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Wunschnachbar Lebensmittelhandel

23.04.2018

Bei der aktuellen Mieter-Befragung von Österreichs Shoppingcentern wurden nicht nur die besten heimischen Einkaufsparadiese ermittelt. Wenn es sich die Filialisten aussuchen könnten, würden sie sich einen Supermarkt als Nachbargeschäft wünschen.

Allgemein werden die Zentren noch immer als beste Geldquelle angesehen, trotzdem wird die Umsatzperformance schlechter bewertet. Auch die Kundenfrequenz scheint zu sinken. Im Shoppingcenter Performance Report Österreich 2018 von Ecostra, wurden 62 Expansionsmanager jener Filial-Ketten befragt, die am häufigsten in Shoppingcentern vertreten sind. Dabei wurden 149 Shoppingcenter (94 Shopping Malls und 55 Retail Parks) berücksichtigt, in das Ranking haben es 120 von ihnen geschafft. Im Report stehen drei Themenblöcke im Fokus: die Performance und die Marktbedeutung ausgewählter Malls aus der Sicht der Mieter, sowie Sonderfragen im Rahmen der Anmietung eines Shops.

Bester Umsatz trotz sinkender Werte

Auch in diesem Jahr erweisen sich die Befragten mehrheitlich als zufrieden mit der Leistung ihrer Shopping-Center-Filialen. Mit 57 von 80 Zentren ist die Zahl im Vergleich zu den Vorjahren trotzdem kontinuierlich gesunken (2017: 62 Center, 2016: 64 Center). Gleichzeitig erreichen auch nur noch 9 Center (2017: 11 Center) in einer Skala von 1 bis 10 (1-sehr zufriedenstellend, 10-sehr schlecht), eine Durchschnittsbewertung mit 2 oder besser, ganze 23 Center wurden mit „nicht mehr befriedigend“ beurteilt. Eine „deutlich nicht zufriedenstellende Umsatzleistung“ ergibt sich in sieben Malls. Auch der Mittelwert des Rankings (Ø 2,70) zeigt, dass sich der schleichende Prozess von schlechteren Umsatz-Bewertung sich auch dieses Jahr fortgesetzt hat. Obwohl die Mehrheit der befragten Mieter (36 %) angaben, dass die Entwicklung der Kundenfrequenzen abgenommen hat, werden die Umsatz-Leistungen der Stores in Shopping-Centern noch immer besser beurteilt, als in Innenstadtlagen (35%), nur acht Prozent sind anderer Meinung. Mehr Bedeutung erlangt auch das gastronomische Angebot (75,8%). Die Plus City wurde übrigens für den besten Food-Court ausgezeichnet. Zum besten Betreiber wurde die Rutter-Gruppe (Ø 1,86) gewählt, zu der unter anderem M-City in Mistelbach und Neukauf in Spittal gehören.

Mit Merkur und Spar an der Seite

Nicht nur als Privatperson, hat man gern einen Supermarkt im Nebenhaus. Wenn es sich die Mieter aussuchen könnten, würde sich die Mehrheit entweder den Lebensmittelhändler Merkur (23%) oder dessen Konkurrenten Interspar (15%) als „Nachbar“ wünschen. Allgemein sind gleich vier Lebensmittelketten unter den meistgenannten Mietern vorzufinden. Auffällig ist, dass von den befragten Mietern, mit Ausnahme des Lebensmitteleinzelhandels häufig branchengleiche Nachbarn gewünscht werden. Hier steht vermutlich die Standortstrategie dahinter, Kompetenzbereiche zu bestimmten Angebotsfeldern zu bilden.

Sieger

Mit hervorragenden Werten (Ø 1,38) wird das Gesamtranking aller Shoppingcenter erneut vom „Messepark“ in Dornbirn angeführt, gefolgt von der Wiener „ The Mall“. An dritter Stelle und damit erstmals auf dem Treppchen rangiert das EKZ „Am Garnmarkt“ in Götzis (Ø ca. 1,67). Bei diesem Standort handelt es sich um ein besonderes offenes Innenstadtkonzept. Die gute Bewertung zeigt welche Bedeutung solche Konzepte für die Ortskernentwicklung gerade auch bei kleineren Städten und Gemeinden in der Zukunft haben können. An der Spitze dominieren nach wie vor die räumlich größeren Shoppingcenter. 13 der Top 20-Center weisen eine Gesamtmietfläche von jeweils mehr als 20.000 m² auf. Die Shopping City Süd hat als größte österreichische Shopping Mall den Sprung in die Top 20 allerdings nicht geschafft.

Am unteren Ende

Sehr erfreulich für Mieter und Betreiber: Im Verlauf der letzten Jahre hat sich die Umsatzperformance einiger Shoppingpaläste erheblich gesteigert, ein Beispiel für diesen positiven Trend ist unter anderem das „Zentrum Hernals. Am hinteren Ende befinden sich 23 Shoppingcenter, mit Abstand den letzten Platz (Rang 80) belegt das „Citygate Shopping“ in Wien (Ø ca. 4,47). Knapp davor liegen City Shopping Promenade“ in St. Pölten (Platz 79 mit Ø ca. 4,00) der „Citypoint“ in Steyr (Ø ca. 3,86) und das „ZiB Zentrum im Berg“ in Salzburg.

Retail Parks Preis-Leistungssieger

Die separat beurteilten Retail Parks oder Fachmarktzentren (FMZ) haben sich haben gegenüber den Shopping-Centern mit einer deutlich besseren Performance geschlagen. Die Anzahl der Standorte mit einer unterdurchschnittlichen Bewertung nimmt weiter ab. Demgegenüber erhielten 10 Fachmarktzentren Durch-schnittsbewertungen von 2,00 und besser. Lediglich die Zahl der besonders positiven Bewertungen gegenüber dem Vorjahr ist leicht zurückgegangen. An der Spitze der FMZ liegt zum 1. Mal vom „GEZ West“ (Ø ca. 1,20). Auf Platz 2 folgt der „Panoramapark“ in Neunkirchen (Ø ca. 1,33). Es folgen der letztjährige Gewinner das „ZIWA Leobersdorf“ (ehem. Einkaufspark Leo, Ø ca. 1,50) auf Platz 3 und das „Zentrum KIKA“ in Feldbach (Ø ca. 1,57) auf Rang 4. Angeführt wird das Ranking damit auch 2018 fast ausschließlich von kleineren FMZ (bis 20.000 m² Geschäftsfläche). Die Schlusslichter sind das „Pado“ in Parndorf (Ø ca. 3,25) vor der „Galleria Danubia“ in Hainburg (Ø ca. 3,44).

 

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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