Direkt zum Inhalt
Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will war in den sensiblen Verhandlungen zwischen den beiden e-Commerce-Verbänden federführend.

Zwei digitale Handelsverbände sprechen nun mit einer Stimme

17.09.2019

Die europäischen Verbände Ecommerce Europe und EMOTA vereinen sich und sprechen ab sofort mit einer Stimme für die digitale Handelsbranche in Europa. Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will leitete die Verhandlungen.

Die europäischen Handelsverbände Ecommerce Europe und EMOTA (The European eCommerce & Omni-Channel Trade Association), haben am 11. September 2019 ihren offiziellen Zusammenschluss bekannt gegeben. Die beiden Verbände werden unter der Dachmarke „Ecommerce Europe“ vereint. Die Fusion wird nach einer Übergangsperiode mit 1. Jänner 2020 voll wirksam.

"Der Zusammenschluss ist nun perfekt. Ein wichtiger Tag für den österreichischen und europäischen Handel, der sieht sich mit enormen Herausforderungen konfrontiert sieht, um im Wettbewerb mit den Giganten aus Asien und den USA mithalten zu können. Wir haben damit eine einheitliche, starke Stimme auf EU-Ebene geschaffen, die sich für Europas Händler in Brüssel einsetzen wird. Die Zeit ist reif für neue Rahmenbedingungen, die im zunehmend globalen Wettbewerb 'fair play' sicherstellen", freut sich Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, der mit der vorgelagerten sensiblen Verhandlungsführung seitens der EMOTA betraut wurde.

Mit einem prognostizierten europäischen B2C eCommerce-Umsatz von 621 Milliarden Euro im Jahr 2019 steht der digitale Handel im Zentrum fundamentaler wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen, wie der Digitalisierung, der technologischen Revolution, der zunehmenden Vernetzung und einem globalen Wettbewerb.

Um in diesem dynamischen, herausfordernden Umfeld erfolgreich zu sein und das Wachstumspotenzial des digitalen Handels zu erschließen, werden die beiden Verbände in Zukunft mit einer einzigen Stimme sprechen, die sich der Entwicklung des digitalen Einkaufs in Europa widmet. Durch die Bündelung der Kräfte und die Zusammenarbeit mit politischen Entscheidungsträgern auf EU-Ebene wird der neue Dachverband sicherstellen, dass der digitale Handel in Europa weiterhin floriert. Die Ziele: fairer Wettbewerb sowie eine bessere Durchsetzung und Harmonisierung von realisierbaren Maßnahmen in Schlüsselbereichen.

"Wir sind sehr stolz darauf, mitteilen zu dürfen, dass Ecommerce Europe und EMOTA ihre Kräfte bündeln, um der einzige eCommerce-Verband auf EU-Ebene zu werden. Dies ist eine großartige Nachricht für unsere Branche, die jetzt auf eine stärkere Stimme in Europa zählen kann", erklärt François Momboisse, Präsident von Ecommerce Europe. "Diese 'Fusion' wird es uns ermöglichen, den Erfolg des europäischen, digitalen Handels weiter auszubauen und unsere Mission zu verfolgen, den EU-Gesetzgebern dabei zu helfen, die bestmöglichen Rahmenbedingungen für das Wachstum des digitalen Handels in Europa und darüber hinaus zu schaffen."

Frederik Palm, Präsident von EMOTA, bestätigt: "Ich freue mich sehr, dass die EMOTA-Initiative zur Vereinigung beider Verbände nun auf fruchtbaren Boden gefallen ist und dass wir in Zukunft mit einer Stimme für die gemeinsamen Interessen der digitalen Handelsbranche in Europa sprechen werden. Dies ist nicht nur ein wichtiger Schritt zur Stärkung unseres Sektors, sondern auch ein klares Bekenntnis zu Europa. Durch den Austausch unserer Erfahrungen, Ideen und Kenntnisse zwischen den Mitgliedstaaten können wir unser Fachwissen bündeln. Nur gemeinsam, als eine einzige Vereinigung, die sich auf die digitalen Aspekte des Handels konzentriert, können wir eine echte Wirkung erzielen und sicherstellen, dass unsere Ideen und Initiativen in Brüssel Gehör finden."

