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Zuerst die gute Nachricht

16.12.2014

In einer Studie der RegioData wurde festgestellt: die Kaufkraft der Österreicher steigt an und stößt bis Ende 2014 erstmals an die 20.000-Euro-Marke. Die schlechte Nachricht für den Einzelhandel: das Geld geht hauptsächlich in gestiegene Fixkosten, Erholung und Bildungsangebote.

Ein Zeichen der Zeit: Auch wenn wir mehr Geld zur Verfügung haben, so stecken wir es in unsere Fixkosten – zu denen auch alle digitalen Einrichtungen gehören, sowie in Bildung (positiv) und Erholung!

Die Kaufkraft an sich steigt
19.970 Euro betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft eines Österreichers im Jahr 2013. Bis Ende des laufenden Jahres wird sie im Schnitt um +2,1% nominell und im nächsten Jahr 2015 um weitere +1,9% nominell steigen. Bis Ende 2015 wird die Kaufkraft rund 20.780 Euro erreichen. Das ergibt ein leichtes Plus von +0,3% für 2014 und von +0,2% für 2015. Unter Kaufkraft werden alle in einem Jahr für den privaten und nicht privaten Konsum zur Verfügung stehenden Geldmittel verstanden, unabhängig davon ob diese beispielsweise aus unselbstständiger oder selbstständiger Tätigkeit, aus Transferzahlungen oder Aktien resultieren. Die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft ist ein statistischer Wert, der keine Auskunft über die finanzielle Situation einer einzelnen Person und auch nichts über die Verteilung des Wohlstandes in der Gesellschaft gibt. Sie ist ein nationaler oder regionaler Wohlstandsindikator, der einen direkten Vergleich zwischen verschiedenen Ländern und Regionen ermöglicht.

Kaufkraft im Einzelhandel geht zurück
Rund 30% der verfügbaren Kaufkraft gibt ein Österreicher im Schnitt für Einzelhandelsprodukte aus. Dieser einzelhandelsrelevante Kaufkraftanteil lag vor rund zehn Jahren noch bei circa 40%. Zum einen hat dies damit zu tun, dass mit dem Wohlstandsanstieg der Bevölkerung auch Einzelhandelsprodukte immer erschwinglicher werden. Andererseits ist dies auch darauf zurückzuführen, dass das Mehr an Geld verstärkt auch in andere Bereiche wie beispielsweise in den Dienstleistungssektor fließt.Im langfristigen historischen Vergleich betrachtet konnten die Österreicher immer mehr Geld ansparen. Betrug der Anteil der nicht privaten Konsumausgaben (Sparen, Versicherungen, private Pensionsvorsorge, Aktien, etc.) im Jahr 2003 noch circa 9%, so waren es 2013 bereits 13%.

Höhere Ausgaben bei den Fixkosten
2010 lag dieser Anteil allerdings bei sogar 15 Prozent. Der Grund für den kurzfristigen Rückgang zwischen 2010 und 2013 hat zum einen mit einem Anstieg der Wohnungskosten (+0,8 Prozentpunkte) – insbesondere Miete und Betriebskosten – sowie mit den höheren Ausgaben in den Bereichen Ernährung (+0,8 Prozentpunkte) und Verkehr (+0,4 Prozentpunkte) zu tun. Leichte Steigerungen sind auch im Bereich Bildung und Erholung (+0,2 Prozentpunkte) zu beobachten. Rückläufig sind hingegen die Ausgabenanteile für klassische Einzelhandelsbereiche wie Bekleidung (-0,4 Prozentpunkte) oder Einrichtung und Hausrat (-0,2 Prozentpunkte). „Die durchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft in Österreich steigt zwar langsam aber kontinuierlich weiter“, fasst Wolfgang Richter, Geschäftsführer bei RegioData Research die Ergebnisse zusammen. „Das Mehr an Geld wird jedoch entweder angespart oder für höhere Fixkosten und/oder Leistungen ausgegeben, die uns sinnvoller erscheinen, so zum Beispiel für Bildungs- und Erholungsangebote.“

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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