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Wirtschaftsaufschwung bringt Handels-Plus

18.07.2018

Dass die Wirtschaft im Aufschwung ist, zeigt sich auch im Handel, der 2017 um 4,0 Prozent gewachsen ist. Gerade der Umsatz im LEH ist, trotz gleichbleibender Geschäftsanzahl, deutlich gestiegen. Auf Wachstumskurs bleiben besonders die Eigenmarkenanteile.

Die Aktuelle “Nielsen Consumers 2018”-Erhebung zeigt, ein deutliches Umsatzplus für die Handelsbranche. Die österreichischen Verbraucher gaben 2017 im Lebensmitteleinzelhandel und Drogeriefachhandel insgesamt rund 22,7 Milliarden Euro für Produkte des täglichen Bedarfs aus. Das sind ganze 0,9 Mrd. Euro mehr als im Jahr zuvor. Der LEH erwirtschaftete 2017 mit einem Umsatz von 20,8 Milliarden Euro das stärkste Wachstum seit neun Jahren (+ 4,3 Prozent). Der Drogeriefachhandel verzeichnete im Vergleich keinen Aufschwung: mit 1,9 Mrd. Euro (+ 0,3 Prozent) stagnierten die Umsätze. Seit einigen Jahren steigen in beiden Produkt-Sparten besonders die Eigenmarkenanteile kontinuierlich

Standortschwund stoppt

Mittlerweile hat sich der Strukturwandel in der Handelsbranche abgeschwächt. Die Zahl der Einzelhandelsgeschäfte sinkt mit -1 % bzw. -400 Geschäften deutlich geringer als in den Vorjahren (Quelle: WKO). Ein Zeichen dafür, dass sich der Strukturwandel endlich abschwächt. Im LEH hat sich die Zahl der Standorte noch einmal leicht auf 5.273 verringerte.  Die sinkende Geschäftsanzahl wurde aber mit den dynamisch wachsenden Hard Discounter (+8,5 %) ausgeglichen. Das liegt an der Flächenexpansion durch die Eröffnung von 25 neuen Filialen. Mit 3,8 Prozent verzeichneten auch die Supermärkte eine positive Umsatzentwicklung, gefolgt von den Verbrauchermärkten (+ 2,8 %),  wozu vor allem die kleineren Formate unter 2.500 m² beitrugen.

Handels-Trends

Beliebt im LEH sind besonders die Kategorien Molkereiprodukte (2,2 Mrd. Euro), Alkoholfreie Getränke und Convenience (jeweils 1,4 Mrd. Euro) mit dem höchsten Umsatz. Drogerie-Sortimente werden von Körperpflege (0,52 Mrd, Euro), Papier/Hygiene + Heim (0,37 Mrd. Euro) und Heimtier (0,31 Mrd. Euro) angeführt. Sowohl im „Food“, als auch „Non-Food“-Bereich  sind besonders Eigenmarken sehr gefragt, die Anteile im Handel steigen seit einigen Jahren kontinuierlich. „2017 geben 53 Prozent der Verbraucher an, mehr Handelsmarken zu kaufen, das sind stolze 15 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Gerade im Bereich Food wurde die Bedeutung der Eigenmarken weiter ausgebaut. Im Lebensmitteleinzelhandel ohne Hofer/Lidl machen sie mittlerweile über 21 Prozent aus”, so Sigrid Göttlich, Nielsen Österreich-Commercial Director.

Österreicher sind Schnäppchenjäger

Der Aufstieg der Eigenmarken zeigt auch, dass Österreicher bei Preisen eher sensibel sind. Über ein Drittel (39 %) kennt zwar nicht unbedingt alle Preise, bemerkt aber normalerweise Preisänderungen. 36 Prozent geben sogar an, dass sie die meisten Preise kennen und Veränderungen sofort wahrnehmen. Auch die die Suche nach Schnäppchen ist immer noch weit verbreitet. Fast die Hälfte der Verbraucher (40 %) sucht beim Einkaufen in ihrem gewohnten Geschäft gezielt nach Angeboten. Knapp ein Viertel (23 %) gibt an, regelmäßig verschiedene Marken zu kaufen, wenn diese gerade im Angebot sind. Fast ebenso viele (21 %) wechseln auch das Geschäft bei jedem Einkauf, je nachdem, welches die attraktivsten Angebote hat. Das ist vermutlich durch die hohe Geschäftsdichte vor allem in urbanen Regionen gut möglich.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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