Der österreichische Handelsverband hat sich in den letzten beiden Jahren aus diversen Gründen intensiv um eine Zusammenführung und Aufwertung der beiden europäischen Handelsverbände bemüht und sichergestellt, dass die Mitgliederstruktur überparteilich ausgestaltet ist. Ebenso war dem österreichischem Handelsverband besonders wichtig, dass globale Digitalkonzerne aus Drittstaaten durch deren Mitgliedschaft nicht direkt in den höchsten Entscheidungsgremien vertreten sein können, sondern nur Vertreter, die über nationale Verbände und damit demokratisch gewählt werden. Damit soll ein unverhältnismäßiger Einfluss von einzelnen Großkonzernen auf die Bildung der Verbandsarbeit und damit ein derartiges Lobbying möglichst reduziert werden.

Gemeinsam können die beiden eCommerce-Verbände ihren Mitgliedern künftig weitere und effizientere Serviceleistungen anbieten, um die Entwicklung des digitalen Einkaufens in Europa und darüber hinaus zu unterstützen. Der vereinigte Verband wird mehr als 25 nationale eCommerce-Verbandsmitglieder umfassen und damit mehr als 100.000 digitale Shops in ganz Europa vertreten. Das Brüsseler Büro für Ecommerce Europe befindet sich weiterhin im Herzen des EU-Viertels, in der Rue d'Arlon 69-71.

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
Werbung

Weiterführende Themen

v.l.n.r.: Anton Santner (Geschäftsführer P8 Marketing), Prok. Dr. David Pfarrhofer (Institutsvorstand von market Marktforschung), Robert Machtlinger (CEO FACC AG), Mario Derntl, BA (z.l.ö.-Generalsekretär), DDr. Werner Steinecker (Generaldirektor Energie AG Oberösterreich und z.l.ö.-Präsident)
Thema
15.05.2020

Die Corona-Krise hat massive Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft. Das gilt auch für den Bereich der Lehrlingsausbildung. Eine von z.l.ö. – zukunft.lehre.österreich. - in Auftrag ...

Rainer Will: "Für Stundungen muss man einen Liquiditätsengpass nachweisen und gleichzeitig soll die Einbringlichkeit der Forderungen gesichert sein - dieser Widerspruch muss aufgelöst werden!"
Thema
05.05.2020

Wer das wirtschaftliche Überleben seines Unternehmens und Arbeitsplätze sichern will, sollte dafür keine persönliche Haftung fürchten müssen. Dafür braucht es aber eine sofortige Klarstellung ...

Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will fordert die Gleichbehandlung von Handelsbetrieben aller Lagen und Größen - und von der Politik, endlich eCommerce-Anbieter aus Drittstaaten in die Pflicht zu nehmen.
Handel
16.04.2020

Seit 14. April darf ein großer Teil des heimischen Handels wieder offen halten. Der Handelsverband hat die ersten Effekte der Wiederöffnung beleuchtet und stellt Forderungen für die Zukunft.

Thema
06.04.2020

Zumindest Lockerungen des derzeitigen Shutdowns sollten für Geschäfte aller Größenordnungen möglich sein. Der Handelsverband hat auch eigene Vorschläge, wie das funktionieren könnte.

Das Liquiditätsproblem: Nach 10 Schließtagen fehlt vielen Unternehmen das Geld, um Gehälter bis zur AMS-Zahlung vorzufinanzieren.
Handel
27.03.2020

Vielen Händlern geht die Luft aus, 490.000 Arbeitsplätze sind akut gefährdet. Jetzt muss Geld fließen!

Werbung