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55 Prozent des österreichischen Online-Umsatzes fließt in den ausländischen Handel

WKÖ-Studie: Die Hälfte der Online-Umsätze fließen ins Ausland

11.06.2018

Die heimischen Jahresausgaben für Online-Einkäufe im Einzelhandel lagen 2017 bei rund 7 Mrd. Euro. Davon entfielen aber nur 45 Prozent auf den österreichischen Einzelhandel.

Die gute Nachricht für alle heimischen Handelsbetriebe, die über ein Online-Portal verfügen zuerst: Die Zahl der Online-Shopper hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. 2006 waren es 30 Prozent der Österreicher die online einkauften, 2017 schon 62 Prozent. Das sind rund 4,1 Mio. Österreicher im Alter von 16 bis 74 Jahren, wobei 84 Prozent von ihnen regelmäßig Einkäufe im Internet erledigen.  Mit diesen 62 Prozent Online-Einkäufern liegt Österreich auf Platz 9 im EU-28-Ranking, das vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland (82%), Schweden (81%)und Luxemburg (80%) angeführt wird. Deutschland belegt mit 75 Prozent den sechsten Rang.  Das ergab die WKÖ-Studie zum Internet im Einzelhandel, die kürzlich von Bundesspartenobmann Peter Buchmüller, Bundesspartengeschäftsführerin Iris Thalbauer und Projektleiter Ernst Gittenberger vorgestellt wurde.

Luft nach oben beim heimischen Online-Angebot

Aber nicht nur die Online-Kunden wurden mehr, auch die heimischen Online-Angebote. Mittlerweile gibt es im Einzelhandel 9.000 Online-Shops (2006: 3.200). Doch obwohl sich das Angebot seit 2006 fast verdreifacht hat, sind es nur 22 Prozent der Einzelhandelsunternehmen, die einen Online-Shop betreiben. Der Grund dafür liegt in der Struktur der heimischen Einzelhandelsunternehmen, die zum größten Teil Kleinst- und Kleinbetriebe sind. „E-Commerce ist jedoch vor allem eine Frage der Unternehmensgröße“, merkte Gittenberger an. Rund 7.200 der 9.000 österreichischen Online-Shops haben im Hintergrund stationäre Händler, 1.300 sind reine Online-Händler. Nahezu alle Warengruppen konnten seit 2006 ihre Anteile am Online-Einkauf deutlich steigern. Die Top-Seller im Online-Bereich sind nach wie vor Elektrogeräte, Bekleidung & Textilien sowie Bücher. Unverändert bei den Schlusslichtern ist der Bereich „Lebensmittel, Getränke, Spezialitäten“, der aber in der Dekade von 2 auf 6 Prozent zugelegt hat.

55 Prozent des Umsatzes im Ausland

2017 haben die Österreich online rund 7 Mrd. Euro ausgegeben, die Umsätze des heimischen Internet-Einzelhandels lagen jedoch nur bei 3,2 Mrd. Euro. Sprich nur 45 Prozent des Online-Umsatzes fällt in Österreich an, 55 Prozent fließt in den ausländischen Internet-Handel. „Gerade vor diesem Hintergrund tut es besonders weh, dass ein so großer Teil der Österreicher im Ausland einkauft“, kommentierte Buchmüller die Ergebnisse. Der Auftritt im Internet wird für die österreichischen Einzelhändler damit zunehmend wichtiger. Immerhin 81 Prozent der Unternehmen gaben an, im Online-Handel eine starke Bedrohung für den stationären Einzelhandel zu sehen. Von Seiten der WKÖ gibt es deshalb einige Hilfestellungen für Unternehmen unter www.derhandel.at und unter www.kmudigital.at, sowie unter www.wko.at/digital. (apa/ar)

 

Die Online-Studie kann kostenlos unter www.derhandel.at und www.kmuforschung.ac.at heruntergeladen werden.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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