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Der ehemalige Zielpunkt in der Langobardenstraße im 22. Bezirk von Wien ist jetzt ein Billa.

Zielpunkt-Pleite zieht weite Kreise

13.07.2016

Der Konkurs der Lebensmittelkette Zielpunkt hat nicht nur vielen Mitarbeitern den Arbeitsplatz gekostet, sondern wirkt sich auch negativ auf die Nahversorgung und die Nahrungsmittelindustrie aus.

Auch wenn nach der Zielpunkt-Pleite Ende November 2015 schon einige Zeit ins Land gezogen ist, sind die Auswirkungen noch immer spürbar. Das plötzliche Ende, das für viele überraschend kam, hat die ganze Branche durcheinander gewirbelt.  Etliche ehemalige Zielpunk-Filialen wurden zwar von anderen Lebensmittelhändlern übernommen und damit auch etliche ehemalige Mitarbeiter, aber viele Zielpunkt-Standorte stehen noch immer frei.

Die Wiener Wirtschaftskammer klagt über Lücken in der Nahversorgung, wobei die Zielpunkt-Pleite die Situation noch verschärft hat. Laut WKW-Stadtplanungsleiterin Andrea Faast hatten im Vorjahr bereits 207.000 Wiener kein Lebensmittelgeschäft im Umkreis von 300 Metern Luftlinie. Durch die nur teilweise Übernahme von Zielpunkt-Märkten könnte die Zahl jener Wiener, die innerhalb von „weißen Flecken“ wohnen, im schlimmsten Fall auf 242.000 steigen, befürchtet die Kammer.

Marktanteil von Spar, Rewe und Hofer gestiegen

Auch die heimische Nahrungsmittelindustrie ist „schmerzlich getroffen“.  Obwohl Zielpunkt nur einen Marktanteil von 3 Prozent hatte, wirke sich die erneut gestiegene Handelskonzentration negativ auf die Nahrungsmittelhersteller aus, erklärte Katharina Koßdorff, Geschäftsführerin des Fachverbandes der Nahrungs- und Genussmittelindustrie in der Wirtschaftskammer, im APA-Gespräch. Nach mehr als einem halben Jahr seien die "großen Auswirkungen" des Zielpunkt-Konkurses nun deutlicher sichtbarer. Die Mehrzahl der Zielpunkt-Filialen sei an die drei großen Ketten Spar, Rewe (Billa, Merkur, Penny, Adeg) und Hofer gegangen, der Marktanteil dieser drei Supermarktketten so in Richtung 87 Prozent gestiegen, erklärte Koßdorff. Aber auch die immer zahlreicher stattfindenden Minus-25-Prozent-Aktionen im Lebensmitteleinzelhandel würden die Hersteller negativ treffen.

Derzeit (11. Juli bis 18. Juli 2016) werden durch RS Auktionen gerade 130 Positionen des Zielpunkt-Marktes Wien Rennbahnweg, der erst im Jahr 2014 neu eingerichtet wurde, online versteigert. Seit Februar 2016 kommen so Filialeinrichtungen von Zielpunkt, wie Kassen, Gefriertruhen, Regal und Wurstschneidemaschinen, unter den Hammer. (apa/ar)

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