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Zuckerbombe Milchprodukt

28.05.2018

Die aktuelle Studie der Diabetes Gesellschaft (ÖDG) zeigt: Zwei Drittel der Milchprodukte im LEH sind zu süß. Auch der Trend zum Zusatz von Süßstoffen nimmt in einem besorgniserregenden Maß zu.

"Nur weil Milch ein Bestandteil eines Produkts im Supermarktregal ist, heißt das leider noch lange nicht, dass dieses Produkt auch gesund ist", erklärt ÖDG-Präsidentin Alexandra Kautzky-Willer. Zum Weltmilchtag am 1. Juni erscheint jährlich die SIPCAN-Milchliste (Special Institute for Preventive Cardiology And Nutrition). Eine Studie zum Zuckergehalt in mehr als 1.100 Milchprodukten im österreichischen Handel. Sie soll eine Orientierungshilfe für den Alltag bieten und auch bei Produzenten und Handel ein Umdenken anstoßen. Joghurt, Topfencreme und Co. werden anhand eines Richtwertes (max. 12g Zucker/100g bzw. 100ml) bewertet, der gemeinsam dem Gesundheitsministerium erarbeitet wurde. Das Ergebnis: Nach wie vor sind die meisten der in Österreich erhältlichen Milchprodukte zum Trinken oder Löffeln zu süß, um gesund zu sein. Bei löffelbaren Milcherzeugnisse liegt der durchschnittliche Zuckergehalt aller Produkte (13,23g) weit über dem aktuellen Grenzwert von zwölf Gramm. Zwar gibt es eine Steigerung des Produktanteils auf der gesunden Seite von 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Trotzdem entsprechen nach wie vor 78,1 Prozent der Milchprodukte nicht den vorgegebenen Grenzwerten. Deswegen fordert die ÖDG und SIPCAN ein Maßnahmenpaket zur Zuckerreduktion von der Industrie.

Trend Süßstoff

Bei Milchprodukten zum Trinken finden sich etwas mehr als zwei Drittel der erhältlichen Produkte im guten Bereich (durchschnittliche Zuckergehalt: 10,8g). Allerdings ist bei dieser Produktkategorie ein besorgniserregender Trend zu beobachten, nämlich die verstärkte Verwendung von Süßstoffen. Zwischen 2012 und 2015 ist der Wert zwar gesunken, seither ist aber wieder ein Anstieg zu beobachten. Im Vergleich zur Vorjahreserhebung besteht sogar eine sprunghafte Steigung um 7,1 Prozent. Zwar haben Süßstoffe keine Kalorien, noch fördern sie Diabetes, trotzdem verursachen sie andere Probleme. Sie fördern die Gefahr, dass Konsumenten, vor allem Kinder langfristig an höhere Süße gewöhnt werden und dass trotzdem kein Sättigungsgefühl eintritt. „Wir sollten lernen die natürliche Süße von Milchprodukten aufgrund des normalen Milchzuckergehalt in Maßen zu genießen", so Kautzky-Willer.

Langsame Fortschritte

Dass der enorme Zuckerzusatz bei Produkten aller Art eigentlich nicht unterstützt werden sollte, kommt langsam in der Lebensmittelbranche an. So startete die Handelskette Rewe erst vor kurzem die Kampagne „Du bist Zucker. Wie viel brauchst du noch.“ Durch Produkttests sollen Konsumenten testen, wie viel Zucker für guten Geschmack wirklich notwendig ist. Auch in der Industrie gibt es erste Umbrüche. Süßwarenhersteller Haribo bringt eine erste zuckerreduzierte Reihe auf den Markt (Haribo Fruitilicious, Fruity Penguins, und Sea Friends). Die Fruchtgummis haben jeweils 30 Prozent weniger Zucker, als das Original. Auch der österreichische Mineralwasserproduzent Vöslauer reduzierte den Zuckergehalt der Balance-Range sogar um 50 Prozent.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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