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Zielpunkt-Chef Satek übernimmt Zielpunkt

07.02.2012

Eine Investorengruppe um DDI Jan Satek (45) kauft vom bisherigen Eigentümer, der luxemburgischen bluO-Gruppe, rückwirkend per 1. Jänner 2012 den heimischen Nahversorger Zielpunkt.

DDI Jan Satek identifiziert sich stark mit Zielpunkt

In seiner Rolle als Vorstandsvorsitzender koordiniert Satek federführend seit der Übernahme durch bluO die Sanierung und Restrukturierung des Unternehmens, das aus über 300 Filialen besteht und rund 3.000 MitarbeiterInnen beschäftigt. bluO hatte den angeschlagenen Lebensmittelhändler im Juli 2010 von der Tengelmann Gruppe übernommen. Es gelang, unter Jan Sateks Leitung durch Entsendung der bluO taskforce, das negative EBITDA annähernd auszugleichen. Die Gesellschaft ist jetzt frei von Bankverbindlichkeiten und wächst deutlich.

Stabilität durch Kontinuität

DDI Jan Satek und die Investorengruppe steigen als neue Eigentümer in alle laufenden Verträge ein. Jan Satek als Mehrheitsgesellschafter wird weiterhin als Vorstandsvorsitzender federführend tätig sein. „Die in den letzten 18 Monaten mit bluO umgesetzten Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen greifen. Ich identifiziere mich zwischenzeitig so stark mit dem Unternehmen, dass für mich die Übernahme ein logischer Schritt ist“, erklärt DDI Jan Satek seine Beweggründe. „Als Eigentümer kann ich noch schneller und konsequenter Verbesserungen vorantreiben“, kennt Satek sein Unternehmen. „Der seit eineinhalb Jahren eingeschlagene Weg bleibt zum überwiegenden Teil gleich“. Satek steht für Stabilität und konstante Entwicklung, er sieht das Management Buy-Out als „long term Engagement“.

Für 2012 ist der endgültige Turn-Around geplant. „In der Jahresmitte werden wir schwarze Zahlen schreiben“, beschreibt Satek die nächsten Steps. Das Transaktionsvolumen liegt im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Zielpunkt konnte 2011 das negative EBITDA von 23 Millionen Euro im Jahr 2010 auf rund minus 5 Millionen Euro reduzieren. Genaue Zahlen liegen zum Jahresabschluss im März vor.

„Sanieren statt demolieren“

Dass Satek nicht der ist, der Unternehmen aushöhlt, nur auf kurzfristige Gewinnoptimierung aus ist und weiterverkauft, hat er hinlänglich bewiesen: „Ich war in den letzten Monaten derjenige, der die Sanierung von Zielpunkt vorangetrieben hat. Jetzt übernehme ich selbst das Unternehmen und gewinne an Beweglichkeit. Ich habe viele Ideen, wie das Unternehmen weiter auf Sanierungs- und schließlich Erfolgskurs bleibt“, erklärt er. Der eingeschlagene Weg als Nahversorger mit Kompetenz bei Markenartikeln bleibt; verstärkt werden die beiden bereits eingeführten Handelsmarken „natürlich für uns“ und „Jeden Tag“, der Non-Food Bereich wird verkleinert. „Wir konzentrieren uns klar auf unsere Kompetenz als Lebensmittelhändler für jeden Tag“, so Satek.

Zunächst übernimmt Satek das Unternehmen allein, allerdings mit der Absicht, in den nächsten Wochen weitere Investoren ins Management-Board aufzunehmen. „Aktuell führe ich Gespräche mit Investoren aus den unterschiedlichsten Bereichen. Sobald die Verträge unterzeichnet sind, werden wir die Investoren bekannt geben“, deklariert Satek. Die Transaktion ist aber unabhängig von dieser geplanten Erweiterung.

Positionierung als Nahversorger

Die Mitarbeiteranzahl (3.000 ) sowie die Filialanzahl bleiben stabil, die sanfte Expansion – angedacht sind 5 bis 10 neue Filialen pro Jahr – geht weiter. Auch die Ausrichtung als Nahversorger mit einem modularen, regional zugeschnittenen Sortiment bleibt. Gleichfalls der Fokus auf österreichische Produkte – speziell bei der Bio-Handelsmarke „natürlich für uns“. Verstärkt wird die Preiseinstiegsmarke „Jeden Tag“: Die Artikelanzahl soll im Laufe des Jahres von derzeit 240 weiter ausgebaut werden. Auch bei den günstigen Produkten wird verstärkt Österreich im Mittelpunkt stehen: So werden bereits seit Ende 2011 Molkerei- und Fruchtsaftprodukte der Eigenmarke „Jeden Tag“ von österreichischen Lieferanten bezogen.

Maßnahmen, die bereits gesetzt wurden und maßgeblich für eine nachhaltige Sanierung sorgen, bleiben aufrecht. Darunter fällt der Beitritt zur Markant, wodurch Zielpunkt ein Teil eines europäischen Netzwerkes wurde.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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