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Zweistelliges Plus mit Kaffeekompetenz

25.06.2008

Nestlé Österreich. Mit einem erfreulichen Umsatzwachstum ist der Schweizer ­Nahrungsmittelproduzent ins Jahr 2008 gestartet. Und auch hier haben ihn gute Entwicklungen erwartet.

Nestlé-Österreich Genarldirektor Markus Oggenfuss.

Nestlé erreichte in Österreich 2007 ein Umsatzwachstum von 10 % und hat damit die 300-Mio.-Euro-Schwelle überschritten. Der Exportanteil ist dabei stark gestiegen und macht nun knapp 10 % aus.
Die gesamten Inlandsverkäufe sind um 9% gewachsen. „Diese positive Entwicklung übertrifft nicht nur klar jene der Vorjahre, sondern liegt auch weit über dem 4,2% Wachstum von Nestlé in Europa“, freut sich Nestlé Generaldirektor Markus Oggenfuss.
Den Haupterfolgsfaktor bildet das umfassende Kaffeegeschäft, welches mit den Marken Nescafé, Nescafé Dolce Gusto und Nespresso im Vorjahr einen Zuwachs von fast 30% erzielte und nun bereits ein Drittel des Gesamtumsatzes von Nestlé in Österreich ausmacht.
Die Einführung von Nescafé Dolce Gusto brachte eine deutliche Belebung des Kaffemaschinen-Marktes. Neben dem klaren Marktführer Nespresso bietet Nestlé nun zusätzlich ein „Multibeverage“-System für die ganze Familie, das seinen Schwerpunkt in der Zubereitung von milchbasierten Kaffeevarietäten sieht.

Dolce Gusto für den Sommer
Die zu Nespresso unterschiedliche Distribution über den Lebensmittelhandel ermöglicht zudem eine optimale Marktabdeckung. Einen besonderen Impuls erwartet man sich im Sommer von Nescafé Dolce Gusto als einziges System, das auch kalte Getränke zubereiten kann.
In der Kategorie „Löslicher Bohnenkaffee“ hat sich die konsequente Kombination von Premiumqualität und Innovation bezahlt gemacht. Sowohl im Segment „Löslicher Bohnenkaffee pur“ – hier ist Nestlé mit den Marken Nescafé Gold und Nescafé Classic klarer Marktführer – als auch im Bereich der „Mixes“ (z. B. Cappuccino), erzielte Nestlé mit neuen Technologien und innovativen Packungsvarianten Zuwächse.
Im so genannten „Vending“-Geschäft bedient Nestlé mit der Kernmarke Nescafé Betreiber von Kaffeeautomaten im öffentlichen und Büro-Sektor.
Österreichweit werden bereits etwa 18.000 Automaten mit Nescafé-Produkten gefüllt, die den Konsumenten auf Knopfdruck eine reiche Auswahl an Zubereitungen – von Espresso bis Cappuccino – bieten. Angesichts des stark steigenden Außer-Haus-Konsums von Kaffee zu allen Tageszeiten sieht Oggenfuss hier noch großes Potential.
Sehr zufrieden zeigt sich der Nestlé Generaldirektor auch mit den anderen Geschäftssparten in Österreich. Mit der Fokusierung auf das Außer-Haus-Geschäft (Gastronomie und Tankstellen) hat Schöller insgesamt deutlich zugelegt, das Geschäft mit Tiefkühlbackwaren verzeichnete ein zweistelliges Plus.

Starke Zuwächse erzielte Nestlé zudem in den innovativen Kategorien Tiernahrung, Cerealien und Sporternährung. Weiters konnte mit der Übernahme von Novartis der Bereich Nutrition im Sinne der strategischen Neuausrichtung des Konzerns auch in Österreich sinnvoll ergänzt werden.
Für das Jahr 2008 steht neben dem weiteren Ausbau des Kaffeegeschäfts vor allem die Marke Maggi im Zentrum der Bemühungen. Bereits zu Jahresbeginn startete Nestlé eine groß angelegte Werbekampagne unter der Devise „Maggi – mit Liebe kochen“. Zwei mobile Maggi Kochstudios touren 2008 ganzjährig durch Österreich, um den heimischen Konsumenten Freude am Kochen und Geschmack an Maggi-Produkten zu vermitteln. „Wir haben das Potential, auch dieses Jahr zweistellig zu wachsen“, gibt sich Oggenfuss zuversichtlich.

