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Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel der WKÖ

WKÖ fordert bei der Preiserhebung Augenmaß ein

19.01.2017

Statt manuell soll der Handel, vorrangig der Lebensmittelhandel, in Zukunft die Verbraucherpreise aus den Scannerkassen elektronisch an die Statistik Austria melden.  Die Wirtschaftskammer befürchtet, dass es damit zu neuen bürokratischen Hürden und zur Schaffung des gläsernen Kaufmanns kommt.

Die geplante Umsetzung einer EU-Vorgabe zum Thema Scannerkassen-Daten wirft ihre Schatten voraus. Laut Vorgabe der Europäischen Union wird die Ermittlung der Verbraucherpreise statt wie bisher manuell künftig elektronisch erfolgen. Daher sollen die österreichischen Händler durch eine Verordnung des Wirtschaftsministeriums verpflichtet werden, die Verkaufsdaten aus ihren Scannerkassen an die Statistik Austria auf elektronischem Weg zu übermitteln. Vorrangig betrifft die künftige Verpflichtung den Lebensmittelhandel, weil die Entwicklung der Preise von Gütern des täglichen Bedarfs für den Verbraucherpreisindex (VPI) eine besondere Rolle spielt.

Wichtig ist jedenfalls, dass der Aufwand für die Wirtschaft dabei so gering wie möglich gehalten wird. „Alles andere würde ja dem von der heimischen Politik forcierten Entbürokratisierung widersprechen“, unterstreicht Iris Thalbauer, Geschäftsführerin der Bundessparte Handel in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Dazu kommt, dass in Zeiten des verstärkten Rufs nach Datenschutz der Schaffung des gläsernen Kaufmanns und des gläsernen Konsumenten gleichermaßen mit Skepsis zu begegnen ist.

Daher plädiert die Bundessparte Handel als gesetzliche Interessenvertretung des heimischen Handels dafür bei der Umsetzung Augenmaß walten zu lassen. „Aus unserer Sicht bedeutet das: Es ist nicht notwendig, die Scannerkassendaten öfter und detaillierter zur Verfügung zu stellen, als dies zur Ermittlung des Verbraucherpreisindex unbedingt erforderlich ist“, so Thalbauer.  Ebenso wichtig aus Sicht der Bundessparte Handel ist eine Ausnahme für kleine und mittlere Unternehmen: „Gerade diese würden durch die neuen Verpflichtungen überproportional getroffen. Das widerspräche dem vielfach propagierten Ziel, KMU zu stärken“, ruft Thalbauer abschließend in Erinnerung.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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