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Auch die erst im März 2015 neu eröffnete Filiale in Wien 22, Langobardenstraße 26, musste schließen

Zielpunkt: ernüchternde Zwischenbilanz

10.02.2016

Schlechter Standort bleibt schlechter Standort. Der aktuelle Zwischenstand der Zielpunkt-Verwertung bestätigt diese Einzelhändler-Faustregel auf das Eindrücklichste. 

Per 1. Februar sind von den insgesamt 229 ehemaligen ZIP-Filialen gerade einmal 65 (das sind 28%) am sicheren Ufer angelangt. Diese Standorte wurden von Handelszentralen angefragt und von der Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) ohne Auflagen freigegeben. Weitere 24 Filialen wurden vom Masseverwalter an Kleinunternehmen abgegeben, die  aufgrund ihrer geringen Marktbedeutung keiner kartellrechtlichen Überprüfung bedürfen. Zusammen ergibt das 88 Betriebe (39% der Gesamtheit), die Masseverwalter Freimüller als erledigt abhaken kann.

Acht angefragte Filialen wurden von der BWB nicht freigegeben und kommen daher wieder auf den Markt. Weitere 23 wurden seitens der BWB den Übernahme­interessenten mit Auflagen genehmigt. So sieht die vorläufige Aufteilung laut BWB aus (Stand Ende Jänner 2016): 26 Outlets gehen an Spar, 20 an Rewe, 11 an Hofer, 8 an die türkische Handelskette Etsan, 7 an denn’s, 7 an dm, 4 an Bipa, 2 an Lidl, 2 an Fressnapf und 1 an Libro. Es kann aber sein, dass die eine oder andere Übernahme doch nicht zustande kommt. Denn die Auflagen der BWB haben es in sich.

Da geht es beispielsweise um die Schließung eines bestehenden Ladens in der Nachbarschaft oder um die Verkleinerung der Verkaufsfläche. Besonders pikant: Mancher ZIP-Standort darf nur als Diskontladen und nicht als Vollsortiments-Supermarkt geführt werden. Also im ­Falle Rewe: Billa nein, Penny ja. Seitens der BWB begründet man diese Unterscheidung mit dem Argument, dass im Falle eines zusätzlichen Supermarkt-Standortes viel mehr Lieferanten von der erhöhten Konzentration betroffen wären, als im Falle eines weiteren Diskonter-Standortes. Doch Diskonter wie  Hofer, Lidl oder Penny sind es ja, denen der Ruf des Preisdrückers und damit Inflationsbremsers vorauseilt. Hofer bekam elf Standorte zugesprochen, sein expansionsfreudiger Verfolger Lidl erwirbt aktuell nur zwei Zielpunkt-Filialen.

Der Masseverwalter, der vorerst auf mehr als der Hälfte der Standorte sitzen blieb, wird somit eine zweite Versteigerungsrunde einläuten müssen. Praktisch alle bislang unverkäuflichen Filialen haben ihren Betrieb eingestellt. Manche Immobilieneigentümer werden Federn lassen müssen. Zu den bedeutendsten Zielpunkt-Vermietern  zählt mit 33 Standorten die Ex-Tengelmann-Tochter Trei Real Estate, die jetzt Pfeiffer gehört.

Hanspeter Madlberger

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