LK-Handelszeitung: Welche Entwicklung hat Nestlé in den letzen 2 Jahren erlebt? Sie hatten ja eine „Anti-Aktionitis“ angekündigt, wie ist es Ihnen ergangen?
Markus Oggenfuss: Nestlé Österreich hat in den letzten beiden Jahren eine Phase der Neubesinnung durchlebt. Wir haben die Kompromisse der letzten Jahre kritisch hinterfragt und uns auf die wirklichen Werte unseres Unternehmens konzentriert. Das Ergebnis ist: Wir setzen unsere Mittel stärker für unsere Marken ein.
Wir haben uns ganz gezielt von kurzfristigen, wertvernichtenden Promotions distanziert und die so freigemachten Mittel bewusst in die Markenkommunikation investiert. Hinter der Einführung von Nescafé Dolce Gusto stand eines der größten Kommunikationsbudgets, das Nestlé in Österreich seit langem für einen Launch eingesetzt hat.
Wie haben sich die Relaunches der Hauptprodukte entwickelt?
Ein Umsatz-Plus von knapp 10% im Jahr 2007 und ein ähnlich vielversprechendes Jahr 2008 geben uns recht. Wir können mit Freude sagen, dass wir gesunder und zukunftsorientierter dastehen als noch vor zwei Jahren.
Unsere Markenwerte spiegeln das Vertrauen wider, das unsere Konsumenten in uns setzen. Qualität ist einer der wichtigsten Werte zur Erlangung und nachhaltigen Beibehaltung dieses Vertrauens. Wir arbeiten kontinuierlich an der Optimierung unserer Produkte mit innovativen Technologien (aktuelles Beispiel KitKat). Wir setzen zur Überprüfung unsere bewährten 60/40+ Tests ein.
Welche Neuheiten haben Sie im Köcher? Welche Relaunches planen Sie?
Wir haben 2008 eine Vielzahl von Initiativen. Im LEH präsentiert sich etwa Nescafé Dolce Gusto, im ersten vollen Geschäftsjahr mit neuen, attraktiven Sorten, auch für die Sommersaison.
Maggi hat eine neue Kommunikation (Maggi – mit Liebe kochen, zwei mobile Kochstudios auf Tournee) sowie signifikant verbesserte Rezepturen.
Im Out-of-Home-Bereich startete Schöller mit sukzessivem Ausbau seines erfolgreichen Vertriebsnetzes.
Nestlé und Nährengel-Catering kooperieren mit einem lösungsorientierten Komplettangebot und perfekter Beratung.
Auch im Internationalen Business tut sich einiges: Purina punktet mit einem Innovationsfeuerwerk und einem Ausbau des Geschäfts mit Züchtern und Fachgeschäften.
Die Cereals gewinnen mit dem erfolgsgewohnten Mix aus Promotions und neuen Sorten, wie Fitness Müsli.
Wie setzen Sie den Abverkauf im LEH um?
Wir kombinieren klassische Kommunikation noch stärker mit Aktivitäten am POP Aktuelle Beispiele sind auch hier Nescafé Dolce Gusto mit 3.000 Verkostungstagen und Maggi mit den heuer auf Tour befindlichen mobilen Maggi Kochstudios.
Nestlé wird ja von seinem bis­herigen Standort ins Euro-Plaza in Wien übersiedeln. Geht eine Ära zu Ende?
Wir haben unseren alten Standort in der Emil Kralik-Gasse in Wien Margareten verkauft und ziehen im Oktober dieses Jahres in ein neugebautes, gemietetes Büro am zentral gelegenen Europlaza. Der Wechsel von einem sechsstöckigen Gebäude auf eine Büro-Etage wird die Transparenz, Kommunikation und Zusammenarbeit im Team stark verbessern. Der neue Standort wird nicht nur technisch auf dem aktuellsten Stand sein. Er bietet uns auch die Möglichkeit, Nestlé in einem attraktiven Umfeld klarer zu positionieren. Wir werden neben unserem Büro einen Shop mit einem interessanten Querschnitt über das gesamte Nestlé-Sortiment betreiben. Weiters bieten wir in unserer Maggi Show-Küche Kochkurse und Produktpräsentationen vor Ort. Wir freuen uns auf diese neuen Impulse und sind zuversichtlich, dass er auch einen wesentlichen Beitrag für die Motivation unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leistet.
Interview: G. Jiresch

Autor/in:
Redaktion.Handelszeitung
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