Gesundheitsfördernde Getränke zählen zu den Verkaufsschlagern im internationalen Lebensmittel- und Getränkemarkt. Absoluter Renner in dieser Kategorie ist nach wie vor Trinkjoghurt, so das Ergebnis der Nielsen-Studie mit dem Titel „What‘s Hot Around the Globe – Insights on Growth in Food & Beverage Products”.

„Verbraucher weltweit konzentrieren sich bei der Ernährung tendenziell auf zwei Schwerpunkte: Zum einen geht es um Geschmack, Gesundheit und Nährwert, zum anderen um Komfort und praktischen Nutzen”, erläutert Martin Prantl, Geschäftsführer Nielsen Österreich. „Speziell das Thema Gesundheit ist jedoch differenziert zu sehen, je nach Entwicklung der Region und Alter der Bevölkerung. In der westlichen Welt steht der Wellness- und Antiagingaspekt der Babyboomer Generation im Vordergrund, in den Schwellenländern ist es oft das Thema gesunde Ernährung für die Familie und speziell die Kinder.“
Im Weltmarkt für Lebensmittel und Getränke gab es im Zeitraum zwischen Mitte 2005 und Mitte 2006 in neun Produktkategorien zweistellige Zuwachsraten. Trinkjoghurts führen mit diesem Wachstum auch die Liste der sechs Kategorien mit einem Umsatzplus von mehr als 1 Mrd. US-Dollar an. Andere Getränke auf Milchbasis (beispielsweise Milch mit Fruchtgeschmack oder Kefirgetränke) legten ebenfalls in 32 von 42 untersuchten Märkten zu, meist sogar im zweistelligen Prozentbereich. In Österreich verzeichnete die Kategorie allerdings ein Minus zu Lasten der neuen Kategorie Getränke auf Basis von Milchersatz (z. B. Soja).
Stark vorangetrieben wird das Wachstum in diesen Getränkekategorien durch gut durchdachte Marketingkampagnen.
In Österreich hat steht allgemein derzeit das Thema gesunde Ernährung und die Herkunft der Lebensmittel im Fokus der allgemeinen Diskussion und wird auch von vielen Handelsketten kommunikativ genutzt.
Handelsmarken boomen
Auch „frisch“ verkauft sich gut – hier boomen Handelsmarken, und Österreichs Handel besetzt das Thema stark in seinen Werbestrategien. Von den neun Top-Wachstumskategorien zählen vier – nämlich Fisch/Meeresfrüchte, Fertigsalate, Suppen und Kräuter/Gewürze – zur Gruppe der frischen Lebensmittel. Dass im Warenkorb immer mehr frische Lebensmitteln zu finden sind, hat unter anderem mit der immer größeren Auswahl zu tun. Der Einzelhandel fördert diesen Trend, indem er für diese Produktkategorie inzwischen erheblich mehr Raum in Form von Kühlregalen und -theken zur Verfügung stellt. Gleichzeitig entwickeln sich Tiefkühlprodukte und ungekühlt lagerfähige Lebensmittel weniger dynamisch, bei Suppen sind die Umsätze sogar rückläufig.
Interessant ist die Tatsache, dass Handelsmarken bei den frischen Lebensmitteln stark präsent sind. So kommen neun der zehn Kategorien, in denen die Handelsmarken ihre höchsten Anteile erzielen, aus der Gruppe der frischen Produkte; in fünf dieser Kategorien legten die Handelsmarken außerdem stärker zu als die Herstellermarken.
„Convenience“ ist Dauerthema und ist weit mehr als nur angenehmer Nebeneffekt: Auch hier kennt der Trend keine regionalen oder nationalen Schranken.red

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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